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5 Gründe, wieso eure Karriere euch nicht als Person definiert

Heutzutage definiert sich fast jeder über seinen Job. Aber was ist, wenn der Job nur ein Mittel zum Zweck ist und mit uns als Mensch nichts zu tun hat?

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Frau arbeitet am Computer

Ein Job ist nicht alles!

© istockphotos.com

Solange ich mich erinnern kann, habe ich meinen eigenen Wert immer an meiner akademischen Laufbahn und meiner Karriere gemessen. Ob es wirklich an meinem eigenen Ehrgeiz lag oder an unserer Gesellschaft, die einem schon von klein auf eintrichtert immer auf mehr hinzustreben und Karriere zu machen, weiß ich nicht genau. Aber von klein auf, habe ich auf dieses Ziel hingearbeitet, für mich selbst und damit auch meine Eltern stolz auf mich sind. „Ich Arbeite für...“ oder „Ich bin von Beruf...“ sind Äußerungen, die tagtäglich mehrmals über unsere Lippen rollen, als wären wir der Inbegriff unseres Berufes, als wären wir, das, was wir arbeiten. Natürlich ist es schön, wenn man sich mit seinem Beruf identifiziert, aber nicht jeder Mensch hat diesen Luxus. Wir leben in einer Gesellschaft, die uns sagt, dass wir alles werden können, was wir wollen. In dieser Aussage steckt implizit die Botschaft, dass wir uns mit unserem Beruf identifizieren müssen, damit wir glücklich sind. Wir müssen zu unserem Beruf werden, um pures Glück zu empfinden.

Was passiert mit den Menschen, die ihren Traumberuf gefunden haben, in dem Job aufgehen und plötzlich gekündigt werden? Sie stehen da ohne Identität. Die meisten Menschen verlieren bei solchen Erfahrungen ihr Selbstwertgefühl, sind am Boden zerstört und wissen nun nicht, was sie mir ihrem Leben anfangen sollen. Um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, dass euer Beruf zu eurer Existenz und Identität wird, habe ich euch hier fünf Gründe aufgelistet, weshalb eure Karriere euch nicht als Mensch definiert.

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Ein renommierter Job ist nicht euer einziger Erfolg im Leben
Irgendwann haben wir begonnen Erfolg mit akademischen Titeln und renommierten Jobpositionen gleichzusetzen. Aber Erfolg an sich hat nichts damit zu tun. Im Gegenteil. Erfolg leitet sich von der Fähigkeit ab, die Dinge zu tun, die wir lieben. Ob wir gerne für andere sorgen oder, ob wir uns unserer größten Angst gestellt haben – all das hilft uns innerlich glücklich zu werden und all das zählt zu unserem persönlichen Erfolg. Am Ende des Tages müsst ihr nur mit euch selbst als Person klarkommen. Da ist es egal, ob ihr der Chef von irgendetwas seid oder nicht. Dieser Jobtitel allein macht euch nicht aus.

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Werte und Wertvorstellungen sollten die einzigen Dinge sein, die euch definieren
Warum wollen wir sofort den Namen und den Beruf einer Person wissen, wenn wir sie das erste Mal treffen? Gibt es nicht andere Wege einen Menschen kennenzulernen? Es ist immer gut zu wissen, wofür sie brennen, aber sollten wir nicht lieber direkt danach fragen? Probiert es das nächste Mal aus. Oftmals sind die Antworten das komplette Gegenteil zu dem Beruf der Person.
Die Identität eines Menschen sollte nicht an seinem Beruf ausgemacht werden, sondern an seinen Wünschen, Träumen und Wertvorstellungen. Seine Weltanschauung und sein Charakter sollten im Vordergrund stehen und nicht die Aktivität, mit der er Geld verdient, um seine Existenz zu sichern.

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Die meisten Jobs sind temporär und können sich jederzeit ändern
Auch wenn wir glauben alles unter Kontrolle zu haben, ist das Leben gefüllt mit Unsicherheiten. Genau dann, wenn wir es am wenigsten erwarten, verlieren wir plötzlich unseren Job. Und dann? Was machen wir dann? Wir verlieren den Job und dann verlieren wir auch unsere Identität? Nein! Denn wir können Geld mit einer anderen Tätigkeit verdienen. Ob wir am Ende des Tages sagen können „Sind wir ein guter oder schlechter Mensch?“ hängt ganz allein von uns ab und nicht von unserer Berufsbezeichnung.

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Ein Job ist eine Aktivität und kein Charakterzug
Egal, ob ihr Kassiererinnen oder Grafikerinnen seid, all das sind Aktivitäten, womit ihr euer Geld verdient und nicht Charakterzüge, die euch als Menschen definieren. Wir sind alle auf der Welt aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen und nicht nur, weil wir einen Job haben. Vielleicht sind wir Mütter, Hundebesitzerinnen, Schwestern, beste Freundinnen, Ehefrauen, vielleicht lieben wir es bei Sonnenuntergang auf dem Balkon zu sitzen oder Sonntags einen langen Spaziergang durch den Wald zu machen, vielleicht helfen wir auch jeden Mittwoch in der Obdachlosenküche aus, oder passen auf die Nachbarskinder auf. All das sind Dinge, die uns als Mensch formen.

5


Menschen werden sich nicht wegen eures Jobs an euch erinnern, sondern wegen der Gefühle, die ihr in ihnen weckt
Wie ihr euch anderen Menschen gegenüber verhaltet und wie ihr sie behandelt, definiert euch so viel mehr, als ein Job es je könnte. Wenn andere über euch reden, wird euer Job vielleicht kurz zur Sprache kommen, aber euer Charakter trifft auf weitaus mehr Resonanz, ob positiv oder negativ, könnt nur ihr allein beeinflussen. Sobald wir akzeptieren, dass wir mehr sind als nur unser Job, dann werden wir auch viel glücklicher sein!

Thema: Karriere

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