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Herzensbilder - Weil irgendwann nur das Foto bleibt

Als Kerstin Birkelands Sohn starb, gab es kein schönes Abschiedsfoto. Mit ihrem Projekt "Herzenskinder" ermöglicht sie dieses letzte wertvolle Bild nun anderen Familien - mit völlig kostenfreien Fotoshootings.

von

Herzensbilder - Fotografen für Familien mit kranken Kindern

Berührende Erinnerungsbilder sind unendlich wichtig, wenn der Kampf nicht gewonnen werden kann...

© Thinkstock Images. Pic by iStock.

Wenn das eigene Kind schwerkrank oder behindert ist und es viel zu früh Abschied nehmen muss, dann sind Bilder (neben der Erinnerungen) das einzige was der trauernden Familie bleibt. Weil wunderschöne Familienbilder doch so gut tun können mitten im Lebenssturm. Sie schenken Mut, Kraft und Hoffnung. Kerstin Birkeland Ackermann hat selbst ihren Sohn Till im Alter von 10 Jahren verloren. Nach dem Tod ihres geliebten Kindes wurde ihr klar, dass sie kein einziges schönes Foto von Till hatte. Um anderen Familien mit kranken Kindern berührende Erinnerungsbilder zu schenken, gründete sie herzenbilder.ch. Ein Projekt, das kostenloses Fotoshootings mit Profi-Fotografen ermöglicht. WOMAN hat mit Kerstin Birkeland Ackermann über die Wichtigkeit solcher Fotos gesprochen.

»"Wir haben unseren Sohn Till an einem Hirntumor verloren und merkten danach, dass wir kein einziges schönes Familienbild haben."«

WOMAN: Kerstin, wie kam es zum Projekt herzensbilder.ch?
Kerstin: Wir haben unseren Sohn Till an einem Hirntumor verloren und merkten danach, dass wir kein einziges schönes Familienbild haben. Und nun alles dafür geben würden, eines zu haben. Ein ganz inniges, eines voller Liebe und Nähe. Was wir nicht haben, sollen nun andere haben - Das war der Anfang von herzensbilder.ch !

WOMAN: Erzähl uns von den Reaktionen auf die Bilder?
Kerstin: Die Familien sind jedes Mal unendlich dankbar und berührt. Diese Bilder sind das Kostbarste, das sie haben. Sie sind so viel mehr als nur Bilder. Sie halten die Liebe, Wärme und Geborgenheit fest, die man diesem Kind gegeben hat. Sich die Bilder anzuschauen und die Liebe für das Kind dabei zu spüren, das tut so gut. Und es werden diese Bilder sein, die man danach aufhängen wird, weil sie besonders schön sind. Sehr oft werden die Herzensbilder auch für Trauerkarten oder Dankeskarten verwendet.

Auf herzenbilder.ch findet ihr Fotos der Herzenbilder-Einsätze!

WOMAN: Wie wird das Projekt herzensbilder.ch finanziert?!
Kerstin: Wir leben ausschließlich von Spenden. Zum einen brauchen wir finanzielle Mittel, um den Fotografen die Spesen rückerstatten zu können. Zum anderen wollen wir den Familien mehr geben, als nur die Bilder auf DVD. Sie freuen sich besonders über Fotobücher, Bilder auf Leinwand und andere Geschenke, die ihre kleinen Engel unvergessen machen.

WOMAN: Gibt es das Projekt auch in Österreich?
Kerstin: In Österreich gab es schon zwei Versuche, so etwas aufzubauen, die aber beide nach ganz kurzer Zeit wieder verschwunden sind... sehr schade! Es gibt wohl einfach mehr zu tun, als man auf den ersten Blick denkt!

WOMAN: Wie kann man herzensbilder.ch unterstützen?
Kerstin: Natürlich sind wir dankbar für jeden Euro der gespendet wird. Man kann aber auch als Profifotograf das Projekt unterstützen, oder auch als Visagistin oder Friseurin, weil es den Eltern in dieser stürmischen Zeit so gut tut, wenn sie einmal verwöhnt werden. Viele der Eltern sind schon Monate bei ihrem Kind im Spital. Sie sollten auf den Bildern nachher nicht abgekämpft aussehen, sondern sich an eine schöne Zeit mit ihrem Kind erinnern...
Außerdem suchen wir immer wieder für ganz bestimmte Einsätze Engelchen, die beispielsweise schon helfen, wenn sie etwas von A nach B transportieren!

Spenden für Herzenbilder

Wenn du das Projekt unterstützen möchtest, findest du auf der Seite www.herzensbilder.ch alle Informationen zur Spende.