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Warum man Haushaltshilfe & Babysitter anmelden sollte

Ihr habt einen Babysitter oder eine Haushaltshilfe? Rechtsanwältin Carmen Thornton erklärt, warum die Schwarzarbeit richtig teuer werden kann...

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Warum man Haushaltshilfe & Babysitter anmelden sollte
© iStockphoto

Berufstätige Eltern sind mit job und Familie mehr als ausgelastet. Wenn man den Kindern nach der Arbeit noch bei den Hausaufgaben helfen muss und dann auch noch selbst die Hausarbeit erledigen muss, bleibt kaum noch Zeit für den Partner oder sich selbst. Da kommt es schon sehr gelegen, wenn man jemanden hat, der einen ein wenig im Haushalt unterstützt und ab und zu auch mal auf die Kinder aufpasst, wenn man Zeit mit dem Partner verbringen möchte.

Was passieren kann, wenn man Haushaltshilfe oder Babysitter nicht anmeldet

Allerdings denkt kaum jemand ernsthaft daran, seine Haushaltshilfe oder den Babysitter auch tatsächlich anzumelden. Abgesehen von den mühsamen Behördenwegen und dem lästigen Papierkram müsste man dann nämlich auch noch Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Und auch unserer Perle im Haushalt ist es natürlich lieber, wenn sie das Geld bar auf die Hand bekommt und nichts an das Finanzamt abführen muss. Ein Vorteil für beide Seiten also?

Anwältin Carmen Thornton (thornton-law.at) berät für WOMAN in Rechtsfragen

Nicht unbedingt, denn wenn die Haushaltshilfe oder der Babysitter einmal stürzt und sich das Bein bricht, kann das richtig teuer werden. Die Behandlungskosten werden zwar grundsätzlich von der Unfallversicherung übernommen. Wenn man seine Haushaltshilfe nicht angemeldet hat, kann man aber auch selbst ganz schön zur Kasse gebeten werden und sich jede Menge Ärger mit den Behörden einhandeln. Abgesehen von Nachforderungen der Gebietskrankenkasse drohen bei Schwarzarbeit empfindliche Geldstrafen.

Wie man gelegentliche Arbeiten in privaten Haushalten mit Dienstleistungsschecks bezahlt

Leider wissen nur die Wenigsten, dass man solche Probleme relativ leicht vermeiden kann. Es gibt nämlich die Möglichkeit, gelegentliche Arbeiten in privaten Haushalten wie zB Putzen, Gartenarbeit oder Kinderbetreuung mit sogenannten Dienstleistungsschecks zu bezahlen. Voraussetzung ist nur, dass die Geringfügigkeitsgrenze von derzeit € 583,15 pro Monat nicht überschritten wird.

Die Anmeldung und die Bezahlung sind von zu Hause aus möglich. Man muss nur ein Formular ausfüllen und an die Gebietskrankenkasse schicken. Danach kann man die Dienstleistungsschecks entweder in Trafiken oder Postämtern kaufen oder bequem im Internet bestellen. Die Haushaltshilfe kann die Dienstleistungsschecks dann entweder bei der Gebietskrankenkasse oder im Internet einlösen und sich den Betrag aufs Konto überweisen lassen.

Für nur 20 Cent wird die Beschäftigung legal – und unfallversichert!

Für einen Dienstleistungsscheck über zehn Euro bezahlt man 10,20 Euro. Für nur 20 Cent hat man seine Haushaltsperle also unfallversichert und legal beschäftigt und ist daher bei Unfällen abgesichert. Außerdem hat die Haushaltshilfe die Möglichkeit, freiwillig zu einem günstigen Tarif (ca. 60 Euro monatlich) eine Kranken- und Pensionsversicherung abzuschließen und ist damit sozial abgesichert. Bei der Kinderbetreuung hat die Bezahlung mit Dienstleistungsschecks auch noch den Vorteil, dass diese Kosten unter Umständen steuerlich absetzbar sind.

Über die Autorin: Mag. Carmen Thornton ist selbständige Rechtsanwältin in Wien. Ihre Kanzlei Thornton-Law ist spezialisiert auf Scheidungen, Obsorge und Unterhaltsverfahren. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Themen: Home, Eltern

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