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Von "Google Mum" und Mamapedia

Gibt es eine Statement-Kette, die Babyspucke verdeckt? Wird an einem Schnuller-Suchdetektor geforscht? Fragen, die Jung-Mama Verena Sedelmayer hätte.

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Von "Google Mum" und Mamapedia
© iStockphotos

Als Neuling im Club der Mamas stehe ich täglich vor ungeahnten Herausforderungen, fast minütlich stelle ich mir elementare Fragen wie:

  • Wie geht eigentlich die zweite Strophe von „Schlaf Kindlein Schlaf“? Memo an mich: Der Text ist sowieso irrelevant, die Einzige die dabei einzuschlafen droht, bin ohnehin ich .
  • Wird seitens irgendeines bekannten oder unbekannten Geheimdienstes an einem Schnullersuchdetektor gearbeitet und wenn ja, wird dieser noch vor Weihnachten der verzweifelnden Öffentlichkeit präsentiert?
  • Warum gibt es diese kuscheligen Baby-Ganzkörper-Flanell-Schlafanzüge der Marke „Tiefschlafgarantie“ nicht in meiner Größe?
  • Gibt es eine Statement-Kette, die die Spuckeflecken meines Sohnes wirkungsvoll verdeckt? Oder sollte ich die künstlerischen Ambitionen meines Kindes nicht lieber mit stolz geschwellter Stillbrust tragen, als hätte ich soeben ein Original Jackson Pollock-Bild erstanden.

Mein Erstlings-Mama-Fragenkatalog ließe sich unendlich erweitern, habe ich doch zwischen den Stillpausen und Powernaps (nennen wir diesen abstrusen Wach-Schlafkoma-Dämmerzustand mal so) „genügend“ Zeit um über all das nachzudenken, was gerade um mich und mit mir geschieht.

Für ein intensives Studium der klassischen Mama-Ratgeber fehlen mir aktuell allerdings Zeit und Muse. Amazon empfiehlt mir trotzdem ungefragt fast stündlich neue literarische Patentrezepte, die bei akuten Neo-Mama-Irritationen angeblich Abhilfe garantieren. Frei nach dem Motto: Kundinnen die vormals Jojo Moyes gekauft haben, kaufen jetzt „Die Hebammensprechstunde“ und interessieren sich für die Double-Plus-Freestyle-Doppelmilchpumpe.

Selbstverständlich plagen mich aber auch fundamentalere Rätsel der Menschheit, die mir nachts um halb 3 auf die Schnelle niemand beantworten kann: Power-Dad schläft den Schlaf der Gerechten aufopfernden Traumväter. Und meinen Club der verbündeten Mamis wiederum werde ich erst am nächsten Morgen eine Zusammenfassung meiner nächtlichen Grübeleien schicken können, ist jede Schlummerminute doch heilig.

Bleibt also nur einer, der garantiert um diese Uhrzeit wach ist: Das digitale Orakel namens „Google“.

Fast scheint es mir so, als wäre Google vorrangig für unsichere Mütter im late-night-Modus gemacht worden, wirft jede Suchanfrage in der Sekunde doch Millionen Antwortmöglichkeiten aus.

Noch in der Schwangerschaft hatte ich mir geschworen, niemals des nächtens unsicher durch das word wide web zu surfen, wollte ich doch eine stets tiefenentspannte und top-gestylte Mutter sein (auf das Thema Styling oder was davon übrig blieb, komme ich sicher noch einmal zu sprechen).

Tröstend ist nur die Gewissheit: Jede Neo-Mama hat es getan, tut es noch oder wird es noch tun, andernfalls werfe jene Mutter die erste volle Windel, die nicht das ein oder andere Mal hoffnungsvoll ihr Smartphone gezückt hat.

Doch am Ende jeder Suchergebnisauswertung zum Thema Still-, Schlaf- und Schreigewohnheiten blicken meine müden Augen verwirrter denn je auf mein Fragenbündel Glück.

Google muss weltweit eine Vielzahl an irritierten Müttern auf dem Gewissen haben, ist man danach selten schlauer als zuvor.

Deshalb frage ich zukünftig jemanden, der garantiert mehr weiß als Google jemals wissen wird: Meine Mama.

Denn die hat auf jede meiner Fragen immer die richtige Antwort parat und gab mir auch noch den Tipp die zweite Strophe von „Schlaf Kindlein Schlaf“ doch einfach zu googeln

Themen: Eltern, Kinder
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