Ressort
Du befindest dich hier:

Warum du aufhören solltest, dich auf die Waage zu stellen

Schauspielerin Kate Winslet gab an, dass sie sich seit 12 Jahren nicht mehr auf eine Waage gestellt hat. Warum du ihrem Beispiel folgen solltest!

von

Warum du aufhören solltest, dich auf die Waage zu stellen
© 2016 Getty Images

Hollywood-Star Kate Winslet ist ein Vorbild, wenn es um ein gesundes Körpergefühl geht. Bei einem Interview zu ihrem neuen Film "The Mountain Between Us" erzählte sie über eine Szene, in der sie von Co-Star Idris Elba auf einem Fluss gezogen wird: "Es war ziemlich schwer für ihn. Wie schwer genau, weiß ich allerdings nicht. Ich habe mich nämlich seit 12 Jahren nicht mehr auf eine Waage gestellt."

Winslet trug in den letzten Jahren die Kleidergrößen 38, 40 und manchmal auch eine 42. "All das hat aber nichts damit zu tun, ob ich fit bin."

Fitness: Warum das Gewicht eigentlich nicht viel aussagt

Immer mehr Fitness-Experten raten, dass wir es Kate Winslet gleichtun. Ihrer Ansicht nach sollte man mehr Wert auf Fitness und Gelenkigkeit legen, als so extrem auf Gewichtsverlust fixiert zu sein.

Rich Tidmarsh etwa, Personal Trainer von Top-Athleten und einer der Stars der Fitness-Szene, sagt im Gespräch mit dem "Independent": "Eigentlich solltest du durch Workout nicht Kilos abbauen, sondern dein Gewicht halten – und trotzdem schlanker werden, weil sich dein Körper strafft und formt."

Wenn du durch Sport gesünder und fitter wirst, baust du Körperfett ab – aber gleichzeitig neue Muskelmasse auf. Muskeln sind zwar nicht deutlich schwerer als Fett, aber sie wiegen bei gleichem Volumen aufgrund ihrer höheren Dichte etwa 15 % mehr. Was dazu führt, dass sich auf der Waage kaum eine Änderung zeigt. Im Zweifel wirst du sogar ein wenig mehr wiegen als vor Trainingsbeginn.

Muskeln sind schwerer als Fett – also ändere deine Denkweise und Ziele

Statt sich also krampfhaft darauf zu konzentrieren, dass du beim Sport Gewicht verlierst, solltest du lieber darauf achten, dass du deine Leistung steigerst. Indem du zum Beispiel mehr Sit-ups hintereinander schaffst, beim Planking länger durchhältst, deine Laufstrecke ausdehnst oder die Gewichte bei deinem Krafttraining erhöhst.

Tidmarshs Empfehlung: "Muskelaufbau ist das wichtigste. Denn in Kombination mit proteinreicher Ernährung und weniger Kohlenhydraten ist das der Garant für einen gesunden, schönen Körper." Tatsächlich: Mit nur 1,3 Kilogramm mehr Muskeln verbrennst du in acht Wochen knapp 300 Gramm reines Körperfett!!!

Wichtig für diesen Erfolg: Du brauchst eine positive Eiweißbilanz. Proteine sind die Bausteine des Muskels – täglich benötigst du mindestens ein Gramm pro Kilo Körpergewicht. Der beste Zeitpunkt für die Eiweißaufnahme ist bis zu 45 Minuten nach dem Krafttraining (wissenschaftlich: „anabolic phase“). Jetzt ist es egal, ob du biologisch hochwertiges Eiweiß (etwa aus Milch, Fleisch oder Eiern) oder weniger hochwertiges (beispielsweise aus Bohnen, Weizen oder Reis) zu dir nimmst – der Körper verbraucht alles, um die strapazierten Muskelstrukturen zu reparieren.

Dein Körper beginnt zu arbeiten und Fett abzubauen. Du wirst also den Gürtel auf jeden Fall enger schnallen können – selbst wenn die Waage nicht weniger anzeigt. Neben der positiven Figurveränderung wirst du noch andere Effekte bemerken:

  • Deine Haltung verbessert sich
  • Du baust Stress ab, gewinnst an Energie und hast eine positivere Ausstrahlung
  • Deine Gelenke stabilisieren sich
  • Deine Koordinationsfähigkeit nimmt zu
  • Deine Knochendichte nimmt zu

Bedeutet das, dass wir uns nie mehr auf die Waage stellen müssen? Quatsch. Es macht durchaus Sinn, alle paar Wochen mal einen kurzen Gewichtscheck zu machen. Aber wir müssen nicht mehr obsessiv jeden Tag auf die Waage sprinten und schauen, ob wir schon ein Kilo weniger wiegen. Der Verlust von Körperfett und eine verbesserte Gesundheit sind viel wichtigere Ziele.

Themen: Diät, Fitness