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Kann man Haare auch falsch waschen? Ja, und zwar so:

Haarewaschen ist doch ganz einfach: Wasser, Shampoo, vielleicht noch Spülung und fertig! Oder etwa nicht? Was für uns vielleicht ganz einfach klingen mag, bedarf in Wahrheit doch schon ein wenig Know-how, da es bei der Haarwäsche tatsächlich mehr zu beachten gibt als man denkt. Denn manchmal sind es gar nicht die falschen Produkte, sondern einfach die falsche Herangehensweise, die unsere Haare schlaff und glanzlos erscheinen oder schnell nachfetten lässt.

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Kann man Haare auch falsch waschen? Ja, und zwar so:
© iStock

Wie oft sollte man die Haare eigentlich waschen?

"Idealerweise sollten die Haare nur einmal pro Woche gewaschen werden. Allerdings hängt die Häufigkeit des Waschens stark von der jeweiligen Haarstruktur ab. Trockene Haare müssen seltener gewaschen werden als jene, die dazu neigen schnell fettig zu werden. Generell sollte man seine Haare nicht zu oft waschen, da sonst der natürliche Schutzmantel der Haare angegriffen wird. Bei häufiger Anwendung unbedingt zu sanften und milden Shampoos greifen.“, so Haar-Profi Eniss Agrebi von den WIENER FRISEUREN.

Richtig Haarewaschen - Schritt für Schritt

Schritt 1: Haare vor dem Waschen bürsten

Zu allererst ist es wichtig die Haare sorgfältig zu bürsten um Knoten zu entwirren, lose Haare und Produktrückstände zu entfernen und Haarbruch vorzubeugen.
Profi-Tipp: Nie die Haare kämmen, da hier die Gefahr besteht Haare auszureißen. Am besten eine Paddle Brush (Flachbürste) verwenden.

Schritt 2: Die richtige Temperatur

Lauwarmes Wasser eignet sich optimal zum Haare waschen. Der Irrglaube heißes Wasser löst Schmutz und Fette besser, ist leider falsch. Eigentlich bewirkt es sogar das Gegenteil: es trocknet nicht nur die Kopfhaut aus, sondern entzieht unserem Haar auch Feuchtigkeit und die Kopfhaut fettet aufgrund der vermehrten Talgproduktion schneller nach.

Schritt 3: Das richtige Shampoo wählen

Je nach Haartyp: Ob trocken, fettig oder schuppig, werden entsprechende Nährstoffe benötigt. Bei der Wahl des Shampoos ist daher auf wertvolle und nährende Inhaltsstoffe zu achten. Denn Shampoo ist nicht gleich Shampoo.

Feines Haar: Das Shampoo sollte nicht zu reichhaltig sein, da zu viele Pflegestoffe die Haare beschweren können. Optimal: Volumenshampoos

Trockenes und strapaziertes Haar: Das Haar braucht viel Feuchtigkeit, vor allem reichhaltige Öle oder Shea-Butter nähren kaputtes Haar von Grund auf.

Fettiges Haar: Optimal ist ein Shampoo mit Zusatzstoffen, die der Kopfhaut helfen, sich zu regenerieren und wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Empfindliche Kopfhaut: Hier empfiehlt es sich, milde Tensid-Kombinationen zu verwenden.

Die richtige Reihenfolge und was es zu beachten gibt

  1. Haare nass machen
  2. Shampoonieren
  3. Auswaschen
  4. Pflege
  5. Finales Ausspülen
  6. Trocknen

Richtiges SHAMPOONIEREN

Eine haselnussgroße Portion Shampoo auf der Kopfhaut verteilen und aufschäumen.

Für mehr Schaum: Kein weiteres Shampoo zufügen, sondern lediglich etwas Wasser hinzugeben und mit kreisenden Bewegungen erneut aufschäumen.

Wichtig: Shampoo niemals in die Längen und Spitzen einarbeiten. Durch das Ausspülen verteilt sich und reinigt das Shampoo die restlichen Haare von selbst.

Bei Bedarf den Vorgang wiederholen

Wie weiß ich, ob das Shampoo ausgewaschen ist?

Quietschtest machen: Natürlichen quietschen unsere Haare nicht vor Freude, sobald das Shampoo ausgewaschen wird – beim sogenannten Quietschtest werden die Haare durch die Finger gezogen und wenn das Haar dabei quietscht, ist es sauber.

Richtige PFLEGE

Da Haare im nassen Zustand sehr empfindlich sind und leicht abbrechen, ist es besonders wichtig ihnen nach jeder Wäsche ausreichend Pflege zuzuführen. So werden nicht nur Knoten verhindert, zusätzlich werden die Haare versiegelt und sehen seidiger aus.

Conditioner oder Maske?

Conditioner schließen die Haarstruktur und sollten bei jeder Haarwäsche benutzt werden, Masken haben eine tiefere Wirkung und können je nach Bedarf verwendet werden - beispielsweise aalle zwei Wochen, statt einem Conditioner. Hier gilt auch wieder: gründlich auswaschen, um einen fettigen Ansatz zu vermeiden.

NOT TO DO: Conditioner oder Pflege nicht direkt auf die Kopfhaut auftragen. Dies führt unmittelbar zu einem fettigen Haaransatz.

Richtiges FINALES AUSSPÜLEN

Was bei jeder Haarwäsche gemacht werden sollte: die Haare am Schluss kurz mit kaltem Wasser ausspülen, da kaltes Wasser die Schuppenschicht schließt und dem Haar so mehr Glanz verleiht. Wie das? Da Licht nur auf geschlossenen Schuppenschichten bricht, wird es reflektiert und führt daher zu glänzenden Haaren. Ist diese Schuppenschicht jedoch offen, wird das Licht absorbiert und das Haar wirkt matt.

Richtiges TROCKNEN

Bitte auf keinen Fall mit einem Handtuch wild drauf los rubbeln! Die Haarstruktur wird so geschädigt, aufgeraut und Knoten bilden sich.
Besser: die Haare einfach mit einem weichen Handtuch trocken tupfen. Danach vorsichtig mit einer Bürste ausbürsten (nicht kämmen!). Hier gilt: Immer zuerst bei den Spitzen beginnen und dann schrittweise nach oben bürsten. So wird Haarbruch vermieden und Knoten werden sanft gelöst.

Beim anschließenden Föhnen sollte darauf geachtet werden, dass der Föhn ausreichend Abstand zum Haar hat, um ein Überhitzen zu vermeiden.

Thema: Haare