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HCG-Stoffwechselkur: Wie gefährlich ist die Trend-Diät?

Im Internet wird sie als neue Schlankkur gehypt: Die hCG-Diät oder Stoffwechselkur. Doch wie riskant ist die Hormon-Therapie tatsächlich? Der Check.

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HCG-Stoffwechselkur: Wie gefährlich ist die Trend-Diät?
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Die Kilos sollen weg, egal wie. Hauptsache schnell, Hauptsache, es klappt. Jojo-Effekt, Mangelernährung – alles scheint egal, wenn die Mittel den Zweck heiligen. Anders lässt es sich nicht erklären, warum sonderbare und teilweise sogar gesundheitsgefährdende Diätkonzepte plötzlich zum Hype erklärt und von Menschen sklavisch befolgt werden.

Eine dieser im Internet zur neuen Wunder-Diät erklärten Ideen ist die hCG-Stoffwechselkur. Als „Das geheime Wissen der Reichen, Schönen und Prominenten“ wird die hCG-Diät gerne angepriesen.

Der Clou bei der bereits 1954 vom britischen Arzt Dr. Albert Simeons angewendeten Kur ist der Einsatz des Schwangerschaftshormons hCG, das als Spritze, Tropfen oder homöopathisch verabreicht wird.

Was ist hCG - und warum greift es die Fettzellen an?

hCG ist die Abkürzung für humanes Choriongonadoptrin. Das ist ein Hormon, das Frauen während der Schwangerschaft produzieren, um das heranwachsende Baby optimal mit Nährstoffen versorgen zu können. Sobald die Nährstoffversorgung nicht ausreicht, sorgt hCG dafür, dass die Fettzellen angegriffen werden.

Dr. Simeons Idee: Das Hormon, das ursprünglich für die Versorgung des Embryos sorgt, löst die Fettreserven aus dem Körper und baut sie besonders effektiv ab – auch an Stellen, bei denen sich sonst nichts tut.

In der ursprünglichen Form wird das Hormon injiziert, heute werden die Spritzen gegen Globuli eingetauscht.

Wie verläuft die hCG-Stoffwechselkur?

Die hCG-Diät teilt sich in zwei Phasen: Die Diätphase, die 21 Tage dauert – und die Stabilisierungsphase. Sie dauert genau so lang und soll dazu dienen, das Gewicht zu halten.

Zunächst geht es recht gemütlich los. An den ersten beiden "Ladetagen" soll extrem gevöllert werden. Bis zu 4.000 Kalorien darf man in Form von Kuchen, Fast Food oder fettigen Speisen zu sich nehmen. Dazu startet man mit der Einnahme der hcG Globuli.

In den folgenden Tagen der Diätphase wird die Hormongabe mit einer extremen Magerkost (500 kcal am Tag!) ohne Fett, Zucker, Milch, Kohlenhydrate und Alkohol kombiniert. Erlaubt ist einzig mageres Fleisch, Fisch, Tofu und Gemüse sowie die Obstsorten Grapefruit, Orangen, Erdbeeren und grüne Äpfel.

Hast du nach 21 Tagen dein "Wunschgewicht" erreicht, darfst du mit der Stabilisierungsphase beginnen. Ab sofort sind 1.000 bis 1.200 Kalorien erlaubt. Zucker und Kohlenhydrate sind weiter tabu.

Wie viel kostet die hCG-Diät?

Knapp 200 Euro kosten die verschiedenen Vitalstoffe für den ersten Monat, da sind die Globuli mit rund 20 Euro noch vergleichsweise günstig. In den weiteren Monaten muss man mit etwa 65 Euro rechnen.

Was bringt die hCG-Stoffwechselkur?

Das Internet ist voll mit Erfolgsberichten. Denn: Bei 500 kcal täglich gehört diese Kur zu den Fastenkuren. Abnehmen tut man damit.

Doch ob das Hormon dabei hilft, ist nicht erwiesen. Es gibt keine seriöse Studie zu dem Konzept. Und auch keine Erhebungen, ob das bei Kinderwunsch eingesetzte Medikament schädliche Nebenwirkungen haben kann. Außerdem droht bei dieser Kur Mangelernährung, die durch teure Nahrungsergänzung kompensiert werden soll.

Unser Fazit: Extrem umstrittenes, potenziell gefährliches Konzept, von dem man trotz aller Erfolgsberichte im Internet die Finger lassen sollte.

Thema: Diät