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Ich habe mein Gesicht mit Olivenöl gewaschen – das geschah

Es gilt als geheimes Wundermittel: Die Gesichtsreinigung mit Olivenöl. Wie das funktioniert und ob sich die Haut verbessert - wir haben es getestet.

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Ich habe mein Gesicht mit Olivenöl gewaschen – das geschah
© Instagram/GoToSkincare

Was passiert, wenn man sich das Gesicht zwei Wochen lang mit Olivenöl wäscht? Ganz ehrlich: Zunächst hatte ich Angst. Öl aus dem Supermarkt einfach so ins Gesicht schmieren, wird die Haut dann nicht fettig? Irritiert? Verstopft das Olivenöl nicht die Poren, bekommt man nicht zusätzliche Pickel?

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Und bei all den künstlich produzierten Beauty-Helferlein, die ich mir seit Jahren unhinterfragt auf die Haut creme, da kann jetzt reines Olivenöl auch nicht viel schlimmer sein.

Tatsächlich gilt die Gesichtsreinigung mit Olivenöl als geheimes Beauty-Wundermittel von Stars wie Margot Robbie, Chloë Grace Moretz oder Kim Kardashian. Deren in Beverly Hills ansässige Dermatologin Ram-Prakash Khalsa propagiert die Ölreinigung als Teil der abendlichen Beauty-Routine, wie sie dem Magazin "Coveteur" verriet: "Es ist eine Tiefenreinigung, bei sich Verstopfungen der Poren wirklich gut lösen." Na dann. Probieren wir es aus.

So geht die Gesichtsreinigung mit Olivenöl

Die Ölreinigung erfolgt am Ende des Tages vor der normalen Gesichtswäsche. So funktioniert es:

  • Eine etwa 1-Euro-große Menge Olivenöl (es eignen sich auch Mandel- oder Traubenkernöl) in den trockenen Händen verteilen und dann wie ein normales Gesichtsreinigungsgel im trockenen Gesicht verreiben.
  • Ein weißes Mikrofasertuch mit warmen Wasser befeuchten, erst kurz gegen das Gesicht pressen und dann das Öl abwischen.
  • Wiederholen (jedes Mal mit einem frischen Mikrofasertuch). Wenn du keine Make-up-Spuren mehr auf dem Tuch siehst, ist die Ölreinigung beendet. Das kann bis zu 10 oder 20 Mal der Fall sein, je nachdem, wie viel Schminke du verwendest.
  • Nun mit der normalen Gesichtswäsche fortfahren.

Das Öl dringt tief in die Poren ein und löst Make-up und Schmutzpartikel auf. Außerdem werden die Mitesser und abgestorbenen Hautzellen aufgeweicht und durch die Verwendung des Mirkofasertuchs entfernt. Es wirkt sogar wie ein sanftes Peeling.

Der Test: Wie verändert eine Ölreinigung deine Haut?

Zunächst ein wichtiger Hinweis: Olivenöl brennt in den Augen, kaum zu glauben. als Kontaktlinsenträgerinnen sollten die Linsen vor der Reinigung mit Öl sowieso dringend entfernen - der Fettfilm verschliert die Linsen so sehr, dass sie auch nach einer Nacht in Kontaktlinsenflüssigkeit noch etwas belegt sind. Empfehlung nach zwei Wochen Ölreinigung: Das Augen-Make-up lieber auf herkömmlichen Weg entfernen.

Was man außerdem wissen sollte: Die erste Woche verschlechtert sich das Hautbild. Vor allem wenn man (so wie ich) zu unreiner Haut tendiert. Das Öl zieht tatsächlich alles an die Oberfläche - und das zeigt sich auch in Form kleiner Pickelchen.

Zum Glück verbessert sich der Zustand der Haut bei der Ölreinigung aber sehr schnell. In der zweiten Woche wurde die Haut immer weicher und geschmeidiger, sie fühlte sich sogar straffer an (letzteres mag aber auch nur ein subjektiver Eindruck sein). Die Mitesser gingen zurück. Zu Beginn der dritten Woche (aktueller Stand): Der Teint strahlt am Morgen mehr und sieht frischer und besser durchblutet aus. Ich habe aktuell keine Pickel, die sonst notorischen Verunreinigungen auf der Nase sind verschwunden.

Fazit: Die Gesichtsreinigung mit Olivenöl wirkt. Zumindest für mich. Das Hautbild verbessert sich (nach einem Tief während der Umstellung in Woche 1) extrem. Allerdings werde ich nicht mehr jeden Abend mein Gesicht mit Öl reinigen, sondern nur mehr 2x pro Woche. Denn die Prozedur nimmt etwa 10 Minuten extra in Anspruch. Und mein Netflix-Account schreit bereits lautstark nach mir...

Thema: Pflege