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Shitstorm gegen Low-Budget-Diät

Gesunde Ernährung ist auch mit kleinem Budget möglich, postuliert Gwyneth Paltrow. Doch was sie mit ihrem Twitter-Aufruf auslöste, damit hätte sie nie gerechnet.

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Shitstorm gegen Low-Budget-Diät

Gwyneth Paltrow: Moralinsaures Hollywood-Geschöpf?

© 2015 Getty Images/Jerome Favre

Vermutlich hat sie es gut gemeint. Sehr wahrscheinlich wollte sie damit beweisen, dass sie kein abgehobenes Hollywood-Püppchen, sondern bodenständig und nah dran an den Bedürfnissen der "einfachen Menschen" sei.

Nur leider ist gut gemeint nicht immer auch gut gelungen. Und so sieht sich Film-Schönheit Gwyneth Paltrow derzeit im Mittelpunkt eines gehörigen Shitstorms.

Denn Paltrow, die sich seit Jahren als moralinsaurer Apostel für eine möglichst kohlenhydratfreie Ernährung positioniert und diese sogar als optimale Diät für Kinder (!) postuliert, wollte beweisen, dass ein gesunder Lebensstil nicht nur mit dem Budget eines Hollywood-Stars möglich ist. Mit einem Selbstversuch, so der Gedanke der ultraschlanken Blondine, könne sie den meist der Unterschicht angehörenden verfettenden Amerikanern eine kalorienarme Ernährung schmackhaft machen.

Schon für nur 29 Dollar (umgerechnet etwa 27 Euro) pro Woche könne man seinen Einkaufswagen mit Salat, Avocados, Bohnen und anderem fett- und kohlenhydratarmen Zeugs befüllen und so eine dreiköpfige Familie ernähren. Dies würde sie mit ihren Kindern Apple (10) und Moses (9) am eigenen Leib beweisen. Paltrow stolz: "Ich werde pro Mahlzeit nur ca. 1,30 Euro ausgeben – und trotzdem alle auf gesunde Weise satt bekommen."

Paltrow: "Abgehobene Hollywood-Fluffi"

Die Ausbeute ihres Einkaufs präsentierte Gwynnie stolz auf Twitter:

Doch der erhoffte Applaus blieb aus. Stattdessen hagelte es Kritik an der 42-Jährigen. Eine Lifestyle-Redakteurin rechnet aus, dass mit den gezeigten Lebensmitteln jeden Abend maximal 1.000 Kalorien auf den Tisch kämen - viel zu wenig für eine erwachsene Frau und zwei Kinder.

1.000 Kalorien pro Mahlzeit – das ist zu wenig, Gwyneth!

"Es wäre weit beeindruckender, wenn die Dame für sich und ihre Kinder um dieses Geld eine ausgewogene und anständige Ernährung servieren würde," so die Reaktion einiger User. Oder: "So ernährt man sich vielleicht bei einer Crash-Diät à la Hollywood. Aber nicht, wenn man einen harten Job hat und eine Familie satt bekommen muss!" – So noch die freundlichsten Reaktionen auf die Paltrow'sche Ernährungs-Philosophie.

Statt als Kämpferin für die Bedürftigen zu punkten, festigte Paltrow ihren Ruf als abgehobener Gesundheitsapostel (hier ein sehr lustiger offener Brief einer Alleinerzieherin an die Mimin). Der "Telegraph " veröffentlichte am Wochenende einen Artikel mit dem Titel "Nein Gwyneth, schwer beschäftigte Mütter können nicht von Salat, Limetten und Bohnen leben".