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GQ-Magazin gegen Homophobie: Promis küssen Promis

Als Protest gegen Schwulenhass und als Zeichen für die Solidarität mit den Opfern von Homophobie und Diskriminierung haben sich Sänger, Schauspieler und Künstler dazu bereiterklärt, gleichgeschlechtliche Kollegen vor der Kamera zu küssen.

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GQ-Magazin gegen Homophobie: Promis küssen Promis

Herbert Grönemeyer küsst August Diehl: "Ich küsse zum ersten Mal in meinem Leben einen Mann." Die beiden nehmen sich Zeit für den Kuss, der nicht Symbol, aber Signal sein soll.

Und auch die beiden Olympiasieger im Beachvolleyball, Jonas Reckermann und Julius Brink, zeigen, wie "Mann" sich küsst. Aber nicht nur Grönemeyer, Brink, Reckermann und Diehl fällt es schwer, auch Moses Pelham erklärt: "Ich sage es ganz ehrlich und ohne jede Ironie, es kostet mich eine Menge Überwindung einen Mann zu küssen."

Aber sie tun es!
13 heterosexuelle Promi-Männer haben sich auf Initiative des GQ-Magazins dazu bereiterklärt, sich aus Solidarität in den Fotostudios des Magazins zu treffen und ein klares Zeichen gegen Homophobie zu setzen.
Der Grund dafür ist ein in den vergangenen Wochen erschienener Videoclip, der sich rasant im Internet verbreitete. Darin wird ein verängstigter Mann von anderen gewalttätigen Männern geschlagen, angezündet und gezwungen, seinen Urin zu trinken. Das Video zeigt die Realität russischer Homosexueller, denn in Russland ist es ein Vergehen schwul zu sein, oder sogar Homosexualität als "normal" zu bezeichnen. Die Täter können tun und lassen was sie wollen, denn die Polizei ergreift keinerlei Maßnahmen gegen solche Straftaten.

Johannes Strate von Revolverheld sagt dazu: "Es ist für uns selbstverständlich, bei dieser Kampagne mitzumachen. Die freie Liebe muss für jeden gewährleistet werden."

In der Realität ist das jedoch nicht immer der Fall. Zwar ist die Homophobie in den modernen westlichen Staaten stark zurückgegangen, bzw. wurde die Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare in vielen Ländern eingeführt, doch parallel dazu scheinen gewisse Staaten diesem positiven Fortschritt entgegen zu treten. So gilt etwa in 38 afrikanischen Staaten die schwule Liebe als Straftat. In Uganda soll sogar die Todesstrafe für Schwule eingeführt werden, ebenso wie in vielen arabischen Ländern Homosexuellen erhängt werden sollen.
Und es gibt eine weitere Radikalisierung: Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Oman und das nächste WM-Land, Katar, wollen Einwanderer und Gastarbeiter auf ihre sexuelle Ausrichtung testen und dementsprechend das beantragte Visum einer Person verweigern. Auch in europäischen Ländern wie Ungarn oder Serbien gehört öffentliche Homophobie leider wieder zum Alltag.
Da muss man sich doch wirklich traurig fragen, in was für einer Zeit wir leben!

Auf der Homepage des GQ-Magazins Deutschland gibt es noch mehr Fotos!

Thema: Liebe