Ressort
Du befindest dich hier:

Getrennt? was sich Eltern vornehmen sollten

Die Beziehung ist zerbrochen, dazwischen sitzen die Kinder. Der eine Satz, den sich Eltern auch nach der Trennung ganz dick hinter die Ohren schreiben sollten.


Getrennt? was sich Eltern vornehmen sollten

Unsere Beziehung ist zerbrochen, aber da gibts jemanden, der wichtiger ist

© © Corbis. All Rights Reserved.

Ich hasse ihn. Abgrundtief. Auch wenn die letzten zwei Jahre unserer Beziehung nicht glücklich waren, auch wenn alle gesagt haben, eine Trennung wäre besser, auch wenn ich an seiner Seite zuletzt öfter geweint als gelacht habe ...

Aber jetzt ist er weg. Der Mistkerl. Hat mich sitzengelassen. Keine Gefühle mehr, es ist vorbei, die Liebe verschwunden. Sobald diese Wahrheit ausgesprochen war: Schock. Trauer. Und dann glühender Hass.

In der Sekunde nämlich, in der ER mit einer anderen aufgetaucht ist. Nur fünf Wochen nach der Trennung. Es ist nicht, dass sie schöner ist. Oder jünger. Oder erfolgreicher. Es ist nur ... wie kann er? Nach so kurzer Zeit? Ist es kindisch? Na klaro. Die Beziehung hat nicht mehr funktioniert, ich will ihn nicht zurück. Aber ein kleiner Teil von mir will, dass er unglücklich ist. Oder dass er unsere Liebe zumindest länger nachtrauert.

Und da ist jetzt auf einmal diese Frau, die mit meinen Kindern ins Schwimmbad geht. Die ihnen schleimig ein Eis kauft, obwohl sie noch nicht zu Abend gegessen haben. Die mit der Größeren shoppen geht und mit dem Kleinen zeichnet. Die ihren Papa umarmt und mit ihm lacht, während ich zuhause sitze und mir die Augen ausheule.

Eifersucht. Vor allem aber Hass. Tiefer, inniglicher Hass, der sich wie ein Messer ins Herz bohrt. Immer tiefer sticht, wenn die Kinder über die Neue erzählen. Sie "total lustig" finden.

Wenn sich Eltern trennen: Was ist wirklich wichtig?

Am liebsten würde man geifern. Jede Info über den tollen Nachmittag mit Papa und seiner Neuen aus den Kindern herauskitzeln. Spitze Bemerkungen machen oder ihnen eintrichtern, dass es überhaupt nicht super ist, wenn man den sonnigen Tag im Kino statt im Freien verbringt, egal, wie "volle cool" der Zeichentrick-Movie war.

Was kann man dagegen haben, wenn es den Kindern gut geht?

Oder vor den Kindern herumschluchzen und Trost einholen. Weil man ja die Einsame, die Verlassene ist. Die Kinder sollen nur ja merken, wie schlecht es Mama geht, während Papa so fröhlich weiterliebt. Sie sollen sich um ihre Mutter kümmern, ihr die Vorstellung nehmen, sie wäre ersetzbar.

Wenn wir leiden – und selten leiden wir so sehr wie nach einer Trennung, unabhängig der Umstände – werden wir zu Egoisten. Unsere Illusion vom Glück ist geplatzt, wir ertragen es kaum, dass für den Ex alles munter weitergeht, dass es eine neue Person gibt, die im Leben der Kinder eine Rolle spielt.

Wir schaffen es kaum, unsere Kinder aus unseren Gefühlen herauszuhalten, wir wollen aus purer Wut auf den Ex nicht, dass sie es dort auch schön und nett haben.

Aber ... und das ist der entscheidende Punkt:

»ALS ELTERN SOLLEN WIR UNS NUR EINES WÜNSCHEN: DASS ES UNSEREN KINDERN GUT GEHT«

Auch wenn uns die Galle hochsteigt, auch wenn wir wütend sind, auch wenn unsere eigene Gefühlslage dem widerspricht: Wir dürfen nichts dagegen haben, wenn es unseren Kindern bei ihrem Papa/Mama gefällt . Wenn sie dort Spaß haben, wenn sie die neue Partnerin mögen, weil die nett zu ihnen ist.

Schlucken wir also unseren eigenen Gram runter, so gut es geht. Und versuchen wir (Patchwork-Troubles hin oder her), nur mehr ein Ziel zu haben: Dass es den Kleinen gut geht.

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .