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Gratis-Kondome gegen Teenie-Schwangerschaft

Allein im letzten Jahr wurden in Österreich 295 Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren ungewollt schwanger. Nun sind Gratis-Verhütungsmittel im Gespräch.

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Teenager-Mädchen hält einen Schwangerschaftstest in der Hand
© Corbis

Auch wenn man angesichts solcher Reality-Dokus wie "Teenager werden Mütter" immer meint, es betrifft nur die Anderen – die nackten Zahlen sprechen dagegen. Alleine 2012 wurden in Österreich 295 Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren ungewollt schwanger.

"Ein Drittel der Schwangerschaften sind ungeplant, nur 65 Prozent der Teenager haben beim Geschlechtsverkehr verhütet," so der Reproduktionsmediziner Christian Ergarter, der zusammen mit der "Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung" (ÖGF) auf die Wichtigkeit der Empfängnisverhütung vor allem für Teenager hinweist.

Denn entgegen der Annahme, Schwangerschaften in jungen Jahren seien unproblematisch, liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei Mädchen im Alter von 17 Jahren und darunter sogar bei 50 Prozent. Wenn eine Schwangere 15 Jahre und jünger sei, steige das Risiko für einen plötzlichen Kindstod um das Drei- bis Vierfache. Laut Geburtenregister haben 14,2 Prozent der 13- bis 15-Jährigen eine Frühgeburt, bei 16- bis 17-Jährigen sind es noch 9,6 Prozent, bei 18-Jährigen 8,6 Prozent. Neben den Risiken mangele es bisweilen auch bei der psychosomatischen und psychosozialen Betreuung. Bei über zehn Prozent der 17-Jährigen wird eine Schwangerschaft erst nach der 20. Woche festgestellt.

Zwar sei die Drei-Monats-Hormonspritze bei Frauen sicher – doch die meisten Mädchen, so Ergartner, kommen nach drei Monaten nicht wieder, um sich die nächste Spritze injizieren zu lassen,

Gratis-Verhüterlis für Jugendliche?

Auch Gabriele Heinisch-Hosek, Ministerin für Frauen, ortet Nachholbedarf: "Ich wünsche mir, dass in den Lehrplänen an den Schulen Sexualpädagogik besser verankert ist." Ihrer Ansicht nach würde zu wenig aufgeklärt – die Jugendlichen würden ihr Wissen über Sex zu sehr aus kostenlos im Internet zugänglicher Pornographie beziehen.

Die Politikerin denkt darüber nach, Verhütungsmittel künftig kostenlos zur Verfügung zu stellen. "Ich hätte gerne eine einheitliche Lösung, wenn man kostenlose Kontrazeptiva plant", so die Frauenministerin. Die nächste Legislaturperiode wolle man nutzen.

Thema: Verhütung