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Grausame Praktik nach der Geburt: "Husband Stitch"

Eine Geburt beschreiben viele Menschen als einmaligen Moment in ihrem Leben. Dieser Moment wird jedoch durch den sogenannten "Husband Stitch" nachhaltig zerstört!

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Husband Stitch
© iStockphoto.com

Manchmal erfährt man von Dingen, die hätte man nie für möglich gehalten. Die können doch nur einem wirklich schlechten Film entstammen und nicht der Realität von so vielen Frauen, die das durchleiden mussten: wie den sogenannten "Husband Stitch" - übersetzt der "Ehemann-Stich".

Darunter versteht man die obskure Praxis, dass Frauen nach einer Geburt enger vernäht werden, damit ihre Männer in Zukunft mehr Spaß beim Geschlechtsverkehr hätten.

Mit der einzigen Konsequenz, dass Frauen danach Schmerzen erleiden sowie ihr Sexualleben nicht mehr genießen können und vielleicht nicht einmal wissen, warum, da diese Vorgehensweise meist ohne ihr Einverständnis durchgeführt wird.

Zahlreiche Frauen berichten in Schwangerschaftsforen über diese sexistische Praxis, die einfach nur auf die vermeintlichen Wünsche der Männer fokussiert, die Unversehrtheit oder das Wohlergehen der Frau hingegen regelrecht übergangen werden.

Noch dazu handelt es sich dabei um eine Praxis, die nicht einmal das bewirkt, was sie verspricht: Denn wenn es bei einer Geburt zu einem sogenannten Dammriss kommt - einem Riss im Gewebe zwischen Vagina und After der Gebärenden -, der natürlich vernäht werden muss, dann haben ein paar Extra-Stiche keine Auswirkungen auf das Empfinden des Mannes beim Sex. Schließlich wurde damit nur der Vaginaleingang und nicht die Vagina an sich enger.

Zum Glück ist diese fragwürdige Methode oftmals "nur" ein blöder Witz, der von Ärzten im Kreißsaal gemacht wird, damit die frischgebackene Mutter "danach wieder so gut wie neu im Bett wäre". Aber selbst das sind erniedrigende Aussagen, die vor allem in so einer Situation nun wirklich keinen Platz haben sollten. Dennoch gibt es leider auch einige Fälle, wo Frauen tatsächlich diesen grausamen "Gefallen für ihren Partner" körperlich miterleben und erleiden mussten - in den USA, in Europa, in Deutschland und vielleicht sogar bei uns.