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Mehr Sex? Lass' ihn den Abwasch machen!

Wollt ihr mehr Sex, Männer? Dann macht den Abwasch! Stimmt leider nicht. Warum bei Paaren, die sich die Hausarbeit paritätisch teilen, die Erotik einschläft.

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Mehr Sex? Lass' ihn den Abwasch machen!

Willst du Sex, dann lass' ihn den Abwasch machen

© Corbis

Müssen wir jetzt die Wäsche und den Küchenputz wieder alleine erledigen, um mehr Sex zu haben? Fast hätten wir angesichts dieser Studie ein wenig kotzen können. Verdammte Rollenklischees. Das war noch annähernd das Netteste, was uns dazu einfiel.

Denn im Groben belegt die in der amerikanischen American Sociological Review veröffentlichte Untersuchung, dass Paare, die den Haushalt fast paritätisch erledigen, automatisch auch weniger Sex haben.

Untersucht wurde im Rahmen der Studie jedoch nur die Frequenz, nicht aber die beidseitige Zufriedenheit mit dem Liebesspiel. Ob "häufiger" auch "besser" bedeutet, das ist eine andere Frage.

Etwas mehr Sex gibt es nach Erhebung der Forscher in Beziehungen, die nach alten Mustern funktionieren (er verdient das Geld, sie kümmert sich um den Haushalt). Die Forscher sehen eine mögliche Erklärung, dass diese sehr konservativen Rollenmuster den Mann als die dominante Persönlichkeit vorsehen. Die Frau hat sich vorwiegend um sein Wohlbefinden zu kümmern. Kurzum: ER fordert den Sex ein, sie folgt.

Nun ja. So wollen wir aber nicht leben, Befriedigung hin oder her.

Zum Glück stellt sich die Statistik auf den zweiten Blick wieder ein wenig tröstlicher dar. Ein Paar hat nämlich nur dann ganz besonders wenig Sex, wenn es sich JEDE Arbeit teilt. Wenn also beide gemeinsam zunächst das Badezimmer putzen und danach den Geschirrspüler zusammen einräumen..

Gib ihm eine Aufgabe, schon gibt's mehr Sex!

Die Zahlen sehen nämlich weit weniger deprimierend aus – UND sogar besser als in konventionelleren Beziehungen – wenn sich das Paar die anfallenden Hausarbeiten aufteilt, er also für das Eine und sie für das Andere zuständig war.

Studienleiterin Julie Brines, Soziologin an der Washington Universität : "Auch wenn sich das für uns emanzipierte Frauen absurd anhört, aber Männer schätzen nach wie vor das Gefühl, dass sie gebraucht werden. Damit er zufrieden ist, sollte man ihm also spezielle Aufgaben übertragen." Das berge zwei Vorteile für Frauen: Zum einen sind auch sie in Beziehungen nachweislich zufriedener, wenn nicht der gesamte Hauskram vorrangig an ihnen hängenbleibt.

Und sind beide Partner zufrieden, dann steigt auch die Bereitschaft für Sex.