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Diese Familie wurde verkuppelt

Es kommt wieder Freude auf: "Endlich! Der Frühling naht!" Familie Hjertefolger aus Norwegen denkt anders. Sie liebt nicht nur heftige Winterstürme und eisige Temperaturen, sondern bevorzugt auch einen außergewöhnlichen Lebensstil.

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Diesen autarken Lifestyle muss man mögen! Vor sieben Jahren haben sich Benjamin und Ingrid mit ihren vier Kindern in eine der abgelegensten Gegenden der Welt, auf die Insel Sandhornøya, etwa 1000 Kilometer, nördlich von Oslo entfernt, zurückgezogen. Im arktischen Norwegen bauten sie sich ein sogenanntes Cob-Haus, das für sechs Personen designt wurde.

Es ist ein Gebäude, das aus Stein, Holz und Lehm besteht. Das alleine würde allerdings keinerlei Schutz vor den vorherrschenden Klimabedingungen bieten. Deshalb ließ die Familie über ihrem 240 Quadratmeter großen Heim eine gigantische Kuppel, genannt "Solar Geodesic Dome", errichten, die man eigentlich nur von Planetarien kennt. In erster Linie profitieren die Hjertefolgers von einem Aspekt: Da sich die Luft unter dem Glas wie in einem Gewächshaus erwärmt, herrschen unter der Hülle selbst an trüben Tagen mediterrane Temperaturen. Und die nutzen Ingrid, Benjamin und ihre Kinder aus. Im Garten auf dem Dach lieben sie es, Gemüse und Obst, wie Kirschen, Zwetschken, Äpfel, Kiwis, Tomaten, Gurken, Kräuter oder Kürbisse, anzubauen. Mithilfe von Solarzellen erzeugen sie ihren eigenen Strom. Der Vorteil dabei: Falls es an einem sonnigen Tag drinnen zu heiß werden sollte, öffnen sich automatisch Klappen im Glas, die überschüssige Wärme zieht innerhalb kurzer Zeit ab.

Ein ultragrünes Bau-Projekt.

Auch an alles wurde gedacht: Das gesamte Abwasser wird durch Filter wieder aufbereitet, um die Pflanzen zu bewässern und zu düngen. Obst- und Gemüsereste werden als Dünger eingesetzt. Im Haushalt werden nur saubere und wiederverwertbare, beziehungsweise biologisch abbaubare Produkte, verwendet. Man denkt an das Kreislaufsystem der Natur. Denn schließlich landet ein Großteil der verwerteten Produkte wieder im Essen.

Eineinhalb Jahre bauten die Krankenschwester und ihr Mann an diesem einzigartigen Objekt, Freunde und Familie halfen dabei. Gekostet hat es knapp 350.000 Euro. "Inklusive Grundstück und Kuppel. Das ist extrem preiswert im Vergleich zu normalen Häuserin in Norwegen. Aber nur, weil wir fast alles selbst gemacht haben."

»Die Atmosphäre ist einzigartig.«

Die Aussicht ist gigantisch, schwärmt Vierfach-Mama Ingrid, die auf ihrem Insta-Profil mit Pics ihres extravaganten Lebens beeindruckt: "Wir haben eine perfekte Sicht auf die Nordlichter." Aber wie haltbar ist dieses Gebäude? "Es ist für die Ewigkeit", sind sich die Hjertefolgers sicher, "sofern es trocken gehalten wird. Die Wände aus Lehm müssen nicht gestrichen werden. Sie sind hell und haben eine tolle Wirkung", sagt die Krankenschwester und ergänzt: "Wenn wir durch das Haus gehen, fühlt es sich anders an wie in einem normalen Gebäude. Die Atmosphäre ist einzigartig und die Ruhe ist so stark, dass man die Stille förmlich hören kann.

Es ist schwer zu beschreiben. Ich denke, es ist auch so einzigartig, weil wir es selbst geplant und errichtet haben." Alles funktioniert so, wie es sich die Familie erhofft hatte. "Wir lieben es hier. Das Haus hat eine eigene Seele und fühlt sich sehr persönlich an. Eine weitere große Überraschung war auch, dass wir uns neu kennenlernten, als wir es gemeinsam gebaut haben ", erzählt Ingrid Hjertefølger. "Dieser Prozess veränderte und formte uns. Dieser Prozess veränderte unsere Einstellung zum Leben. Man merkt, wie wenig man braucht um wirklich glücklich zu sein."

Themen: Trends, Eltern

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