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Heinisch-Hosek gegen Magermodels

Seit 1. Jänner dürfen Models einen gewissen BMI nicht mehr unterschreiten, um in Israel arbeiten zu dürfen. Gabriele Heinisch-Hosek will eine ähliche Regelung für Österreich.


Heinisch-Hosek gegen Magermodels
© ANDREAS SOLARO/AFP/Getty Images

Wenn es nach Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek geht, dann wäre eine Regelung nach israelischem Vorbild schon gestern eingeführt worden: Dort dürfen Models nämlich einen BMI von 18,5 nicht mehr unterschreiten. Auch die Kennzeichnung von digital nachbearbeiteten Bildern ist in Israel mittlerweile verpflichtend.

Eine Zukunft ohne Magermodels

Israel hat mit der Regelung einen recht radikalen Schritt in Richtung Modezukunft ohne Magermodels getätigt. Denn um einen BMI von 18,5 zu erreichen, werden viele Models ordentlich zulegen müssen. Angesichts des Magerwahns der Modewelt ist eine derart strenge Regelung aber wohl kaum verwerflich. Und auch die Kennzeichnung von digital nachbearbeiteten Kampagnen dürfe dazu führen, dass die Wahrnehmung von Schönheit normalisiert wird. Die Fähigkeit, die Realität von absurden Körpermaßen zu unterscheiden, fehlt nämlich vielen, die die Werbekampagnen neidisch beäugeln.

Keine Magermodels in Österreich

Die israelische Regelung ist ein gewagter Vorstoß: In unzähligen Ländern wird derzeit über das BMI-Gesetz diskutiert. Sieht man von den Stimmen aus der Werbebranche ab, sind die Gegner der Regelung spärlich gesät. Auch bezüglich der digitalen Bildbearbeitung spricht Heinisch-Hosek klare Worte. Gegenüber der APA betont Hosel: " In Österreich sind wir seit längerem dabei, ein Bildbearbeitungsgesetz voranzutreiben. Dieses Gesetz umzusetzen, bleibt ein ganz großes Ziel und ist auf meiner Agenda als Frauenministerin ganz oben."

Gesetze gegen Magerwahn - sinnvoll oder sinnlos?

Dass man Essstörungen nicht mit Gesetzen heilen kann, das dürfte wohl jedem klar sein. Die Top-Down Variante der Problemlösung hat nicht immer den gewünschten Effekt, in diesem Fall könnte sie jedoch in zweierlei Hinsicht sinnvoll sein: Einerseits wird die gesellschaftliche Wahrnehmung gezielt verändert - denn Magermodels sind dann nicht mehr der Standard, sondern sogar per Gesetz verboten. Und nicht nur für die gesellschaftliche Wahrnehmung, sondern auch innerhalb der Branche selbst müsste die Aufmerksamkeit gegenüber gefährlichem Untergewicht erhöht werden.

Den BMI als Maß zu nehmen, ist jedoch schwierig: Denn gibt es Models - gerade sehr junge - die ohne magern unter der 18,5 Grenze liegen. Bis es aber kein geeigneteres Maß für Untergewicht gibt, bleibt der BMI wohl die einzige Möglichkeit, das Gewicht von Models gesetzlich zu regulieren. Dass mit Untergewicht nicht zu scherzen ist, unterstreichen viele tragische Geschichten der Modelwelt. Auch das Model der Nolita-Kampagne gegen Magersuch (im Bild) Isabelle Caro verstarb 2010 an den Folgen ihrer Essstörung.

Therese Kaiser

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