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Himmlische Helene

Helene Fischer: Sie gilt als die schönste Frau im Schlagerbiz und stürmt mit Schnulzen die Hitparade. Doch wie tickt die smarte Sängerin privat? Mit uns sprach die 29-Jährige darüber, warum sie nie einen Plan B hat, was sie an anderen Frauen erotisch findet und warum Männer sie prinzipiell kalt lassen …

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Himmlische Helene
© 2013 Universal Music Germany

Wer ein Interview mit der sechsfachen Echo-Gewinnerin Helene Fischer haben möchte, muss beharrlich und geduldig sein! Als wir Anfang des Jahres die 29-Jährige über ihre Pressestelle zu einem Gespräch gebeten haben, hieß es: „Wir haben Ihre Anfrage weitergeleitet. Das wird aber alles noch ein wenig dauern …“ 20 Mails, mindestens ebenso viele Anrufe und knapp sieben Monate später war es dann soweit und wir erhielten das Okay für eine Audienz bei der illustren Schlagerqueen, der zur Zeit erfolgreichsten deutschsprachigen Sängerin (mehr als fünf Millionen verkaufte Tonträger!). Die Auflagen dafür waren streng: beim Interview darf kein Fotograf anwesend sein. Fragen zu ihrem Privatleben rund um Dauerliebe und Volksmusik-Moderator Florian Silbereisen, 32, mit dem sie seit fünf Jahren liiert ist, sind strikt untersagt. Und das Gespräch darf keinesfalls länger als 15 Minuten dauern. Na, da wird uns aber eine ordentliche Portion Attitüde erwarten! Könnte man zumindest meinen, immerhin gelang es der gebürtigen Russin mit ihrem aktuellen Album „Farbenspiel“ einen Jahrtausendrekord aufzustellen: Die CD erlangte nur drei Tage nach dem Erscheinen bereits Gold-Status. Dass eine Erfolgsgeschichte wie ihre meist viel Disziplin und einiges an Ehrgeiz erfordert, ist wenig überraschend. Und tatsächlich ist Helene Fischer, die privat übrigens am liebsten zu Kings of Leon abshakt, durch und durch Voll-Profi: Ihre Haltung ist das ganze Gespräch über kerzengerade, die Worte sind bewusst gewählt. Sie ist bestens vorbereitet, obwohl sie Interviews nicht sonderlich mag, wie sie uns verrät. Dennoch lernen wir eine gut gelaunte, bodenständige und so gar nicht komplizierte Helene Fischer kennen …

WOMAN: Ihre aktuelle Single nennt sich „Fehlerfrei“. Der Text handelt davon, dass niemand perfekt ist. Hand aufs Herz: Womit nerven Sie Ihre Mitmenschen?

Fischer: Ich bin sehr penibel in allem, was ich tue. Fast schon perfektionistisch. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, bin ich auch sehr stur, weil ich’s einfach als richtig empfinde und mir mein Bauchgefühl sagt, dass ich das so machen muss. Ansonsten ist es aber ein gutes Miteinander mit mir (lacht). Ich hab’ zwar meine Visionen, die ich durchsetzen will, gleichzeitig treffe ich nie Entscheidungen ganz alleine. Ich finde es wichtig, sich von der Meinung anderer inspirieren zu lassen.

WOMAN: Stichwort Entscheidungen: Sind Sie ein rationaler Typ oder hören Sie lieber auf Ihr Bauchgefühl?

Fischer: Ich wünschte, mein Bauchgefühl würde dominieren! Manchmal schaltet sich der Kopf ein, will alles kontrollieren. Dann führe ich Zwiegespräche mit mir selbst. Ich bin auf alle Fälle dabei, noch viel mehr auf mein Gefühl zu hören!

WOMAN: Sie verdrehen den Männern ja reihenweise den Kopf …

Fischer: (unterbricht) Das ist mir egal! Ich muss ja nicht mehr suchen. Ich hab’ einen tollen Partner. Ich find’ es ganz lustig, wenn Fußballvereine mit Fanshirts zu meinen Konzerten kommen. Mehr aber auch nicht.

WOMAN: Mit welchem Kompliment kann man Ihnen schmeicheln?

Fischer: Meist sind es die, die ich von anderen Frauen bekomme. Vor ein paar Wochen traf ich Anja Kling (Anm.: deutsche Filmschauspielerin) bei „Wetten, dass …“. Sie hat mich zur Seite genommen, um mir zu sagen, dass sie mich toll findet. Das geht mir unter die Haut, macht mich aber auch verlegen …

WOMAN: Sind Sie gut darin, Lob anzunehmen?

Fischer: Wenn es ein kurzes ist, komm’ ich damit klar. Wenn jemand aber eine Lobeshymne auf mich hält und so gar nicht mehr zu bremsen ist, würde ich am liebsten rückwärts wieder den Raum verlassen. Dann werde ich rot und kann nur schwer damit umgehen. Das ist mir fast peinlich!

WOMAN: Sie sehen gut aus und haben eine Top-Figur. Passiert es ihnen manchmal, dass andere Frauen neidische Blicke zuwerfen?

Fischer: Die meisten gehen locker mit mir um und nehmen mich als Kumpel wahr. Die wenigsten haben Berührungsängste. Es kommt oft vor, dass sie mich sofort in den Arm nehmen. Da frage ich dann: Mann, warum habe ich so eine Wirkung, dass man mich immer drückt? Aber ich genieße es!

WOMAN: Was finden Sie an sich selbst am schönsten?

Fischer: (lacht verlegen) Mir macht es wahnsinnig viel Spaß, in Sachen Make-up mit meinem Gesicht zu experimentieren. Vor allem meine Augen setze ich dabei gerne in Szene. Sie verraten viel über einen Menschen. Mit meinen Augen bin ich absolut zufrieden!

WOMAN: Und wann fühlen Sie sich sexy?

Fischer: Das kann ich an keiner bestimmten Situation festmachen. Und ich denke, dass man es auch über kein Outfit erzwingen kann. Was ich bei einer Frau aber sehr erotisch finde: Wenn sie einen versteckten Sex-Appeal in sich trägt, das man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht wahrnimmt. Wenn sie eine gewisse Aura umgibt …

WOMAN: Auf einer Skala von ein bis zehn: Wie eitel sind Sie?

Fischer: Ich bin sehr eitel! Ich achte auf mein Äußeres und darauf, dass ich gepflegt bin. Privat muss ich mich nicht schminken, sondern gönne meiner Haut auch mal eine Ruhephase. Also würde ich sagen: eine gesunde sieben!

WOMAN: Wovor haben Sie Angst?

Fischer: Vor nichts! Allein das Wort „Angst“ fühlt sich einengend an und ist voller negativer Energie. Das lass’ ich gar nicht zu! Wie könnte ich auch Angst haben, nach so vielen Jahren, wo ich vom Glück gesegnet wurde?

WOMAN: Dass die Glückssträhne irgendwann vorbei sein könnte, fürchten Sie also auch nicht?

Fischer: Natürlich mache ich mir darüber Gedanken, nur nicht zu viele. Für den Notfall gibt’s mit Sicherheit einen Plan B. Den überlege ich mir, wenn es soweit ist.

WOMAN: Glauben Sie an Schicksal?

Fischer: Ganz fest sogar! Daran, dass für jeden der Weg schon irgendwie vorgeschrieben wurde. Egal, wen man trifft, warum man zu einem bestimmten Zeitpunkt wo auch immer ist – all das hat seinen Grund. Auf dieses Gefühl verlasse ich mich, nehme alles an, was auf mich zukommt und genieße das Jetzt und Hier …