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Hanno Settele: „Ich hab’ noch nie gewählt!“

Er am Steuer, die Parteichefs am Beifahrersitz: Seine ORF-„Wahlfahrten“ waren ein Publikumsmagnet. WOMAN machte mit dem Kultchauffeur eine Fahrt ins Grüne und plauderte über Eitelkeiten, Liebesbeweise und was ihn zu einem guten Vater macht.

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Hanno Settele vor Auto
© ROLAND FERRIGATO

Festhalten!”, warnt Hanno Settele, 49, bevor er das Gaspedal richtig durchtritt. Uns presst es auf der Rückbank in die dunkelroten Ledersitze. Von null auf 120km/h beschleunigt der ORF-Moderator mit dem cremefarbenen Plymouth Barracuda in wenigen Sekunden. Österreichweit gibt es nur zwei Stück des edlen Ami-Schlittens aus den 70ern. Einer davon gehört ZiB-Innenpolitik-Redakteur Thomas Langpaul – ein langjähriger Freund Setteles. Gemeinsam entdeckten sie das renovierungsbedürftige Sammlerstück in Niederösterreich. Und während Langpaul den Wagen vier Jahre lang auf Vordermann brachte (Settele: „Tom ist mit jeder Schraube in diesem Auto per du.“), importierte der ehemalige US- Korrespondent – er lebte mit seiner Ehefrau Sabine und den beiden Söhnen Luis, 12, und Henry, 6, zehn Jahre lang in Washington – für seinen Freund die nötigen Schrauben und Kolben. Dafür kann er sich den „Schlitten“ auch jederzeit ausborgen. Und wir durften mitfahren.

Nach dem ORF-Vorwahlknüller „Wahlfahrt“, bei dem er die sechs Spitzenkandidaten aller Parlamentsparteien in einem alten Mercedes quer durch Österreich chauffierte, wollten wir mit dem gebürtigen Vorarlberger eine Ausfahrt unternehmen. Zehn Minuten lang tourten wir mit Settele quer durch das niederösterreichische Leobendorf. Doch ein Gespräch im Auto war kaum möglich.

Nicht nur, dass wir damit beschäftigt waren, uns in den Sitzen zu halten, heulte auch der Motor laut auf. Und Settele sang im „Geschwindigkeitsrausch“ den Depeche Mode-Klassiker: „Your own, personal, Jesus ...“ Nach Gesangseinlage und Spritztour nahmen wir zum Interview dann doch lieber gemütlich auf einer Parkbank Platz.

WOMAN: Von Faymann bis Stronach: Mit welchem der sechs Parteichefs würden Sie auch privat gern im Auto fahren?
Settele: Frank Stronach – mit ihm wäre der Unterhaltungswert am größten. Unabhängig davon, wie man seine Aussagen bewertet, aber von ihm bekommt man die ehrlichsten Antworten.

WOMAN: Wie zum Beispiel seine Befürwortung der Todesstrafe, die er im Gespräch mit Ihnen verkündete. Froh darüber gewesen, einen guten Sager im Kasten zu haben?
Settele: Ich habe zehn Jahre lang in Amerika gelebt, da haut es mich nicht aus den Socken, wenn jemand für die Todesstrafe ist. Doch wenn das ein Mann sagt, der in Österreich Politiker sein will, ist das natürlich sehr bemerkenswert. Trotzdem hätte ich mit ihm nicht darüber diskutieren wollen, ich bin nicht Stronachs Gouvernante. Und ich bin strikt gegen die Todesstrafe.

WOMAN: Apropos Ehrlichkeit: Welcher Politiker konnte Sie denn überzeugen? Wem geben Sie bei den Wahlen Ihre Stimme?
Settele: ...

Das gesamte Interview findest du in der aktuellen WOMAN-Ausgabe 20/13.