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Wenn die Haut rebelliert ...

Die kalte Jahreszeit stellt für jede Haut eine Herausforderung dar. Menschen mit Hautkrankheiten leiden jedoch besonders. Denn Neurodermitis, Psoriasis und Couperose haben jetzt Hochsaison.

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Wenn die Haut rebelliert ...
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Der Winter meint es nicht gut mit unserer Haut: Drinnen ist die Heizungsluft trocken und sauerstoffarm, draußen setzen uns Kälte und Wind gehörig zu. Denn bei niedrigen Temperaturen stellen die fettspendenden Talgdrüsen ihre Arbeit ein, Wind und Wetter trocknen die Haut zusätzlich aus. Die Folge: Der schützende Fettfilm geht zurück und macht unsere Oberfläche angreifbar. Ein weiteres Problem: Bei Kälte drosselt der Körper die Durchblutung der Haut, da er seinen lebensspendenden Saft zum Wärmen der inneren Organe braucht. Deshalb erhält sie weniger Sauerstoff und Nährstoffe, wird blass, rau und beginnt zu jucken.

Besondere Hautleiden. Das ist für jeden Einzelnen eine Herausforderung, für Menschen, die unter Problemhaut leiden, ist die kalte Jahreszeit aber besonders strapaziös. Denn unter diesen Bedingungen haben Neurodermitis und Psoriasis (im Volksmund Schuppenflechte) Hochsaison. Auch die Couperose, die man an roten Äderchen im Gesicht erkennt, tritt vermehrt auf, wie Dermatologe Dr. Gerhard Leitinger weiß. Letztere ist ein rein optisches Problem, die anderen beiden sind entzündliche Hauterkrankungen und bilden rote, schuppende Stellen und Ekzeme. Neurodermitis setzt sich besonders gern in Armbeugen und Kniekehlen fest, Psoriasis sorgt für unwillkommene Schuppen an Kopf und Körper. Zwar sind beide Krankheiten nicht ansteckend und an sich harmlos. Die Betroffenen haben aber mit Juckreiz und teils nässenden Stellen zu kämpfen. Ein weiteres Dilemma: Kratzt man zu viel, wird die Haut verletzt, beim Verheilen können sich Narben bilden. Krankheitsauslöser ist ein Mix aus mehreren Faktoren: eine genetische Veranlagung gepaart mit Umwelteinflüssen und dem persönlichen Lebensstil. Leider gibt es keine gänzliche Heilung, mit der richtigen Behandlung bekommt man die Beschwerden im Normalfall aber gut in den Griff.

Eincremen. An erster Stelle steht die regelmäßige Pflege. Das gilt natürlich auch für gesunde Haut. Bei Beschwerden solltest du aber auf speziell dafür geeignete Produkte aus der Apotheke zurückzugreifen, wie Dr. Leitinger betont. Denn diese sind frei von Allergenen und enthalten Wirkstoffe, die besonders beruhigend und juckreizlindernd sind. Großmutters Hausmittelchen sind hingegen mit Vorsicht zu genießen: Ist die Haut bereits gereizt, können diese unerwünschte Allergien auslösen.

Stressfreie Zone. Neben äußeren Faktoren kann auch der Gemütszustand ein Auslöser sein. Psychische Belastung macht nicht nur den Geist, sondern auch die Haut nervös. Stress und Ärger können vor allem bei Neurodermitikern vermehrte Ekzembildung auslösen. Genügend Schlaf, regelmäßiger Sport, Yoga und Entspannungsübungen sorgen für Ausgleich.

Waschwut. Auch die Körperpflege kann das Problem verschlimmern. Nein, wir raten Ihnen jetzt nicht, auf das Duschen zu verzichten. Doch zu häufiges Waschen zerstört die natürliche Fettschicht unserer Haut. Sie verliert dadurch an Feuchtigkeit, der Juckreiz wird stärker. Deshalb gilt: einmal am Tag kurz und nicht zu heiß duschen, wenig Seife verwenden, im Anschluss rückfettende Bodylotion auftragen. Aufpassen beim Abtrocknen: Abrubbeln reizt die Haut zusätzlich, tupfen Sie sich lieber ab. Mit Hallenbad- oder Thermenbesuchen sollte man es nicht übertreiben.

Essgelüste. Auch die Ernährung beeinflusst die Haut - wie sehr ist allerdings umstritten. Dr. Leitinger empfiehlt diesbezüglich gesunde, vitaminreiche Mischkost. Fest steht: In großen Mengen können Alkohol, Koffein, Nikotin, Fett und scharfe Speisen Beschwerden triggern oder verschlimmern. Und Neurodermitiker neigen häufig zu Allergien, die wiederum Hautreaktionen hervorrufen. Hier gilt es, beim Essen aufmerksam zu sein und sich bei Auffälligkeiten testen zu lassen.