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Werbefails auf Instagram: Wie glaubwürdig sind Influencer?

Rabattcodes, Shopping-Tipps und gesponserte Postings - ehrlich und transparent empfehlen uns Content Creator immer DIE Top-Produkte. Oder?

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© iStock

Social Media ist in den letzten Jahren von einem Nebenbei-Zeitvertreib zu einem der wichtigsten Werbemittel gewachsen. Besonders das sogenannte Influencer-Marketing ist eines der wichtigsten Tools, um online für Umsatz zu sorgen. Eine Umfrage von Statista aus dem letzten Jahr beweist: 40% der Befragten in Deutschland haben bereits ein Produkt gekauft, weil InfluencerInnen es empfohlen haben.

Fakeprodukt-Fail

Wir sollten den Empfehlungen unserer liebsten Instagram-Accounts keinesfalls folgen, ohne sich selber zu informieren - das zeigt ein aktuelles Video des Experimente-Youtubers Marvin Wildhage. Darin zieht er ein Fakeprodukt sehr professionell auf – inklusive Marketingkampagne, Agentur, Fotos, ... Er will testen, welche Content Creator tatsächlich dafür werben. Das Absurde: Auf der Verpackung der Creme sind Inhaltstoffe wie „pipikaka seed oil“ und radioaktives Uran aufgelistet. Was die Testimonials nicht wussten: Tatsächlich handelte es sich um simples Gleitgel ohne jegliche Wirkung auf die Gesichtshaut.

Enisa Bukvic, 26, ehemalige GNTM-Kandidatin, ist dem perfekt inszenierten Auftritt zum Opfer gefallen und hat ihn ihren Instagram-Stories für den Tiegel und seine positiven Wirkungen geworben. Offensichtlich ohne ein zweites Mal darüber nachzudenken, plaudert das Model über das "durch Uranstein gereinigte Wasser", dem der tolle Hautzustand nach der Anwendung zu verdanken ist. Sie postete sogar ein (gefaktes) Vorher-Nachher Foto in ihrer Story! Der Shitstorm hat nach der Veröffentlichung des Videos nicht lange auf sich warten lassen: Ein Statement der Influencerin, in dem sie sich entschuldigt, folgte schnell. Darin erklärt sie, dass sie niemanden hinters Licht führen wollte und "Hydrohype", so der erfundene Name des Produkts, für eine feuchtigkeitsspendende und unbedenkliche Creme hielt. Sie wisse, dass der Fehler bei ihr liegt, das groß aufgezogene Fakeprojekt sei in ihren Augen aber grausam. Ein fahler Beigeschmack bleibt.

Ein zweites, erst gestern von Marvin veröffentlichtes Video enttarnt sogar eine weitere Person, Fitness-Model Vanessa Mariposa, die eine Anfrage an die Marke geschickt und es anschließend auf ihrem Social Media-Account beworben hat. Auch sie erlebt dadurch viele Hasskommentare; ihre FollowerInnen fordern ein Statement. Es muss aber dazugesagt werden, dass "Hydrohype" auch von einigen InfluencerInnen Absagen bekam, weil das Produkt keine Wirkung zeigte.

Nun stellt sich uns aber die Frage: Beschäftigen sich manche Werbenden überhaupt mit den Produkten, die sie in die Kamera halten? Und würden sie ihren AbonnentInnen für die entsprechende Geldsumme alles andrehen?

Geld regiert die (Online)-Welt

Der Fall mit Enisa Bukvic und Vanessa Mariposa hat jedenfalls gezeigt: Blind vertrauen sollten wir den Internetpersönlichkeiten nicht. Auch wenn es uns oft so vorkommt, als würden wir sie gut kennen, weil wir sie und ihren Content schon jahrelang täglich verfolgen, ist es eben trotzdem ein Beruf und dabei steht an oberster Stelle: Geld verdienen. Natürlich gibt es auch ehrliche, transparente InfluencerInnen: Indizien für einen authentischen Account können zum Beispiel sein, wenn die Person nur ihrer Nische entsprechende Produkte vorstellt, ihre Partnerschaften mit Marken augenscheinlich sorgfältig auswählt und ihre Stories nicht täglich mit vielen, unterschiedlichen Werbepostings vollpackt.

Zwiespalt für InfluencerInnen

Was man wissen sollte: Bei Kooperationen mit Unternehmen gibt es meistens gewisse Einschränkungen, an die sich Content Creator halten müssen. So ist es oftmals vertraglich geregelt, dass sie keine Kritik am Produkt oder dem Unternehmen äußern dürfen. Um also bezahlt zu werden, müssen die InfluencerInnen sich an bestimmte Regeln halten und können nicht völlig ungezwungen ihre Meinung zu den WerbepartnerInnen abgeben. Das schränkt die Authentizität natürlich ein.

Als FollowerIn muss man deshalb selbst herausfinden, welche Makel die beworbenen Produkte haben - Nachteile werden auf Social Media eben leider selten erwähnt. Dabei hilft: KundInnenrezensionen lesen, Eigenrecherche über das Produkt oder die Marke betreiben oder sich Erfahrungsberichte von Bekannten oder FreundInnen einholen.

Thema: Instagram

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