Ressort
Du befindest dich hier:

Gestresste Mutter = gesundes Baby?

Stress in der Schwangerschaft - das wirkt negativ auf das Baby. Nun bewiesen Wissenschaftler: leichter Stress ist sogar gut für die Gesundheit des Babys.


Gestresste Mutter = gesundes Baby?

Fotografin Pamela Rußmann hat diesen Moment eingefangen

© Pamela Rußmann

Hält man den positiven Schwangerschaftstest in der Hand, denkt man: "Hach, ich werde Mama. Die nächsten Monate werden relaxt." Ha! Ein Irrglaube. Untersuchungen, Behördengänge, Schwangerschaftskurs, die Einrichtung des Kinderzimmers – auf einmal kommen neue To-Dos dazu, der Stress wird nicht weniger, er erhöht sich für schwangere Frauen sogar zwischenzeitlich.

Schadet Stress dem Baby?

Bislang ging man davon aus, dass sich Stress negativ auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirkt. Das erhöhte Cortisol-Level der Mutter soll nicht nur das Wachstum des Fötus beeinträchtigen, sondern im Ernstfall sogar eine Frühgeburt auslösen. Auch das Risiko für psychische Störungen und körperliche Erkrankungen des Babys steige, wenn die werdende Mutter in der Schwangerschaft erhöhtem Stress ausgeliefert ist.

Doch eine neue Studie der Universität Basel ergab: Moderater Stress kann sogar positive Auswirkungen auf das Baby haben. Die Psychologin Eva Unternaehrer und ihr Team fanden heraus, dass erhöhte Werte des Stresshormons Cortisol zu mehr Oxitocynrezeptoren beim Säugling führen.

Oxytocin, gerne auch "Bindungs- und Kuschelhormon" genannt, sorgt für die enge Bindung zwischen Mutter und Kind. Es wird aber auch mit der Fähigkeit zur Stresstoleranz und positiven Gefühlen in Zusammenhang gebracht.

Macht moderater Stress belastbarere Kinder?

Für die Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Social Cognitive and Affective Neuroscience veröffentlicht wurde, baten die Forscher 100 werdende Mütter um Auskunft zu belastenden Ereignissen und ihrem psychischen Befinden während der Schwangerschaft.

Dazu wurden die Cortisolwerte im Speichel der Mütter und das Nabelschnurblut der Babys untersucht. Es zeigte sich, dass erhöhte Konzentrationen mütterlicher Stresshormone epigenetische Veränderungen – also molekulare Veränderungen an der DNA, die das Ablesen von genetischen Informationen steuern – beim Kind verursachten. Wir machen es nicht zu kompliziert und fassen zusammen: Die Babys gestresster Mütter waren resistenter gegen Stress. Gunther Meinlschmidt, Senior-Autor der Studie: "Das könnte darauf hinweisen, dass diese Babys später besser mit Herausforderungen und Belastungen fertig werden."

Dennoch warnen die Forscher werdende Mütter davor, sich gezielt Stress auszusetzen. Moderater Stress sei zwar positiv, die Grenze zu erhöhtem Stress aber sehr schnell überschritten. Und dieser, so Meinlschmidt, sei für den Embryo aber auch für die Mama absolut nicht gut.

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .