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Großbritannien verbietet Verkauf von Torfprodukten

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Großbritannien verbietet Verkauf von Torfprodukten

Großbritannien verbietet Verkauf von Torfprodukten

© APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDLAPA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL

Zum Schutz von Torfmooren in Großbritannien dürfen von 2024 an keine torfhaltigen Blumenerden mehr an Hobbygärtner verkauft werden. Damit sollen die Produkte nicht mehr in Gartencentern und Supermärkten zu erhalten sein, was bisher 70 Prozent der Verkäufe ausmacht. Auch für die Gartenbauindustrie soll ein Verbot eingeführt werden. Dafür steht aber noch kein Datum fest.

Landeigner dürfen weiterhin Torf abbauen, doch geht das Umweltministerium davon aus, dass das Verbot zu einer deutlich niedrigeren Nachfrage führen wird. Torf aus Hochmooren ist häufig ein Bestandteil von Blumenerde, weil er Wasser gut bindet und einen hohen Säuregrad besitzt.

"Moore sind der größte Kohlenstoffspeicher Großbritanniens, aber nur etwa 13 Prozent unserer Moore befinden sich in einem naturnahen Zustand", teilte das Umweltministerium in London mit. Gründe seien unter anderem die Entwässerung für landwirtschaftliche Zwecke sowie Überweidung. "Wenn dieser Abbau stattfindet, wird der im Moor gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid freigesetzt und trägt zum Klimawandel bei", betonte das Ministerium. Moore speichern im Vereinigten Königreich insgesamt etwa 3,2 Milliarden Tonnen Kohlenstoff und damit mehr als Wälder, wie die BBC berichtete.

Umweltschützer hatten schon seit längerem schärfere Maßnahmen zum Schutz gefordert. Die Regierung will bis 2025 als Teil ihrer Netto-Null-Strategie insgesamt 35 000 Hektar Torfmoore wiederherstellen. Die Regelung gilt nur für den größten britischen Landesteil England. Wales wird vermutlich bis Mai 2024 ein ähnliches Verbot einführen. Die schottische Regionalregierung hat einen solchen Schritt zwar angekündigt, aber hat bisher keinen Termin genannt. In Nordirland wurden Vorschläge, den Verkauf von torfhaltiger Erde bis 2025 zu verbieten, zuletzt wieder aufgehoben.