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Haar-Mythen im Check

Schadet jeden Tag Spliss vom Glätteisen? Wir verraten, was wirklich stimmt und was nur ein altes Märchen ist.


Haar-Mythen im Check
© Corbis

Sind 100 Bürstenstriche täglich wirklich so gut für die Mähne?
Ja! Besonders bei langen Haaren sind 100 Bürstenstriche pro Tag empfehlenswert. Häufiges Bürsten regt nämlich die Durchblutung der Kopfhaut und die Talgproduktion an. Das glättet die Schuppenschicht und lässt Haare glänzen . Richtiges Kämmen will aber gelernt sein: Haare zuerst immer kopfüber von hinten nach vorne kämmen. Danach von der Seite und von vorne nach hinten bürsten. Tipp: Eine hochwertige Bürste mit Naturborsten verwenden, Plastik-Spitzen können die Haarstruktur schädigen.

Kann man von Haarkuren fettiges Haar bekommen?
Jein. Es kommt darauf an, ob man die richtige Haarkur verwendet. So benötigt z. B. blondiertes Haar im Gegensatz zu dunkler getöntem eine intensivere Pflege. Für aufgehelltes oder sehr strapaziertes Haar sollte man also eine reichhaltige Kur mit Ölen wählen. Bei trockenem Haar reicht dagegen eine Feuchtigkeitsmaske. Für jede Kur gilt jedoch: Die Pflege nicht auf die Kopfhaut, sondern nur in Längen und Spitzen des Haares einmassieren. Nach der Einwirkzeit mindestens drei Minuten lang ausspülen.

Verliert man im Winter wirklich mehr Haare als im Sommer?
Nein! Wir beobachten eher, dass Menschen im Frühjahr und Herbst vermehrt Haare verlieren. Dieser Haarausfall ist aber nicht so schlimm, wie er sich anhört. Generell verlieren Frauen wie Männer zwischen 100 und 150 Haare pro Tag. Zu den besagten Jahreszeiten kann es auch mal etwas mehr werden, es wachsen aber genauso viele wieder nach. Wer ganzjährig starken Ausfall bemerkt, sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Da könnte eine hormonelle Störung die Ursache sein.

Entstehen Schuppen im Haar wegen mangelnder Hygiene?
Nein! Das ist nur im Extremfall so: Werden Haare und Kopfhaut über mehrere Wochen nicht gewaschen, kann sich die Kopfhaut entzünden, und Schuppen entstehen. Da dies aber kaum der Fall ist, liegt es meist an der sehr trockenen Kopfhaut, an Stress , Heizungsluft, Hormonstörungen oder unzureichender Pflege nach Farbbehandlungen. Wer Schuppen hat, sollte eine milde, pH-neutrale Anti-Schuppen-Pflege wählen und zusätzlich für eine Therapie Dermatologen oder Friseur konsultieren.

Sollte man das Shampoo wirklich öfters wechseln?
Jein. Wenn man mit dem verwendeten Shampoo zufrieden ist, muss man es nicht wechseln. Merkt man aber, dass die gewünschte Wirkung nachlässt, sollte man ruhig ein neues Shampoo ausprobieren. Für spezielle Effekte muss man auch zu dafür gedachten Produkten greifen: Bei supervoluminösen Looks ist beispielsweise vorher eine Wäsche mit einem Volumen-Shampoo gefragt. Es pusht die Haarwurzeln nach oben und gibt mehr Fülle - das würde ein normales Shampoo nicht schaffen.

Darf Nasses Haar durchgekämmt werden?
Ja! Nasses Haar ist zwar viel empfindlicher als trockenes, darf aber trotzdem gekämmt werden. Das Problem dabei: Nasses Haar ist sehr dehnbar und kann leichter reißen. Um das zu vermeiden, sollte die Mähne am besten in drei breite Strähnen abgetrennt werden. Dann jede Strähne von den Spitzen beginnend kämmen. So Schritt für Schritt nach oben arbeiten - das löst etwaige Knötchen im Haar ganz einfach. Skelettbürsten oder grobzinkige Kämme sind ideal dafür.

Entsteht Spliss hauptsächlich durch Hitzestyling?
Jein. Stylinggeräte wie Glätteisen sind, solange vorher Hitzeschutz im Haar verteilt wurde, unschädlich. Spliss entsteht eher bei sehr trockenem Haar und dadurch, dass die Nährstoffe nicht richtig bis an die Spitzen gelangen. Daher sieht man Spliss meist bei langen Mähnen. Dem Haar müssen stets von außen, durch Kuren und Sprays, wichtige Pflegesubstanzen zugeführt werden! Außerdem sorgt ein regelmäßiger Spitzenschnitt, etwa alle vier bis sechs Wochen, dafür, dass Spliss gar nicht erst entsteht.

Werden Locken mit dem Alter weniger stark?
Ja. Durch den Alterungsprozess werden Haare generell etwas dünner - wodurch sie automatisch an Sprungkraft und Volumen verlieren. Zudem sorgt das langsame Absinken des Östrogenspiegels dafür, dass sich die Haarqualität von Frauen ab dem 40. Lebensjahr deutlich verändert. So sieht es aus, als hätte man weniger Locken. Es gibt aber viele, sehr gute Pflegeprodukte, die mit Keratin die Struktur stärken. Außerdem sorgen darin enthaltene Pflegepolymere für tolles Volumen. Bei feinem Haar kann man natürlich auch mit einer sechs bis acht Wochen anhaltenden Volumenwelle schummeln!.

Wachsen Haare nach einem Schnitt schneller oder kräftiger nach?
Nein. Das hat einen einfachen Grund: Wie das Haar aussieht und wie es wächst, ist hauptsächlich genetisch bedingt. Das kann durch einen Schnitt nicht verändert werden, auch wenn ein Haarschnitt optisch etwas verändert. Frisch geschnitten sieht das Haar tatsächlich fülliger aus als schon älteres, strapaziertes Haar. Wer seine Mähne kräftigen möchte, achtet besser auf die Ernährung. Viel Obst und Gemüse, außerdem Proteine wie Eier, Fisch und mageres Fleisch sind ideal, um die Haarstruktur zu kräftigen und Haarausfall vorzubeugen.

Thema: Haare