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"Gut gegen Nordwind" on stage: Alexander Pschill über die Faszination von Emmi & Leo

Eine fehlgeleitete E-Mail führt zu einer netten Plauderei zwischen Leo Leike und Emmi Rothner. Aus den Fremden werden Freunde, aus den Freunden Liebende – doch die Lebenssituation der beiden verhindert immer wieder ein persönliches Treffen, die Erfüllung … „Gut gegen Nordwind“ wurde ein Bestseller, nun adaptierte Daniel Glattauer seinen Briefroman im Internetzeitalter für die Bühne. Wir sprachen mit Hauptdarsteller Alexander Pschill, 38.


"Gut gegen Nordwind" on stage: Alexander Pschill über die Faszination von Emmi & Leo
© WOMAN/Tesarek

“Emmi ist entzückend“

Woman: Tausende Menschen haben sich ein Bild von Leo Leike gemacht. Eine Herausforderung?

Pschill: Herausforderung? Enormer Druck! (Lacht.) „Was, das ist der Leo Leike? Den haben wir uns aber gaaanz anders vorgestellt!“

Woman: Gibt’s Ähnlichkeiten?

Pschill: Er ist viel geduldiger als ich. Ich persönlich hätte die Emmi nach der ersten E-Mail kennen lernen wollen!

Woman: Und könnten mit einer Frau, die Sie nicht kennen, so ein enges Verhältnis aufbauen?

Pschill: Absolut, ich find das wahnsinnig spannend. Diese über hundert Seiten gehende Hinauszögerung! Diese lange Vorfreude, wie bei einem Kind, das vor der Tür sitzt und wartet, dass das Christkind läutet!

Woman: Die beiden haben eine solche Angst, enttäuscht zu sein, wenn sie sich treffen. Im Zeitalter des Internet-Kennenlernens realistisch?

Pschill: Je länger eine anonyme Beziehung dauert, umso spezifischer wird sie. Ein Freund von mir hat sich acht Wochen lang einer Frau per Internet angenähert, die haben sich die intimsten Sachen geschrieben, nächtelang gechattet. Dann haben sie sich getroffen … und danach nie wieder ein Wort gewechselt. Der Funken ist nicht übergesprungen. Ich kann schon verstehen, dass man sich davor fürchtet.

Woman: Ein Frauentyp wie Emmi – so widersprüchlich, emotionell und direkt –, gefällt Ihnen der?

Pschill: Ich find die Emmi entzückend! Wahnsinnig witzig! Vor allem ist sie so eine, die einem keine Ruhe lässt, einen immer auf Trab hält. Die beiden ärgern sich ständig gegenseitig, aber in diesem Schlagabtausch steckt unheimlich viel Zuneigung. Und das reizt mich persönlich auch, ja.

Redaktion: Barbara Poche

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