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Wieso werde ich als Mutter ständig nach meinem Gewicht gefragt?

"Und? Hast du schon wieder alles runter?" - Eine Frage, auf die Jungmütter wirklich brennend warten... nicht. Unsere Redakteurin spricht über ein Thema, das keines sein sollte!

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Geburt abnehmen

Als Mama kommt Einiges auf einen zu - auch blöde Fragen!

© istockphoto.com

Es ist schon komisch... im Laufe meiner Schwangerschaft kam die Frage "Wie viel hast du schon zugenommen" immer häufiger. So als wäre es ein spannendes Fußball-Match, das die Leute mit Neugierde verfolgten. Anfangs dachte ich mir noch nichts, doch nach einiger Zeit wurde es wirklich unangenehm. Warum muss ich jedem Menschen ein Gewichts-Update geben? Eine Frau fragt man nicht, wie viele Kilos sie wiegt. Das habe ich schon von meinem Opa gelernt.

Die Wahrheit ist nämlich: Als Schwangere sollte es egal sein, wenn man zulegt. Solange es sich im gesunden Rahmen bewegt, ist das doch schön. Schließlich wächst da ein Lebewesen in einem, das groß und stark werden möchte. Außerdem ist es viel wichtiger, dass es dem Ungeborenen und der werdenden Mama gut geht. Zumindest sehe ich das so.

Mutter Baby

»Einige hielten sogar während der Schwangerschaft Diäten, um ja nicht zu dick zu werden.«

Ich möchte erwähnen, dass ich schon immer sehr schlank war aber während meiner Schwangerschaft nahm ich 17 Kilo zu. Mir war es herzlich egal. In meinem Freundeskreis gab es allerdings Frauen, die das nicht so locker nahmen. Einige hielten sogar während der Schwangerschaft Diäten, um ja nicht zu dick zu werden und schämten sich, wenn sie etwas mehr zunahmen. Es ist unglaublich, dass der Schönheitswahn auch vor Schwangeren nicht Halt macht.

Nach der Geburt meines Kindes ging es dann weiter. Andauernd die Frage, ob und wie viel ich denn schon abgenommen hätte. Ist das denn wirklich so spannend, frage ich mich? Wenn man einen Säugling zu versorgen hat, gibt es ungefähr 18.976 wichtigere Dinge, um die man sich sorgt. Durch die ständige Fragerei wird, möglicherweise ungewollt, Druck auf junge Mütter ausgeübt. Top-Models, wie Heidi Klum, laufen bereits vier Wochen nach der Geburt wieder über den Catwalk. Und was passiert? Die Welt jubelt und lobt. "WOW, das ist doch was! So eine gute Figur nur wenige Wochen nach Geburt!" Bitte versteht mich nicht falsch, Sport zu treiben ist toll. Wenn man möglichst früh nach der Entbindung damit beginnt, umso besser für die Rückbildung der Gebärmutter, der Bänder, gesund für Körper und Geist. Sich mit Models zu vergleichen, ist dennoch keine gute Idee. Sie sind oft einem starken Druck ausgesetzt, um möglichst bald wieder zurück in ihren Job zu können, haben einen strikten Ernährungsplan und einen noch strengeren Fitness-Trainer.

Mutter Baby

»Ich bekomme Komplimente für mein Gewicht? Nein, danke.«

Ich persönlich hätte mir gewünscht, etwas länger meine zusätzlichen 17 Kilos zu behalten. Vielleicht wäre es dann möglich gewesen mein Kind länger zu stillen und ich hätte mehr Energie im Alltag mit Kind. Stattdessen bin ich nun dünner als vorher. Warum? Weil ich oft nicht zum Essen komme und eine Veranlagung dazu habe, recht dünn zu sein. Auch nicht immer toll. Wenn mir Leute dafür gratulieren, dann macht es mich mittlerweile traurig. Ich bekomme Komplimente für mein Gewicht? Nein, danke. Mütter haben einen Lobgesang für ihre Geduld, ihren Umgang mit Schlafmangel, ihren Muskelaufwand, ihre stundenlangen Lesestunden, ihre unbändige Liebe und ihre Zeit verdient. Aber nicht für ihr Gewicht. Denn das ist einfach nur egal.

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