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H&M: Fairtrade-Siegel für Mode?

Das Image als "verantwortungsloser Billigheimer" soll abgelegt werden: Mode-Retailer H&M will nur mehr faire Mode herstellen, sagt Chef Karl-Johann Persson.

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H&M: Fairtrade-Siegel für Mode?

H&M strebt weltweit gültiges Fairtrade-Siegel an

© 2013 Getty Images

Erst vor kurzem starben mehr als 1000 Menschen bei einem Brand in einer unzureichend gesicherten Textilfabrik in Bangladesch. Kein Einzelfall: Nur jede zehnte Textilfabrik in dem bettelarmen Land, in dem der Goßteil der in europäischen Billigketten verkauften Mode genäht wird, ist sicher. Zwei von 66 im Rahmen einer Studie der Universität von Dhaka geprüften Gebäuden sind sogar akut einsturzgefährdet. Auch in Textilfabriken in Indien oder Kambodscha herrschen enorme Sicherheitsrisken für die Arbeiter.

Nun wagt Karl-Johann Persson, Chef der schwedischen Textilkette H&M einen ersten Vorstoß (der hoffentlich kein reines Lippenbekenntnis ist). In einem Gespräch mit dem deutschen Handelsblatt fordert er ein Gütezeichen für fair produzierte Mode. "Mir schwebt ein weltweit gültiges Siegel für die Branche vor, ähnlich wie das Fair-Trade-Siegel beim Kaffee", sagt Persson. Nur wer sich an definierte Standards bei Löhnen, Umwelt und sozialen Aspekten halte, der solle das Siegel an seine Kleidungsstücke hängen dürfen. Dann könnten die Kunden entscheiden, wo und was sie kaufen. Der Konzernchef betonte weiters in einem Interview mit dem Spiegel , dass Wachstum und Profitstreben keinen Widerspruch darstelle.

Persson bezog sich dabei auf das soeben abgeschlossene Brandschutzabkommen in Bangladesch, die Wiederverwertung gebrauchter Kleidung, die Kunden in die Läden zurückbringen können, sowie auf das Ziel, bis 2015 CO2-Neutral zu produzieren. Es ärgere ihn, dass H&M oft als "verantwortungsloser Billigheimer" dargestellt werde: "Ich würde sofort einen H&M-Aufschlag zahlen und hätte gern ein faires Lohnsystem für die gesamte Branche."

Der Mode-Retailer versuche schon seit Jahren, die Bedingungen in den Textilfabriken in Bangladesch zu verbessern, sagte Persson. Tatsächlich würden die Fabriksarbeiter aber nur zu 10 Prozent für H&M arbeiten – die restlichen 90% ihrer Zeit für andere Modeketten aus Europa. Zahlte H&M mehr, um bessere Löhne zu ermöglichen, sei dies in der Praxis schwer zu handhaben, so Persson.

Fair Trade bei H&M: Hoffentlich kein reines Lippenbekenntnis...
Thema: Design

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