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Hilft eine Grippeimpfung, um Corona-Symptome zu lindern?

Immer wieder kursiert das Gerücht, eine Grippeimpfung schütze auch vor dem Coronavirus – oder würde zumindest einen milden Verlauf garantieren. Stimmt das?

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Hilft eine Grippeimpfung, um Corona-Symptome zu lindern?
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Es ist Mitte Oktober, die Tage werden kälter und die Corona-Infektionszahlen schießen auch in Österreich wieder in die Höhe. Portugal ruft den Katastrophenfall aus, in Paris und vielen Städten Frankreichs wurden nächtliche Ausgangssperren eingeführt, in Israel wird der Lockdown verlängert. Das Land Salzburg ergreift angesichts der stark steigenden CoV-Neuinfektionen ähnliche Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen: Im Bezirk Hallein wird die Gemeinde Kuchl unter Quarantäne gestellt.

Kommt ein "weicher" Lockdown?

Keine schönen Aussichten, zugegebenermaßen. Die Gerüchte um einen zweiten Lockdown im ganzen Land werden also nicht ganz grundlos immer lauter. Derzeit liege der Schwerpunkt aber weiter auf "regionalen Maßnahmen", wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober in einer Pressekonferenz betonte. Allerdings habe man "verschiedene Maßnahmen in der Schublade". Schubladen, die man aber nicht öffnen kann und will, wie es vom Gesundheitsministerium heißt. Der Virologe Franz Allerberger, Chef der Abteilung für öffentliche Gesundheit der staatlichen Gesundheitsagentur AGES , spricht sich ebenfalls gegen einen Lockdown aus, wenngleich er noch im Spätherbst mit 3.000 bis 4.000 Neuinfektionen pro Tag rechne, wie die Heute berichtet.

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Indes werden auch Mythen im Zusammenhang mit dem Coronavirus wieder breiter gestreut. So auch die Information, dass eine Grippeimpfung einen milderen Verlauf bei einer Coronavirus-Infektion begünstige oder gar vor COVID-19 schützen würde. Dieses Gerücht zerstreute jetzt aber ganz offiziell die Weltgesundheitsorganisation WHO .

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Warum eine Grippe-Impfung gerade jetzt trotzdem sinnvoll ist

Auch, wenn die Grippe-Impfung gegen Corona nicht ankommt, sollte gerade heuer *trotzdem* eine Impfung in Betracht gezogen werden. Eine hohe Influenza-Impfquote (bei Risikogruppen) während der Corona-Pandemie ist vor allem deshalb essenziell, damit während der Grippewelle schwere Krankheitsverläufe vermieden werden und so auch Engpässe in Krankenhäusern vermieden werden können.

Überhaupt ist der Schutz vor vermeidbaren Infektionen, die man durch eine Impfung verhindern oder zumindest mildern kann, wichtig: Besonders den Risikogruppen wird grundsätzlich empfohlen, sich gegen Lungeninfektionen durch Grippe, aber auch Pneumokokken und Keuchhusten impfen zu lassen. Zudem kann mit den Impfungen auch einer mehrfachen Belastung vorgebeugt werden, denn eine bereits bestehende Erkrankung lässt die Lunge noch angreifbarer für weitere Erreger werden - zum Beispiel dem Coronavirus. Mehrfachinfektionen fordern das Immunsystem besonders stark und können zu (noch) schwereren Komplikationen führen.

Wir appellieren einmal mehr an die Eigenverantwortung. Wascht euch die Hände und tragt euren Mundschutz wirklich konsequent. Wenn ihr nicht ohnehin von zuhause aus arbeiten könnt, überlegt, die Maske auch im Büro zu tragen - oder zumindest in den öffentlichen Räumen wie der Küche. Und auch, wenn es schwer fällt: Jetzt ist nicht die Zeit für große Geburtstagsfeiern, Taufen und Co. Und auch eure Großeltern sollten noch länger ohne Umarmung auskommen. Alles wird gut. Aber jetzt heißt's wieder z'ammreißen – und zusammenhalten.

Übrigens: In vielen Bundesländern ist die Grippe-Impfung derzeit gratis oder zumindest vergünstigt erhältlich!