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(Halb-)Marathon-Tagebuch Teil 8: WOMAN-Redakteur Jörg Bertram hat es geschafft!

Er kämpft (fast) allein unter Frauen – und am Sonntag, den 17. Oktober 2010 besiegte er auch noch gegen den inneren Schweinehund: Jörg Bertram, Mitglied der WOMAN-Chefredaktion, war beim TUI-Hablbmarathon auf Mallorca dabei. Auf woman.at berichtete er jede Woche, wie es ihm mit den Vorbereitungen zu seinem ersten Laufwettbewerb erging. Hier kommt sein Abschlussbericht.


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Ja, ich hab es geschafft (für alle, die es nicht glauben wollen. schauen Sie sich das Bild an – so fertig sieht man nur nach 21,0975 Kilometern aus!). Und wäre ich in der Gruppe der beinamputierten Senioren gestartet, dann hätte meine Zeit auch sicher für eine Platzierung im guten Mittelfeld gereicht... Aber dabei sein ist ja schließlich alles.

Oder vielleicht doch nicht, weil es furchtbar wurmt und nie gekannten, fast schon streberhaften Ehrgeiz weckt, wenn andere, doppelt so alte Teilnehmer einen in doppelter Geschwindigkeit überholen. Nun gut, eigentlich wollte ich aber erzählen, wie mein Halbmarathon ablief (und das im wahrsten Sinne des Wortes).

Kilometer 1-5: Schon erstaunlich, da kauft man sich sündteuere High-Tech-Laufsocken, die angeblich mehr können, als manch mittelmässiger Computer und kaum hat man den Start hinter sich gelassen, haben die Dinger nichts besser zu tun, als sich zu kleinen, hundsgemeinen Knötchen zusammenzuballen. Das tut weh und führt zu der Erkenntnis, dass es keine gute Idee ist mit neuen Socken zu laufen.

Kilometer 5-10: Entweder sind die Zehen schon abgefallen oder mein Körper hat einfach keine Lust auf Schmerzen und Rumjammern. Auf jeden Fall fängt das Laufen plötzlich an Spass zu machen, was sicher auch an den Anfeuerungsrufen der Zuschauer liegt und an der Samba-Band am Straßenrand und außerdem an der zuckersüssen Energydrink-Plörrre, die es am ersten Verpflegungsstand gab.

Kilomter 10-15: Zwischenstand an der 10km-Messstelle: 1:08h. Das ist viiiiel zu langsam, dafür fühle ich mich aber immer noch topfit und null angestrengt. Der Hafen liegt jetzt hinter uns und es geht in die Altstadt von Palma. Ich erhöhe das Tempo, genieße es über rote Ampeln laufen und der Stadt am beim Aufwachen zuschauen zu können.

Kilomter 15-20: Mein Tempo war zu schnell – viel zu schnell. Aber jetzt aufgeben kommt nicht mehr in Frage. Also, laufe ich langsamer, versuche mir das Seitenstechen weg und die restlichen Kilometer schön zu reden. Inzwischen sind wir mitten im Altstadtgassengewirr angekommen, das eigentlich viel zu schön ist, um durchlaufen zu werden. Bummeln wär hier so viel netter...

Kilomter 20-21,0975: Zum Schluss geht es wieder runter ans Meer und über eine mehrspurige Schnellstraße zurück in Richtung Kathedrale. Der Zieleinlauf mit blauem Teppich, Profi-Zeitmessgerät, Fotografen und jubelnden Massen auf den Tribünen (sind das eigentlich alles Angehörige oder wurden die vom Veranstalter bezahlt?) macht jeden Teilnehmer zum Star. Und dann gibt es die Medaille – und ein alkoholfreies Bier, das, ich schwöre, noch nie so gut geschmeckt hat.

Nächstes Jahr will ich wieder mit dabei sein. Dann aber beim ganzen Marathon – oder einfach nur schneller. Oder, am besten beides.

Wer 2011 mitlaufen will: Termin ist der 11. Oktober. Infos auf www.tui-marathon.com

Redaktion: Jörg Bertram