Ressort
Du befindest dich hier:

Heißes Yoga: Der Guru der Stars Bikram Choudhury im exklusiven Interview

Hundertausende schwitzen täglich im Hotroom von Birkram Choudhry, auch Stars wie Julia Roberts und Demi Moore. WOMAN gab der Guru ein exklusives Interview.


Heißes Yoga: Der Guru der Stars Bikram Choudhury im exklusiven Interview
© Marlies Plank

Bikram-Yoga liegt im Trend. Mittlerweile ist der auch in Österreich voll angekommen, und die Fangemeinde des Schwitzyogas wird täglich größer. Ein heller Raum mit vielen Spiegeln, an der Decke mehrere Heizstrahler und jede Menge Yogis, die bei 38 Grad glücklich ihre Matten volltropfen: So kann man sich ein Bikram-Studio vorstellen. 90 Minuten lang werden hier 24 Positionen (Asanas) und zwei Atemübungen in einer fixen Abfolge praktiziert, jede Asana wird zweimal wiederholt. Auf elf Asanas im Stehen folgen dreizehn Stellungen am Boden, jeweils unterbrochen von einem kurzen Savasana, der Totenstellung, bei der die Wirkung des Yoga in den Körper übergehen soll. Was schon beim Lesen anstrengend klingt, ist es auch in der Realität. Trotzdem ist Bikram-Yoga oder auch Hot-Yoga, wie es gerne genannt wird, eines der erfolgreichsten Konzepte weltweit. Stars wie Julia Roberts, Demi Moore, Ashton Kutcher, Jessica Simpson, George Clooney oder Madonna bezeugen am roten Teppisch mit ihrer Figur die Wirkung immer wieder.

Bei seinem ersten Wien-Aufenthalt gab er WOMAN ein exklusives Interview. Provokant, leicht schulmeisterlich, in bildhafter Sprache und oft mit einem inneren Schmunzeln verbreitet Bikram Choudhury seine Lehren.

Woman: Bikram-Yoga, das ist eine fixe Abfolge von 26 Positionen aus dem Hatha-Yoga bei 38 Grad, immer nach dem gleichen System. Was ist das besondere daran?

Bikram: Es gibt Tausende Asanas; sie alle zu erlernen und zu praktizieren würde ein ganzes Leben dauern. Ich habe eine Art "Instant-Yoga" entickelt. Diese 26 Positionen bearbeiten den ganzen Körper, von innen nach außen, vom Kopf bis zu den Füßen. Jedes Organ wird aktiviert und jede einzelne Zelle bearbeitet. Aber am wichtigsten ist die genaue Abfolge. Sie ist wie eine Melodie ür den Körper. Sie ist eine Vorbeugung gegen Krankheiten und unterstützt die Heilung von Beschwerden. Yoga hält uns jung und gesund. Ich unterrichte diese Serie seit rund 40 Jahren und habe schon vielen Menschen geholfen. Das ist der beste Beweis dafür, wie gut das System hilft.

Woman: Der Unterricht findet bei 38 bis 40 Grad Raumtemperatur statt. Warum ist die Hitze so wichtig?

Bikram: Was macht ein Schmied, wenn er aus einem Löffel ein Messer formen will? Er steckt das Metall ins Feuer und erhitzt es. Die meisten Menschen, die zu mir kommen, haben einen steifen Körper, wie Alteisen vom Schrottplatz. Also heize ich den Körper auf und bearbeite ihn, bis er sich im 360-Grad-Winkel verbiegen kann. Durch die Hitze kann ich viel tiefer hineingehen, die Dehnung wird leichter, und die Verletzungsgefahr ist geringer. Bei den meisten Sportarten, Laufen oder Tennis zum Beispiel, gibt es kein Stretching. Das brauchen wir aber, um in die tieferen Schichten des Körpers zu kommen. Indien ist ein sehr heißes Land, Stretching ist dort einfach. In den USA und Europa können die Menschen das nicht, also habe ich mit Hitze zu arbeiten begonnen.

Woman: Yoga ist auch Meditation, oft werden im Anschluss Mantras gesungen (krurze, formelhafte Wortfolgen in Sanskrit, die mehrmals wiederholt werden; Anmerkung). Bei Bikram-Yoga fehlt das. Es geht um die Herausforderung, das Überschreiten der eigenen Grenzen. Ist das nicht ein sehr westlicher Zugang?

Bikram: Gegenfrage: Was ist Meditation? Warum ist es gut für uns, zu meditieren? Es bedeutet, den Geist zu kontrollieren, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Nehmen Sie zwei Schüler: Einer hat immer Bestnoten, der andere schafft es gerade durch die Schule. Bedeutet das, der eine ist intelligent und der andere dumm? Nein! Der gute Schüler kann sich konzentrieren, der andere nicht. Meditation ist das Geheimnis seines Erfolgs.

LESEN Sie mehr zu Bikram-Yoga sowie das gesamte Interview in WOMAN 18/2010!

Redaktion: Pia Kruckenhauser