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Hildegard von Bingen Detox-Kur

Das Wissen der heiligen Hildegard von Bingen über Ernährungsheilkunde und Detox-Kuren ist heute wertvoller denn je. Alle Infos.


Hildegard von Bingen Detox-Kur
© Getty Images

In ihren Werken erklärt Hildegard von Bingen ausführlich, wie die Kräfte von Heilkräutern , Pflanzen, Edelsteinen und Nahrungsmitteln zur Heilung der Menschen eingesetzt werden können. Dieses Wissen stammt zwar aus dem 12. Jahrhundert, ist aber heute wertvoller denn je.

Am Anfang jeder Therapie steht die Entgiftung . Diesen Prozess unterstützt Hildegard – neben einer Fastenkur – mit verschiedenen Methoden. Der Aderlass etwa hat eine Verbesserung des gesamten Stoffwechsel sowie eine Anregung des körpereigenen Immunsystems zum Ziel. Im Mittelalter geriet der Aderlass in Verruf, da zu viel und zu häufig Blut entzogen wurde. Hildegard von Bingen trat diesem Missbrauch schon vor 900 Jahren entgegen und legte klare Richtlinien für Zeitpunkt und Durchführung des Aderlasses fest: innerhalb von sechs Tagen nach Vollmond , nicht mehr als 100 bis max. 180 Milliliter Blut.

Detox-Kur aus dem 12. Jahrhundert

Anwendungsgebiete sind kardiovaskuläre und entzündliche Erkrankungen (wie Rheuma oder Gicht), aber auch Hautausschläge und Allergien. Ähnlich wie bei einer Blutsenkung wird das entnommene Blut nach einigen Stunden untersucht. Daraus kann der Arzt Erkenntnisse über den Gesundheitszustand des Patienten gewinnen.

Eine weitere etwas blutige, aber schmerzfreie Behandlung nach Hildgard von Bingen ist die Schröpfkur. Beim Schröpfen ritzt der Arzt die Haut neben der Wirbelsäule leicht ein und setzt kugelförmige, erhitzte Schröpfgläser auf, die durch den Unterdruck Blut aus den Einritzungen ziehen. Dadurch soll das Bindegewebe gereinigt werden, was Schmerzen (egal ob Rücken-, Regel- oder Kopfschmerzen) lindert und Verspannungen beseitigt. Zusätzlich unterstützt das Schröpfen den Entgiftungsprozess.

Heilkräuter für gesunde Medizin

Wie in der TCM werden auch in der Hildegard-Medizin Speisegewürze mit therapeutischer Wirkung verwendet.

• Quendel: Der wilde Thymian ist eines der wichtigsten Gewürze. Er unterstützt die Blutreinigung, hilft bei Hautausschlägen und Akne .

• Bertram: Über ihn sagt Hildgard von Bingen: "Einem gesunden Menschen ist Bertram gut zu essen, weil er die Schadstoffe im Blut mindert und das gute Blut mehrt, den Verstand stärkt und eine gute Verdauung macht. Wie immer er gegessen wird, roh, gekocht, getrocknet, als Pulver, ist er nützlich für Gesunde und Kranke."

• Galgant: Hilft rasch und zuverlässig bei Müdigkeit und Erschöpfung , kann statt Pfeffer verwendet werden. Bei Herzproblemen, Durchblutungsstörungen, Muskel- und Bauchkrämpfen, gegen Fieber und Husten . Ist außerdem verdauungsfördernd, da er die Säfte aktiviert.

• Ysop: Seine wichtigste Eigenschaft ist die positive Wirkung auf die Leber – er schützt sie vor stressbedingter Belastung. Wirkt appetitanregend, blutreinigend und krampflösend. Er ist gekocht und pulverisiert nützlicher als roh und hat stark reinigende Wirkung. Im Essen macht er die Leber aktiv und säubert auch die Lunge.