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Das erste gleichgeschlechtliche Paar hat in Wien geheiratet

Zwei Frauen haben sich heute das Ja-Wort in einem Standesamt in Wien gegeben. Damit haben sie die erste gleichgeschlechtliche Hochzeit in Österreich gefeiert.

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homosexuelles paar
© istockphoto.com

Sie haben "Ja" gesagt! Und auch, wenn die Hochzeit nur im kleinen Kreise und unter Ausschluss der Medien stattgefunden hat, geht diese Trauung in die Geschichte Österreichs ein. Denn es ist die erste offizielle gleichgeschlechtliche Hochzeit des Landes. Die zwei Frauen gehören zu jenen fünf Paaren, die sich gemeinsam mit dem Rechtskomitee Lambda für eine Ehe für alle eingesetzt hatten. Tatsächlich gab ihr Engagement dem Eheverbot für schwule und lesbische Paare vor dem Verfassungsgerichtshof den letzten Tritt.

Die Frauen lebten bis heute in eingetragener Partnerschaft zusammen und haben einen gemeinsamen Sohn. Doch trotz der Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren in Sachen Elternschaft, durften die beiden nicht heiraten. Deshalb schlossen sie sich mit vier weiteren Paaren zusammen und plädierten beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) für eine Aufhebung des Eheverbots. Gestern verkündete der VfGH dann, dass ab 1. Jänner 2019 alle Paare in Österreich heiraten dürfen, ungeachtet des Geschlechts und der sexuellen Orientierung. Zusätzlich wird auch die Eingetragene Partnerschaft für alle verschiedengeschlechtliche Paare geöffnet. Jene fünf Paare, die beim VfGH angerufen hatten, dürfen sogar schon davor heiraten.

In Österreich trat das Eingetragene Partnerschaft-Gesetz 2010 in Kraft. Man wollte damals die Diskriminierung von gleichgeschlechtlichen Paaren abbauen. Seitdem haben diverse Parteien und Organisationen immer wieder versucht, die Ehe für alle zu öffnen. Doch einige Stimmen hielten lange dagegen. Bis zuletzt hatten die ÖVP und FPÖ versucht, das Eheverbot aufrecht zu erhalten, doch mussten sie gestern einsehen, dass es keinen Sinn mehr hat. Deshalb wurde bekanntgegeben, dass die ÖVP/FPÖ-Koalition die Entscheidung des VfGH akzeptiert.

"Dass die FPÖ und ÖVP bis gestern Abend noch versucht haben, das VfGH-Urteil auszuhebeln, ist bittere Realität. Dass sie darin erbärmlich gescheitert sind, ist ein Triumph für gleichgeschlechtliche Paare, für die Menschenrechte und damit auch für Österreich!“ , hieß es in einer Presseaussendung von Jürgen Czernohorszky, dem für Antidiskriminierung zuständigen Wiener Stadtrat. Und es sei besonders schön, dass Wien eine historische Rolle in der LGBTIQ- (Lesben-, Schwulen-, Transgender-, Intersex-, Queeren) Bewegung einnimt.