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Glenn Close feiert 65. Geburtstag

Einen Oscar hätte Glenn Close längst verdient. Ihre Nominierung als beste Hauptdarstellerin für "Albert Nobbs" in diesem Jahr war schon ihre sechste Chance, den Goldjungen zu gewinnen. Doch am Ende schnappte ihr Meryl Streep als "Eiserne Lady" das schönste Geburtstagsgeschenk weg. Close, die heute 65 Jahre alt wird, musste sich mit reichlich Kritikerlob für ihren eigenwilligen Leinwandauftritt begnügen.


Glenn Close feiert 65. Geburtstag

"Albert Nobbs" war für Close mehr als nur eine Rolle. Die amerikanische Schauspielerin lieferte auch das Drehbuch und produzierte das Drama um eine Frau in Irland Ende des 19. Jahrhunderts, die als Mann verkleidet ihren Lebensunterhalt bestreitet. Ein österreichischer Starttermin steht noch nicht fest.

In den letzten Jahren war Close als Kanzlei-Chefin in der Anwaltsserie "Damages - Im Netz der Macht" mehr auf dem Bildschirm präsent. Doch es gibt Dutzende unvergessliche Leinwandauftritte, vor allem als kaltblütige Alex Forrest, die sich als abgewiesene Geliebte eines Familienvaters (Michael Douglas) mit Telefonterror und Selbstmorddrohungen rächt. Sogar ein Kaninchen muss in dem Thriller "Eine verhängnisvolle Affäre" dran glauben. 1987 löste die Rolle von Close in den USA eine kontroverse Diskussion über Frauen, Sex und Treue aus.

Die 1947 in einer streng puritanischen Arztfamilie geborene Close hat sich in der Rolle starker Frauen einen Namen gemacht. Nach eindrucksvollen Erfolgen am Broadway gab die studierte Theaterwissenschafterin und Anthropologin 1982 ihr Spielfilmdebüt als selbstbewusste Mutter in der John-Irving-Verfilmung "Garp und wie er die Welt sah". Das brachte ihr prompt die erste Oscar-Nominierung ein. Die zweite folgte im Jahr darauf für das Freundes-Drama "Der große Frust" mit Tom Berenger und Jeff Goldblum unter der Regie von Lawrence Kasdan. Und auch 1984 war Close als Hollywoods Darling wieder im Oscar-Rennen, diesmal als Robert Redfords Jugendliebe in dem Baseballdrama "Der Unbeugsame".

Nach Oscar-Hoffnung Nummer vier für "Eine verhängnisvolle Affäre" (1987) erregte Close gleich danach als intrigante Marquise in Stephen Frears' Barockdrama "Gefährliche Liebschaften" (1988) Aufsehen, und ging doch bei der Trophäen-Verleihung wieder leer aus. Weitere Highlights ihrer abwechslungsreichen Karriere: in dem Kriminalfilm "Die Affäre der Sunny von B." (1990) mimt sie die komatöse Sunny von Bülow, in Istvan Szabos Musikfilm "Zauber der Venus" (1991) eine kapriziöse Operndiva und in "101 Dalmatiner" (1996) schlägt sie als hundehassende Hexe zu.

Zuletzt brillierte Close in "Die Frauen von Stepford" (2004), in der bitterbösen Provinzsatire "Glück in kleinen Dosen" (2005) und an der Seite von Vanessa Redgrave in der Romanverfilmung "Spuren eines Lebens" (2007). Einen ihrer größten europäischen Erfolge landete sie ausgerechnet neben Meryl Streep mit der Bernd-Eichinger-Produktion von Bille Augusts Romanverfilmung "Das Geisterhaus" (1993). Für ihre Arbeit im Theater - unter anderem in Andrew Lloyd Webbers Musical "Sunset Boulevard" - gewann sie drei Tony-Awards.

Dass auch für ältere Frauen das Leben weder privat noch beruflich vorbei ist, hat Close mehrfach bewiesen. 2006 heiratete sie in dritter Ehe den Biotech-Unternehmer David Shaw. Aus der Beziehung mit dem Produzenten John Starke hat sie eine erwachsene Tochter.

(apa/red)