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Liebestrank: In 10 Jahren gibt es ihn wirklich!

In 10 Jahren soll der erste echte Liebestrank auf den Markt kommen. Aber möchtest du jemanden so manipulieren, damit er sich in dich verliebt?


Liebestrank: In 10 Jahren gibt es ihn wirklich!
© iStockphoto

Jeder Mensch kennt das Gefühl unerfüllter Liebe. Dieses Sehnen, dieses Verzweifeln, dieser Gedanke: "Wenn ich ihn nur dazu bringen könnte, sich in mich zu verlieben...!"

In Märchen gibt es dafür eine Lösung. Ein Liebestrank, der sofort Gefühle entstehen lässt, der nach Genuss eine immerwährende Anziehung entstehen lässt.

In zehn Jahren, so der Neurowissenschaftler Dr. Anders Sandberg von der Oxford University , ist der Liebestrank keine Märchengeschichte mehr, sondern tatsächlich käuflich zu erwerben. Für ihn lässt sich die Ursache für Liebe sehr praktisch erklären: "Unsere Babys sind längere Zeit alleine nicht überlebensfähig. Im Gegensatz zu manchen Tierarten, die sich bereits im ersten Lebensmonaten selbst versorgen können. Liebe, diese abstrakte Beschreibung eines evolutionär bedingten Verhaltens, soll eigentlich nur sicherstellen, dass sich menschliche Eltern möglichst lange um ihren Nachwuchs kümmern."

Ein Hormon-Cocktail als Liebestrank

Nein, Dr. Sandberg ist ganz offensichtlich kein Romantiker, sondern Wissenschaftler. "Wenn sich Menschen verlieben, dann setzt unser Gehirn einen einzigartigen Hormon-Cocktail aus Bindungs- und Glückshormonen wie Oxytocin und Vasopressin frei." Ist unser Partner längere Zeit weg, dann vermissen wir ihn schrecklich... Auch das natürlich nur wieder hormonell bedingt. Dann nämlich produzieren wir verstärkt Corticotropin, ein Botenstoff, der sonst in Momenten hoher Bedrohung aktiviert wird.

Mit all diesem Wissen über die Funktionsweise unseres Gehirns und der Hormone, die unsere Emotionen und Reaktionen lenken, sei es immer wahrscheinlicher, einen Liebestrank herzustellen, so Sandberg zum "The Independent". Der Experte schätzt, dass es in etwa zehn Jahren möglich sei, all diese Vorgänge durch einen Hormon-Cocktail künstlich zu produzieren.

Doch was technisch möglich ist, muss ethisch nicht unbedingt richtig sein. Jemanden quasi eine Droge zu verabreichen, damit er sich in uns verliebt – das gleicht emotionalem Missbrauch.

Der Experte: "Wir sehen den Einsatz eines Liebestranks auch weniger darin, Gefühle künstlich entstehen zu lassen – sondern eher als Begleitung einer Paartherapie, wo es darum geht, Bindungen wieder zu stärken."

Pfuh. Wir glauben eigentlich nicht, dass wir im Falle einen "Liebestrank" einsetzen würden. Das Verschwinden von Gefühlen ist schmerzhaft. Aber ein natürlicher Prozess, der uns Lehren ziehen lässt.

Würdet ihr zu einem Liebestrank greifen?

Thema: Liebe

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