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Immer erreichbar – schon mit 10 Jahren?

Ab welchem Alter sollte ein Kind ein eigenes Mobiltelefon erhalten? Was für ein Kinder-Handy spricht – und welche Funktionen es für die Kleinen haben sollte.


Immer erreichbar – schon mit 10 Jahren?
© Thinkstock

Es gibt genügend Kontroversen darüber, ob und wann Kinder ein eigenes Mobiltelefon haben sollten. In den 90er war es noch eine Seltenheit, dass ein Kind oder Jugendlicher ein eigenes mobiles Telefon besaß. Aber die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen nennt etwa zweidrittel der Zehnjährigen ein Handy ihr Eigen. Dabei geht es den Kindern weniger um das Telefonieren, als vielmehr um die Faszination des technischen Geräts. Für viele ist es ein wunderbares Spielzeug, mit dem sie allerhand Lustiges anstellen können. Fotos, Musik, Spiele und das Internet machen das Mobiltelefon zum beliebten Unterhaltungsmedium von Kindern und Jugendlichen. Doch wann ist ein Handy wirklich sinnvoll für ein Kind? Welche Funktionen sollte es besitzen und welche sollte davon ein Kind nutzen können?

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Was für ein Handy spricht: Ganz eindeutig ist für die meisten Eltern das Entscheidungskriterium Nr. 1 die Erreichbarkeit ihres Kindes. Für Mütter und Väter bedeutet das Handy mehr Sicherheit, denn sie können ihre Kinder jederzeit anrufen. Vor rund 15 Jahren war die Sorge noch groß, wenn der Bus Verspätung hatte und der Sprössling nicht rechtzeitig daheim gewesen ist. Heutzutage können Eltern ihre Sorgen dank der Mobiltelefone loslassen. Dieses „Loslassen“ bedeutet für Kinder natürlich ein Mehr an Freiheit, denn sie werden mit dem Telefon eher allein losgeschickt als ohne. Dennoch bleiben sie durch das Handy der Kontrolle ihrer Eltern weiterhin ausgesetzt. Darüber hinaus lernen sie schnell Selbstständigkeit. Neben der Erreichbarkeit bedeutet ein Handy für ein Kind auch, mit seinen Freunden kommunizieren zu können. Besitzen die Klassenkameraden mobile Telefone, kann das Kind sogar zum Außenseiter werden. Vor allem wenn die anderen sich via SMS austauschen und mit Fotos und Spielen gemeinsame Erfahrungen sammeln.

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Was gegen ein Handy spricht: Während in den Anfängen der mobilen Kommunikation das Telefonieren noch im Vordergrund stand, wird ein Handy inzwischen für wesentlich mehr genutzt. Doch gerade diese neuen Funktionen machen die Entscheidung, seinem Kind ein Mobiltelefon zu geben, umso schwerer. MMS, Videospiele, das Internet und der Download von Daten sind teuer und u. U. gefährlich.
Wissenschaftler fürchten zudem, dass die Benutzung eines mobilen Telefons negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. Daher empfehlen sie Anrufe, bei denen das Handy direkt am Ohr gehalten wird, so kurz wie möglich zu halten, um einer womöglich negativen Strahlung nicht dauerhaft ausgesetzt zu sein. Das ist natürlich umso wichtiger beim Umgang von Kindern mit Mobiltelefonen. Schon allein aus diesem Grund solltest du deinen Sprösslingen nur sehr kurze Anrufe gestatten und auch deine eigenen Telefonate mit deinem Kind so knapp wie möglich halten. Für Kinder ist das Handy ein Spielzeug, daher machen sie sich über Kosten und Gefahren keinerlei Gedanken. Daher sollten Eltern immer gewisse Regeln aufstellen, wenn sie ihrem Kind ein Handy überantworten. Um hohen Telefonkosten und bösen Überraschungen zu entgehen, wenn die Rechnung im Briefkasten liegt, solltest du einen Handytarif für Kinder und Jugendliche abschließen. Spezielle Jugendtarife mit Freiminuten und Frei-SMS machen die Kosten überschaubar und sind zudem flexibel an die Bedürfnisse anzupassen.

Ein Handy gehört einfach dazu

Trotz der Pros und Contras bleibt es schlussendlich nicht aus, dass du deinem Kind irgendwann ein Handy anschaffen wirst. Wir leben im Computerzeitalter und da ein Smartphone ein kleiner Computer ist, gehört es inzwischen irgendwie zum Lernprozess dazu, ein solches technisches Gerät zu benutzen. Denk' nur daran, wie schwer es vor allem der älteren Generation fällt, ein mobiles Telefon zu bedienen. Es muss ja nicht gleich das teure Smartphone sein, schließlich gibt es spezielle Handys für Kinder. Diese zeichnen sich durch einfache Bedienung aus. Ähnlich wie bei Mobiltelefonen für Senioren kann über Kurzwahltasten im Notfall schnell Mama oder Papa angerufen werden. Weitere Funktionen sind nicht möglich, denn diese Handys sind primär zum Telefonieren und SMS Senden konzipiert. Ist ihr Kind älter, empfiehlt sich, ihm ein Smartphone von dir zu geben, das du nicht mehr benutzt. Erkläre ihm genau die Bedienung und den verantwortungsvollen Umgang mit dem Handy. Pass' insbesondere auch den Tarif an. Denn in Zukunft wird dein Kind nicht mehr nur immer erreichbar, sondern vor allem immer online sein.

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