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Heuschnupfen: so hilft die Immuntherapie

Wenn die Flora zu erwachen beginnt, leiden wieder 20 Prozent der Österreicher unter Heuschnupfen. Wie die Immuntherapie hilft.


Heuschnupfen: so hilft die Immuntherapie
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Wenn der erste Blütenstaub von Bäumen, Gräsern und Kräutern fliegt ( Linktipp: diese Pollen sind Allergieauslöser ), leiden wieder 20 Prozent der Österreicher unter allergischen Symtpomen. Triefende Nasen, tränende Augen und Atembeschwerden sind häufige Reaktionen ( Linktipp; Allergiker: 1. Hilfe im Akutfall ).

Bereits zuvor sollte man mit einer Immuntherapie beginnen, damit der Körper bis zum nächsten Sommer genug Zeit hat, ausreichenden Schutz gegen Allergieauslöser wie Gräser & Pollen aufzubauen.

Wenn es kalt ist und daher alle Pflanzen Winterruhe haben, freuen sich Allergiker über die gräser- und pollenfreie Saison. Doch kluge Köpfe denken bereits vorausschauend an das kommende Frühjahr - denn wer jetzt mit der Prophylaxe beginnt, ist für die nächste Pflanzenblüte gerüstet. Der Schlüssel zu weniger Beschwerden heißt Immuntherapie.

Volkskrankheit Allergie

Immer mehr Menschen leiden unter den Auswirkungen eines überforderten Immunsystems. So kommt es, dass in den Industrieländern inzwischen jeder vierte Bewohner an zumindest einer allergischen Erkrankung leidet. Es gibt Menschen, die gegen Tierhaare, Hausstaub oder verschiedene Metalle allergisch sind ( Linktipp: Das hilft bei den Allergieformen ) - die häufigsten Auslöser sind jedoch Gräserpollen.

Sie sind verantwortlich dafür, dass etwa eine Million Österreicher Sommer für Sommer mit Niesattacken, rinnender oder verstopfter Nase und Atembeschwerden kämpfen. Allergien sind nicht einfach nur lästig, sondern ernst zu nehmende Erkrankungen. Im Gegensatz zum Erkältungsschnupfen heilt der allergische Schnupfen nämlich nicht einfach ab. Unbehandelt können sich die Beschwerden sogar auf Bronchien und Lunge ausdehnen und chronisches Asthma verursachen.

So wirkt die Immuntherapie

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt deshalb zusätzlich zur symptomatischen Behandlung mit Kortison und Antihistaminika die spezifische Immuntherapie (Allergie-Impfung), die bei Pollenallergien eine Erfolgsrate von 80 Prozent aufweist. Durch die regelmäßige Verabreichung des allergieauslösenden Stoffes - in kleinen Dosen - lernt das Immunsystem, bei Kontakt mit dem vermeintlichen Erreger nicht mit Abwehr zu reagieren, sondern das Allergen zu tolerieren. So kann die Ursache einer Allergie erfolgreich bekämpft, allergisches Asthma verhindert und der Kortisonbedarf nach drei Jahren um 90 Prozent verringert werden.

Dabei stehen mehrere Möglichkeiten einer Immuntherapie zur Verfügung: das Allergen regelmäßig unter die Haut spritzen zu lassen oder es täglich unter die Zunge zu tropfen. Seit 2003 gibt es auch eine Tablette für Gräserpollenallergiker. Die Gräsertablette ist täglich einzunehmen und die Wirkung höchst erfolgversprechend - wenn früh genug vor der Gräserpollensaison mit der Behandlung begonnen wird.

Immuntherapie: Jetzt!

Die Immuntherapie muss rechtzeitig vor Blühbeginn gestartet werden, um zu wirken. Die Patienten sollten spätestens zwei, besser vier Monate vor der erwarteten Gräserpollensaison mit der Einnahme der Gräsertablette beginnen. Bis zum nächsten Sommer hat der Körper somit genug Zeit, ausreichenden Schutz gegen Allergieauslöser aufzubauen. Insgesamt dauert eine Kur drei Jahre, doch erste Wirkungen machen sich viel früher bemerkbar.

Heuschnupfen: eine "harmlose" Allergie?

Wer das "bisserl Heuschnupfen" einfach in Kauf nimmt, verzichtet nicht nur auf die Sommerfreuden, sondern ist auch vor folgenschweren gesundheitlichen Schäden nicht gefeit. Bleibt die Allergie unbehandelt, kann sich die Situation dramatisch verschlechtern: Zum einen besteht das Risiko, weitere Allergien gegen andere Substanzen zu entwickeln. Zum anderen kann sich die allergische Entzündung von den oberen Atemwegen auf die Bronchien bis hin zur Lunge ausweiten. Schäden in den Atemwegen, die später auch mit der besten Therapie nicht mehr umkehrbar sind, und chronisches Asthma können sorglose Allergiker ein Leben lang mit schweren Einschränkungen der Lebensqualität strafen.

Allergien bei Kindern

Keine Zeit ist vor allem bei den jüngsten Patienten zu verlieren. Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern. Gerade bei ihnen dauert es nur kurze Zeit, bis es zu einer Ausweitung der Entzündung kommt. Und die meisten Asthmasymptome sind allergisch bedingt. Um es erst gar nicht zu Allergien kommen zu lassen, sollten Eltern von übertriebener Hygiene Abstand nehmen.

Egal ob Kind oder Erwachsener: Leidet man länger als zwei Wochen an allergischen Reaktionen, sollte man nicht mehr auf Besserung warten, sondern sich Gewissheit beim spezialisierten Facharzt für Haut, HNO- oder Lungenerkrankungen bzw. beim Kinderfacharzt verschaffen. Spezielle Allergie-Ambulatorien und -Ambulanzen in Spitälern führen ebenfalls Allergietests durch. Die Ergebnisse der Diagnose und das ausführliche Gespräch mit dem Arzt sind die Basis für die Behandlung, die im Wesentlichen aus drei Teilen besteht: der Allergenvermeidung, der symptomatischen Therapie mit Medikamenten und der - bereits erwähnten - Vorbeugung.