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Gefahr: Herzmuskelentzündung!

Die Myokarditis, eine Entzündung des Herzmuskels, wird leider oft zu spät erkannt. Die Erkrankung kann schlimme Auswirkungen haben. Symptome & Behandlung.

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Gefahr: Herzmuskelentzündung!

Die Erkrankung verläuft oft unerkannt...

© Thinkstock

Mit einer Herzmuskelentzündung ist nicht zu spaßen. Zwar verläuft die Erkrankung vielfach unbemerkt, dennoch wird sie nicht selten bei der Autopsie von Menschen mit ungeklärter Todesursache gefunden. Wie häufig die Myokarditis wirklich vorkommt, weiß keiner so genau. Die Dunkelziffer unerkannter Fälle wird von Experten als enorm hoch eingeschätzt.

Was sind die Ursachen für eine Myokarditis?

Generell muss man bei der Herzmuskelentzündung zwei Arten unterscheiden:

  • infektiöse Myokarditis, die durch eine Infektion mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten auftritt.
  • nicht-infektiöse Myokarditis, die im Rahmen einer Systemerkrankung oder nach Bestrahlung und der Einnahme von Drogen und Medikamenten auftreten kann.

Etwa 50 Prozent aller Herzmuskelentzündungen werden durch Viren verursacht, die bei einer zunächst harmlos wirkenden Erkältungskrankheit den Herzmuskel schädigen. In 80 Prozent der Fälle sind Coxsackie-Viren die Auslöser, doch auch andere Viruserkrankungen, wie etwa Durchfall, Bronchitis, Grippe, und Masern können eine Myokarditis verursachen. Außerdem schwächen Bakterien wie Borrelien und die Erreger von Scharlach und Diphtherie die Herzfunktion und in weitere Folge den Herzmuskel.

Wie erkenne ich die Symptome?

Eine Herzmuskelentzündung kann sehr unterschiedliche Symptome haben, in den meisten Fällen jedoch treten nur leichte oder sogar gar keine spezifischen Beschwerden auf. Eine akute Herzmuskelentzündung zeigt meist eine rasch fortschreitende Herzschwäche an – der Allgemeinzustand der betroffenen Person verschlechtert sich stark.

So entstehen beispielsweise Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Atemnot, Blässe und bläuliche Färbung der Lippen, sowie Schmerzen im Brustbereich (hinter dem Brustbein). Weitere Begleiterscheinungen können Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen sein, ebenso wie die Vergrößerung und Schwellung von Leber und Milz.

Im chronischen Stadium sind folgende Symptome kennzeichnend: allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Gewichtsverlust, Appetitstörung und die Minderung der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Patienten weisen bereits bei geringer Belastung wie Treppensteigen, Spazierengehen oder Putzen Erschöpfungs- und Überlastungszustände auf. Nach einer Grippe, Atemweginfektionen, Durchfall- oder anderer viralen Erkrankung machen sich die Herzbeschwerden meistens erst nach ein bis zwei Wochen bemerkbar.

Wie behandelt man die Myokarditis?

Sofern Bakterien die Ursache sind, empfiehlt sich eine Therapie mittels vom Arzt verschriebener Antibiotika. Bei einer nicht-infektiösen Myokarditis wäre eventuell eine Behandlung mit Kortison sinnvoll. Problematisch ist eine virale Myokarditis, die häufigste Form, da es hier kaum eine gezielte Therapie gibt, sondern durch andere Methoden in Absprache mit Fachärzten die Heilung erfolgen muss.

Vor allem ist es wichtig, in den ersten Wochen strenge Bettruhe einzuhalten und selbst nach der akuten Phase muss eine körperliche Schonung in jeder Lebenslage oberste Priorität sein. Und zwar solange, bis die Beschwerden, EKG-Veränderungen und körperlichen Einschränkungen komplett verschwunden sind. Sollte das Herz durch die Entzündung so stark geschädigt sein, dass ein chronisches Herzversagen folgt, ist eine längere intensivierte medikamentöse Behandlung notwendig. In schlimmeren Fällen kann eine Punktion des Muskels und Absaugung der angestauten Flüssigkeit im Herzen sowie eine Transplantation die Folge sein.

Was kann ich zur Vorbeugung tun?

Eine Virusinfektion lässt sich fast nicht vermeiden. Was man aber tatsächlich verhindern kann ist das Übergreifen der Erreger auf den Herzmuskel. Daher sollte man bei jeder Infektion, egal ob mit und ohne Fieber, auf jegliche körperliche Anstrengung verzichten. Sport ist natürlich tabu! Gegen Diphtherie kann und sollte sich jeder impfen, da diese Erkrankung außer einer Myokarditis noch andere Komplikationen verursacht.