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Liebe Doc Martens, warum liebt ihr uns nicht?

Wir lieben unsere Docs ja. Sie verleihen jedem Outfit das gewisse Etwas. Aber beruht diese Liebe auf Gegenseitigkeit? Eine Liebesgeschichte erzählt in Gifs.

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Mädchen in weißem Kleid mit Dr Martens Boots

Diese Hassliebe zu Doc Martens

© instagram.com/drmartensofficial
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Der Moment, als wir dem Postboten die Tür öffneten und er uns unsere Doc Martens überreichte, wie einer Mutter ihr frisch geschlüpftes Baby. Wir konnten es kaum erwarten sie zu tragen, unsere Outfits mit diesem einzigartigen Schuh aufzupeppen, uns unbesiegbar zu fühlen. Unsere Liebe für diese Schuhe in die Welt hinauszuposaunen.

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Jede Beziehung beginnt holprig. Man kennt sich noch nicht gut, tastet sich erst heran, beschnuppert sich. Es ist wie Fahrradfahren nach einer mehrjährigen Pause. Alles ist steif und neu, gleichzeitig aber so vertraut, wie nie zuvor. Manchmal ist es komisch und es hängt eine peinliche Stille in der Luft. Und andere Male kennt man sich in und auswendig, beendet gegenseitig die Sätze voneinander, weiß, was der andere gerade denkt.

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Sobald die rosarote Anfangsphase einer jeden Beziehung, sich wie Rauch auf unsere Kleidung, absetzt, und wir nun das wahre stinkige Gesicht des Anderen erkennen, versuchen wir es zu leugnen. Wir wollen die Beziehung retten. Wollen alles geben was wir können, auch wenn es bedeutet vor Schmerzen kaum noch aufrecht gehen zu können. Wir ziehen das durch. Wir geben nicht so schnell auf. Warum versucht der andere es nicht? Bleibt stur auf seiner Meinung sitzen, will einfach nicht nachgeben.

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Vielleicht machen wir uns jetzt uncool oder unbeliebt, weil wir die Regel brechen und es zugeben, dass Doc Martens cool aussehen, aber ein Horror von Schuh ist. Aber uns ist das egal, denn wir leiden! Wir fühlen uns wie damals im Ballettunterricht, wenn uns die Schuhe langsam zu eng wurden und wir diesen Moment neue Schuhe kaufen zu müssen lange hinauszögerten, weil zu enge Spitzenschuhe noch wesentlich angenehmer waren, als neue, stahlharte und unbenutzte. Wir sind keine 13 Jahre alt mehr. Unsere Füße sind alt. Sie haben uns durch unsere Ballettphase und Teeniejahre getragen, als wir uns einbildeten, jeden Tag hohe Schuhe tragen zu müssen. Wir können unseren armen Füßen solche Schmerzen nicht mehr antun. Genauso wenig wie unserem Herzen erneut eine gescheiterte Beziehung. Erneuter Herzschmerz. Wie viele Narben haben wir bereits im Herzen und an den Füßen? Wie oft können sie noch aufreißen, bevor wir endgültig verbluten?

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Wenn wir unsere neuen Docs tragen, haben wir bei jedem Schritt das Gefühl, dass unsere Füße langsam aber sicher absterben. Sie sind unnötige Gliedmaßen, die abfallen, weil ihnen das Blut abgeschnürt wird. Wir wissen, dass wir es doch nur noch ein bisschen weiter versuchen müssten, dem ganzen noch eine Chance geben. Denn wenn die Schuhe wie die Beziehung, erst einmal eingelaufen sind, wenn man sich so gut kennt, dass die Sohle sich an unsere Füße anschmiegt, wie der kleine an den großen Löffelchen, dann wissen wir, dass es all den Schmerz und Leid Wert war.

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Wir können nicht mehr. Wir lieben sie so viel, sie uns aber nicht. Wir geben alles, und sie nehmen es sich, ohne einen Gedanken an uns zu verschwenden. Wir hätten doch gerne eine gegenseitige, erfüllende Liebe, aber alles, was wir bekommen, sind steife Antworten, wie steifes Leder. Wir können eine Beziehung nicht mehr erzwingen, wenn beide das Seil in entgegengesetzte Richtungen ziehen. Wir müssen uns selbst retten, solange wir noch können, solange noch genug Blut in uns fließt, dass wir heil und nicht ganz so verkrüppelt aus dieser Hassliebe kommen.

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Nach einer Trennung macht man dieselben Phasen durch, wie nach einem Trauerfall. Wir wollen die Realität nicht anerkennen, tief in uns sind wir in Schockstarre, können die Situation noch nicht begreifen. Wenn dann die Wahrheit langsam durchzusickern scheint, brechen wir bei jeder kleinsten Erinnerung an die Verflossenen zusammen. Emotional geladen stolpern wir in die nächste Phase. Wir suchen aktiv nach einer Abschiedsmöglichkeit. Durch ein langes Gespräch mit dem Partner oder indem wir unsere Doc Martens ein letztes Mal ausführen. Da erkennen wir auch, wieso sich unsere Wege trennen mussten, warum wir einfach nicht füreinander bestimmt waren. Langsam können wir loslassen und uns neu orientieren.

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Nun sind wir ein Single Pringle und ready to mingle! Wir sind auf dem Weg der Besserung und können unsere Aufmerksamkeit endlich anderen schönen Schuhen schenken.

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Und irgendwann erkennen wir, dass wir alleine sowieso besser dran sind!

Thema: Schuhe

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