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Hilfe bei Haarausfall

Haarproblemen führen. Doch es gibt Hilfe!


Hilfe bei Haarausfall

Genau genommen sind sie nichts anderes als Hornanhangsgebilde der Haut, die wärmen sollen. Doch die wirkliche Bedeutung unserer Haare geht weit darüber hinaus. Eine volle, glänzende Mähne verschönert das gesamte Erscheinungsbild, spröde, stumpfe Strähnen bewirken das Gegenteil. Kein Wunder also, dass Frauen meist in Panik geraten, wenn sie plötzlich Haare verlieren. Aber keine Sorge: Ist erst einmal die Ursache gefunden, ist fast jedes Haarproblem reversibel. Expertin Dr. Eva M. Kokoschka im Interview.

WOMAN: Die Haare sind glanzlos, gehen büschelweise aus. Was kann die Ursache sein?

Kokoschka: Die erste Frage ist: Hat man eine Erkrankung, etwa einen schweren grippalen Infekt durchgemacht? Nimmt man Medikamente? Nach einem Ereignis, das die Haarfollikel schädigt, dauert es bis zu acht Wochen, bis es zum Haarausfall kommt.

WOMAN: Welche Medikamente können schädigen?

Kokoschka: Nicht nur Chemotherapeutika, auch bestimmte Blutverdünnungsmittel, Psychopharmaka u. a. können zu Haarausfall führen.

WOMAN: Welche anderen Ur-sachen kann es noch für Haarausfall geben?

Kokoschka: Da das Haar ganz wesentlich hormonell gesteuert ist: Hormone. Weibliche Hormone sind verantwortlich für die Wachstumsphase, männliche bewirken dessen Abstoßung. Ein Haar wächst vier bis fünf Jahre, bis es ausgeht. Das ist der natürliche Kreislauf. Durch zu wenig weibliche Hormone kann das Leben der Haare jedoch verkürzt werden.

WOMAN: Wie kann es zu so einer Hormonstörung kommen?

Kokoschka: Durch Absetzen der Pille etwa oder in der Menopause. Oder wenn die Patientin gerade eine Schwangerschaft hinter sich hat. Der plötzliche Hormonabfall nach der Geburt kann zu Haarausfall führen. Und dann gibt's noch die Möglichkeit von Zysten in den Eierstöcken. Sie führen zu einem Überwiegen männlicher Hormone.

WOMAN: Das heißt, durch Haarprobleme kann man auch auf Krankheiten stoßen.

Kokoschka: Ja. Oft stößt man auf eine Überfunktion der Schilddrüse, die zu massivem Haarausfall führen kann.

WOMAN: Ist Stress auch schädlich für die Mähne?

Kokoschka: Leider. Wird zu viel vom Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, leiden die Haare mit. Auch Umweltbelastungen wie Smog und vor allem das Rauchen beeinflussen die Haut und ihre Anhangsgebilde, die Haare, wesentlich - durch Engstellen der Gefäße und massive Radikalenbildung.

WOMAN: Kann auch ein Mangel an Vitaminen und Spurenelementen vorliegen?

Kokoschka: Durchaus. Durch einseitige Diäten zum Beispiel kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

WOMAN: Welche Stoffe sind wichtig für unser Haupthaar?

Kokoschka: Zink und Selen, Vitamin H, die Vitamin-B-Gruppe und Vitamin A.

WOMAN: Wie kann man einen Mangel erkennen?

Kokoschka: Am besten durch einen Bluttest.

WOMAN: Ist jeder Haarverlust behandelbar?

Kokoschka: Im Prinzip ist jeder Haarausfall reversibel. Einzige Ausnahme: Entzündungen der Kopfhaut, die mit Narben abheilen und den Haarfollikel schädigen. Die sind aber selten.

WOMAN: Wie schädlich ist eigentlich Haarefärben?

Kokoschka: Wenn das fachgemäß gemacht wird, die Farbe nicht zu aggressiv ist, hält es das gesundes Haar schon aus.