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Harald Glööckler: Kokain-Verdacht

Böser Verdacht gegen Pompöös-Designer Harald Glööckler: Er soll Kokain konsumiert und sogar damit gehandelt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

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Designer Harald Glööckler bei der Präsentation seiner Plus Size-Kollektion für Ulla Popken – jetzt steht er unter Kokain-Verdacht

Harald Glööckler: Der Designer steht nun im Visier der Staatsanwaltschaft

© 2013 Getty Images

In Kürze beginnt die Berlin Fashion Week – purer Stress für die präsentierenden Designer. Nicht nur die Schau selbst, sondern auch der anschließende Party-Marathon in der deutschen Hauptstadt gehen an die Substanz.

"Wasser und viel Schlaf" – das sei sein persönliches Fit-Geheimnis während der Fashion Week, meinte Harald Glööckler, schriller Star einer TV-Reality-Doku auf Vox und dank seiner über den Homeshopping-Kanal QVC vertriebenen Plus-Size-Kollektionen mehrfacher Millionär, erst neulich in einem Interview.

Wasser und viel Schlaf – offenbar nicht die einzige Methode, auf die Glööckler als Muntermacher vertraut. Das zumindest berichtet die deutsche Bild-Zeitung. Denn bereits seit Mai ermittle die Staatsanwaltschaft gegen den schrägen Designer. Der Verdacht: Kokain-Besitz und -Handel !

Angeblich, so das deutsche Boulevardblatt, habe sich ein Augenzeuge bei den Ermittlern gemeldet und Harald Glööckler beschuldigt. Glööcklers Lebensgefährte Dieter Schroth erklärte gegenüber der Bild , die "Vorwürfe seien an den Haaren herbeigezogen."

Und auch Harald Glööckler hat sich mittlerweile in einer Pressemitteilung geäußert: "Das ist glatter Rufmord! Ich hatte nie etwas mit Kokain zu tun! Ich distanziere mich von derartigen Äußerungen aufs Schärfste. Irgendjemand möchte mich fertigmachen. Ein Wettbewerber oder Neider, der es nicht ertragen kann, wenn jemand so großen Erfolg hat, wie ich." Er werde sich die Beschuldigungen nicht gefallen lassen. Seine Anwälte hätten bereits rechtliche Schritte eingeleitet.

Designer Harald Glööckler bei der Präsentation seiner Plus Size-Kollektion für Ulla Popken – jetzt steht er unter Kokain-Verdacht
Harald Glööckler: Machte sich mit seinem exaltierten Auftreten offenbar nicht nur Freunde...

Harald Glööckler: Leben in Pomp & Gloria

Es ist ein dunkler Fleck auf der sonst bislang mit wießen Pailletten besetzten Weste des schrägen Designers, der vor 47 Jahren im wenig pompöösen schwäbischen Provinzdorf Maulbronn-Zaisersweiher geboren wurde und auszog, um die Welt ein wenig glitzernder zu gestalten.

Die Erfolgsstory des Harald Glööckler verläuft nicht geradlinieg: die Eltern sind Gastwirte. Die Mutter stirbt bei einem Treppensturz, als Harald 13 Jahre alt ist. Offiziell als Unfall geführt, gibt der Junge seinem Vater die Schuld – und spricht ab diesem Zeitpunkt kein Wort mehr mit ihm.

Glööckler arbeitet zunächst als Verkäufer in einem Modegeschäft und schneidert ab und an Abendkleider für Freundinnen. Zusammen mit seinem Lebensgefährten, dem Herrenausstatter Dieter Schroth eröffnet er in Stuttgart einen Laden ("Jeans Garden"). 1990 wird daraus das Glööcklerische Modelabel "Pompöös": glitzernd, kitschig, erfolgreich.

Heute umfasst das Repertoire neben Haute Couture- und Prêt-à-Porter-Mode auch Schmuck, Wäsche, Homewear, Schuhe und Düfte, die unter anderem über den Homeshoppingkanal "QVC" vertrieben werden. Glööckler: "Ich fand nie etwas peinlich daran, ein Kleid für 79 Euro zu entwerfen und es über Teleshopping zu verkaufen. Das ist zu diesem Preis in einer guten Qualität viel schwieriger, als ein Kleid für 10.000 Euro zu designen. Ich möchte, dass alle Menschen meine Mode tragen können."

Dazu kommt eine geniale Vermarktungsstrategie im Lizenzgeschäft. Ob New York, London oder Tokyo: die Produkte von Harald Glööckler sind derzeit in über 80 Ländern erhältlich. Der Bub aus der schwäbischen Alp ist mittlerweile mehrfacher Millionär.

Ein Grund des Erfolges liegt in der gewieften Eigenvermarktung des 47-jährigen, der mit seinem langjährigen Lebenspartner Schroth in einem zweistöckigen Luxus-Apartment in Berlin-Mitte lebt. Sein exaltiertes Auftreten und sein schönheitschirurgisch bearbeitetes Gesicht, meinte Glööckler einmal in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau , seien Teil der Strategie: "Es geht nicht unbedingt darum, schön zu sein. Schön ist die kleine Schwester von doof. Man muss jemand sein, über den die Menschen reden können. Dass ich es auf die Spitze getrieben habe wie viele andere Dinge auch, ist mir schon klar..."