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Studie belegt, dass geschlechtsneutrale Sprache erwünschte Wirkung hat

Eine schwedische Studie belegt, dass ein zusätzliches, ungeschlechtliches Pronomen Vorurteile verringert und die Akzeptanz von Frauen und LGBTQ-Personen stärkt.

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Studie belegt, dass geschlechtsneutrale Sprache erwünschte Wirkung hat
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Im Deutschen (und auch vielen anderen Sprachen) dominiert die männliche Form. "Frauen sind eh mitgemeint", heißt es dann, "Ich formuliere nicht geschlechtergerecht, das ist unverständlich" oder auch ein Klassiker: "Ich schreibe nicht geschlechtergerecht, weil das stört den Lesefluss".

Wie oft haben wir diese Ausreden schon gehört, wenn wieder einmal nur von "Experten", "Sportlern", "Politikern" oder wem auch immer, ausschließlich in der männlichen Form, die Rede war? Und nein, wir fühlen uns nicht mitgemeint! Dass wir das nicht zu Unrecht so empfinden und Frauen durch fehlende (sprachliche) Repräsentation auch weniger wahrgenommen werden, haben schon zahlreiche Studien belegt.

Personalpronomen "hen" hat positive Auswirkungen

Während bei uns noch über das Binnen-I diskutiert wird, ging man im Schwedischen einen Schritt weiter: Seit 2015 gibt es in Schweden nämlich die Wortneuschöpfung "hen" als ungeschlechtliches (also auch nichtsächliches) Ersatzpersonalpronomen statt "han" (er) und "hon" (sie).

Geschlechterneutrale Sprache bekämpft Vorurteile

Und genau zu diesem Personalpronomen gibt es jetzt eine neue Studie - und wir haben's ja schon immer gesagt: 3.393 SchwedInnen waren Teil eines Tests, der die Folgen und Effekte dieser Sprachänderung untersuchte. Und das Ergebnis ist eindeutig: Das geschlechtsneutrale Pronomen "hen" scheint neben der Verbesserung positiver Gefühle gegenüber LGBTQ-Menschen auch dazu beitragen, mentale Vorurteile zu bekämpfen, die Männer begünstigen und schärft das Bewusstsein für andere Geschlechtsidentitäten.

Übrigens: Die Studie widerlegte außerdem einmal mehr, das geschlechtsneutrale Sprache mühsamer oder zeitaufwendiger ist. "Unlesbarkeit" ist also nicht länger ein Argument gegen geschlechtergerechte Sprache. Das hat auch bereits eine Untersuchung der TU Braunschweig gezeigt. Dort hat man herausgefunden, dass einzig die Textqualität für die Lesbarkeit entscheidet ist und nicht, ob "Kundinnen" und "Kunden" genannt werden.