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Frauen in "Männerberufen" - ein langer Weg

Der Girls' Day bietet Schülerinnen die Möglichkeit, handwerkliche, technische und naturwissenschaftliche Berufe kennen zu lernen. Warum das nach wie vor wichtig ist

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Frauen in "Männerberufen" - ein langer Weg
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Es ist nach wie vor Tatsache, dass die meisten Berufe in weiblich oder männlich eingeteilt werden: Zwei Drittel der weiblichen Bevölkerung arbeitet so in den typischen Frauenberufen, wie Kindergärtnerinnen, Frisörinnen, Krankenschwestern, Sekretärinnen oder Reinigungskräfte. Nur acht Prozent der Frauen sind in (stark) segregierten Männerberufen, also quasi alles was mit Technik, Handwerk oder Produktion zu tun hat, beschäftigt. Der Stereotyp der "technikfernen" Frau als Erklärung für den geringen Frauenanteil in technischen Berufen hält sich nach wie vor hartnäckig.

Der bundesweite Girls' Day kämpft zum 17. Mal in Folge gegen das starre Rollenbild an. Mädchen und junge Frauen für zukunftsorientierte und technische Berufe zu begeistern, darum geht es am 26. April wieder. Am Aktionstag haben diese die Gelegenheit, Berufe auszuprobieren und damit Jobs abseits der Rollenklischees kennenzulernen. Denn allein durch die Berufswahl bestehen von Anfang an teils massive Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern. Laut Angaben des Arbeitsmarktservice beläuft sich das monatliche Einstiegsgehalt brutto nach dem Lehrabschluss für Friseurinnen auf 1.425 Euro, während Automechaniker oder Netzwerktechniker bereits zum Einstieg auf 1.890 Euro kommen.

Immerhin: Unter den zehn meistgewählten Berufen von Mädchen liegt mittlerweile auch die Metalltechnik, was noch vor zehn Jahren unvorstellbar gewesen wäre. Dafür kann sich wohl auch die Initiative des Frauenministeriums verantwortlich zeigen.

Ziel des Girls' Day:

# Die Aufmerksamkeit der Mädchen auf ihnen unbekannte Berufe/Studienrichtungen lenken.
# Gängige Vorurteile abbauen und eine Berufswahl jenseits von Klischees erleichtern.
# Eltern, Schulen und Betriebe auf das Potenzial der Mädchen aufmerksam machen.
# Unternehmen ermöglichen, interessierte, motivierte Mädchen für sich zu gewinnen.

Mit dabei sind neben dem Bundeskanzleramt, den Ministerien und dem Parlament unter Anderem die Telekom Austria, die Austro Control oder die Asfinag. An der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik sehen die Mädchen, wie man Umweltkrisen managt oder Erdbeben misst. Bei den ÖBB entdecken die Teilnehmerinnen "die Welt der Eisenbahn" und in der Justizanstalt "die Welt hinter Gittern".

Alle Informationen und Anmeldung (bis zum 24. April geht's noch!) zum Girls' Day 2018 findest du unter: www.girlsday.info

Hier ein kleiner Einblick aus vergangenen Jahren:

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