Ressort
Du befindest dich hier:

Wie konnten aus den "Gilmore Girls" die Gilmore Boys werden?

Dean, Jess oder Logan? Aidan oder Mr. Big? Gilmore Girls oder Sex and the City - Serien, in denen Frauen im Fokus stehen. Und dennoch reden wir Fans über nichts anderes, als deren Beziehungen mit Männern?

von

Wie konnten aus den "Gilmore Girls" die Gilmore Boys werden?
© Netflix

Ja klar, wir alle reden viel und gerne über Liebe und Beziehungen - egal ob funktionierend oder gescheitert. Schließlich wird die Liebe ja als das Größte aller Gefühle angesehen und in der Literatur sogar dafür herangezogen, dass sie unsere Seele vor der ewigen Verdammnis retten kann (wir gedenken nur dem guten, alten Goethe und seinem "Faust").

Aber wie wir ja auch alle wissen, gibt es ja weitaus mehr im Leben einer jeden Frau. Und wir sprechen jetzt nicht nur (um bei Serien zu bleiben) von Mord, Horror oder Krankenhäusern. Auch beziehungstechnisch. Denn Liebe existiert nicht nur zwischen Liebenden, sondern ebenso in Freundschaften oder in der Familie. Und gefühlt war genau das die Prämisse für so manche (wirklich, wirklich) erfolgreiche Serie, deren Hauptrollen weiblich besetzt sind - wie eben "Sex and the City" oder "Gilmore Girls". Darin wurden die Beziehungen der weiblichen Charaktere in den Vordergrund gestellt.

Bleiben wir beim Beispiel "Gilmore Girls": Da gibt es im Fokus das Mutter-Tochter-Gespann Lorelai und Rory. Darüber hinaus gibt es die Handlungsbögen zwischen Lorelai und ihrer Mutter, Rory und ihrer bester Freundin, Lorelai und ihre Freundin Sookie und mehr.

Aber dennoch geht es in Gesprächen ÜBER die Serie hauptsächlich um die Männer darin. Wie etwa die drei verschiedenen Freunde, die Rory hatte, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Dean, Jess oder Logan? Wen von den dreien hättest DU gewählt? Und warum? Diese Frage beschäftigt hunderttausende von Fans. Man könnte es beinahe mit einem Persönlichkeitstest gleichsetzen, denn die Antwort dazu sagte einiges darüber aus, was für einen Partner oder was für eine Beziehung man sich selbst sehnlich wünscht. (Und ja, wir geben es ja zu: HIER kannst du genau diesen Test machen!)

Ähnlich ist es bei "Sex and the City" mit vier Frauen, deren Leben von ihrer Freundschaft zueinander bestimmt wird. Die Welt fragt sich trotzdem nur: Warum wurde es Mr. Big und nicht Aidan?

Die Serie "Girls" von Lena Dunham hat diesen Spagat etwas besser geschafft. Zwar schwärmen wir seitdem alle für den verschrobenen Charme von Adam Driver, aber dennoch ist seine Rolle nicht das Einzige, was hängengeblieben ist.

Man könnte nun argumentieren, dass doch die Fans für diese Verschiebung innerhalb der Show verantwortlich sind. Wir alle sind scheinbar immer noch darauf konditioniert, Frauen vornehmlich durch eine männliche Sichtweise wahrzunehmen. Aber man merkt auch, dass beispielsweise Gilmore Girls-Schöpferin Amy Sherman-Palladino da ein bisserl zu korrigieren versucht. Bei der Neuauflage 2016 wurde zwar Werbung damit gemacht, dass eben alle drei Love Interests von Rory eine Rolle spielen würden, beim Ende jedoch wurde auf die wichtigste Beziehung fokussiert: (Achtung - Spoiler!) Rory gesteht Lorelai, dass sie schwanger ist und wohl - so wie wie sie zuvor - alleinerziehende Mutter wird. Und dass sie das ohne die Unterstützung ihrer Mutter nicht schaffen werde. Und das war doch die emotionalste Szene der neuen Folgen, oder?

Andererseits - wir alle lieben ja die LIEBE und es ist absolut nichts Verkehrtes an wunderbaren Liebesgeschichten. Wir hätten nur gerne ein bisserl Abwechslung! In dem Sinne: Team Aidan!

WOMAN Community

Deine Meinung ist wichtig! Registriere dich jetzt und beteilige dich an Diskussionen.

Jetzt registrieren!

Schon dabei? .