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Grüner Tourismus

Nachhaltig Reisen geht nicht? Geht doch! Diese Reiseunternehmen versuchen, sich ihrer Verantwortung gegenüber Mensch und Natur zu stellen.

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Grüner Tourismus
© Dieter Gerhards/Chamäleon

Kein Plastiksackerl verwenden, öfter mal zu Fuß gehen und saisonale Produkte im Bio-Markt kaufen: Ganz so schwierig ist es ja eigentlich nicht, nachhaltig zu leben. Wer gerne und viel reist, steht jedoch vor ganz anderen Herausforderungen, die man oft nicht direkt beeinflussen kann: Die Anreise mit Auto oder Flugzeug stellt an sich schon eine große Umweltbelastung dar, Verschmutzung durch Müll und die Ausbeutung der Einheimischen durch viele Tourismusunternehmen haben einen zusätzlichen Negativeffekt auf Natur und Bevölkerung des Urlaubslandes.

Wer den nächsten Urlaub nachhaltig planen will, kann sich an Zertifizierungen orientieren: Ein wichtiges Zertifikat in der Branche ist das "CSR"-Siegel ("Corporate Social Responsibility"). Es bezeichnet die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft und der Natur. Die Erweiterung "CSR Tourism certified" benennt Reiseunternehmen, die anhand von Punkten, wie dem Erhalt natürlicher Öko-Systeme, fairer Entlohnung und Förderung eines interkulturellen Verständnisses, geprüft werden.

Der Wunsch nach Authentizität, weg vom Massentourismus, ist stark – was viele Anbieter erkennen und nutzen. Nicht wenige davon bieten ihren Gästen zusätzlich die Möglichkeit, diverse Projekte zu besuchen und zu unterstützen. Anbieter Chamäleon (exklusiv buchbar über Ruefa) versucht, Komfort und Erlebnisurlaub mit einem starken Bezug zur Region zu kombinieren und arbeitet intensiv mit lokalen Unternehmen zusammen. Eine eigene Stiftung unterstützt dabei verschiedene Einrichtungen, wie die Adarsh Manovikas Schule in Indien, das Kinderheim Malaika in Kenia und den Kinderhort Siyakula créche in Südafrika. Diese Projekte kann man auf den Reisen auch besuchen. Ein ähnliches Konzept verfolgt Geotoura: Der Anbieter ist auf Sizilien und die iberische Halbinsel spezialisiert und ebenfalls CSR zertifiziert. Auch er will die einheimische Bevölkerung miteinbeziehen und die lokale Wirtschaft unterstützen. Geotura setzt sich unter anderem auch für das Tierschutzprojekt Nabu ein. Bei A&E-Reisen achtet man ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit kleineren Hotels, bei der Verpflegung der Gäste wird auf regionale Erzeugnisse gesetzt. Teilweise fließen auch Erlöse der Reisen in Hilfsprojekte, wie in die Amara Foundation in Burma. Odyssee handelt es sich um einen österreichischen Anbieter, der auf das Verständnis zwischen den verschiedenen Kulturen fokussiert und nicht nur ein Reiseanbieter im klassischen Sinne ist, sondern auch private Wohnungen als Unterkünfte vermittelt. Auch Spezialreisen wie Ayurveda-Kuren lassen sich nachhaltig buchen: Aytour führt Reisen nach Sri Lanka, Indien und innerhalb Europas durch und versucht, seine Gäste für das Klimaschutzprojekt Atmosfair zu begeistern, bei welchem durch Spenden UNO-zertifizierte Umweltprojekte in Entwicklungsländern finanziert werden.

Das Portal "Forum anders Reisen" vermittelt einen guten Überblick über Reiseanbieter und ihre Leistungen, auf Fairunterwegs.org gibt’s weitere nützliche Tipps zur Reiseplanung mit Nachhaltigkeitsgedanken.