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Hilfe bei Heuschnupfen

Heuschnupfen-Alarm: Jeder 4. Österreicher niest, wenn’s draußen blüht oder drinnen staubt. Woher die häufigsten Allergien kommen und wie man sie bekämpfen kann.


Hilfe bei Heuschnupfen
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Im 16. Jahrhundert war das noch ein exklusives Leiden: Zur Rosenblütezeit im Juni und im Juli litt der - solch erlesener Gewächse teilhaftige - Adel häufig unter Niesattacken und Fieber. Der Arzt und Philosoph Paracelsus nannte das, was heute "Heuschnupfen“ heißt, daher poesievoll Rosenfieber. Die Symptome aber waren die nämlichen.

Heuschnupfen-Alarm

Beinahe jeder vierte Österreicher ist betroffen, etwa zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahre inbegriffen. Heuschnupfen, auch: allergische Rhinitis, ist die häufigste Allergieerkrankung . Verantwortlich sind zur einen Hälfte die Gräser- und Baumpollen, zur anderen die Hausstaubmilben. In die Ambulatorien strömen seit kurzem vermehrt Patienten, die unter Niesattacken und Reizhusten bis zu Asthmasymptomen leiden. Dazu kommen so unangenehme Begleiterscheinungen wie gerötete, juckende Augen und Nase, Hautausschläge und Schlaflosigkeit.

Diese Erscheinungsbilder können einzeln oder, gar nicht so selten, in fast beliebiger Kombination in Erscheinung treten. Heuer könnte auf Allergiker eine extreme Saison zu kommen. Der milde Winter, die kurze Kältewelle und die frühen Plustemperaturen verursachen explosionsartige Pollenbelastung, weil die sogenannten Frühblüher - Erle, Hasel und Birke - parallel gedeihen.

Wenn das Immunsystem überreagiert

Heuschnupfen ist im Prinzip nichts anderes als eine Neigung zur Überreaktion auf verschiedene Stoffe, die in der Natur vorkommen, etwa Blütenpollen . Beim allerersten Kontakt mit einem Allergen lernt das Immunsystem den fremden Eiweißstoff kennen. Ein Allergiker wird dabei sensibilisiert, es bilden sich mehr Antikörper, als notwendig wären. Die Allergie ist daher eine sehr unangenehme, teils sogar gefährliche Erkrankung unseres Immunsystems , das wegen falsch funktionierender Kontrollmechanismen auf fremde Eindringlinge überreagiert. Eine allergische Reaktion tritt in der Regel erst nach einem Zweitkontakt mit Pollen, einem Medikament oder Nahrungsmitteln auf.

Unverständlich, dass viele Betroffene ihre Erkrankung lange nicht wahrnehmen, dann zur Selbstdiagnose greifen und mit dem Arztbesuch zuwarten, bis die Beschwerden unerträglich werden. Denn mit Heuschnupfen nicht zu spaßen: Schnell kann es nämlich zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen. Was nichts anderes bedeutet, als dass die Krankheit, die typischerweise zunächst die "oberen Etagen“, also Augen und Nase, erfasst, auf die Lunge "runterrutscht“. Dies führt geradewegs zu allergischem Asthma.

Heuschnupfen: Erst Gespräch, dann Pricktest

Der erste Schritt in einen beschwerdefreien Alltag ist der direkte Weg zum Facharzt, zu finden in Allergie-Ambulatorien. Ein Test sichert die Diagnose ab. Das Verfahren besteht aus dem Pricktest (dabei werden Allergene auf die Haut aufgetragen, anschließend wird die oberste Hautschicht eingeritzt, und man sieht nach einer Viertelstunde die Reaktionen) sowie einem Labortest. Der dient dem Nachweis von Antikörpern (IGE-Immunglobuline der Klasse E). Da nunmehr die Ursache der Beschwerden diagnostiziert ist, steht der Therapie nichts mehr im Wege.

Fast beschwerdefrei durch Injektionen

Antihistaminika unterdrücken, wie der Name sagt, die Wirkung des Gewebehormons Histamin ( Linktipp: Histaminintoleranz ). Sie bekämpfen aber nur die Symptome, nicht die Ursache. Empfehlenswerter sind daher Immuntherapien (Injektions- oder Schluckkuren), die bei Pollen und Hausmilben überaus gut ansprechen.

Während bei Gräserallergikern nur bis zur Saison (zuerst wöchentlich, dann monatlich) geimpft werden muss, beziehen Milbenallergiker das ganze Jahr über in vier- bis sechswöchigem Abstand ihre Spritzen. Nach drei Jahren ist man desensibilisiert - das heißt: gegen Allergene besser gewappnet, aber meist nicht völlig beschwerdefrei. Die Lebensqualität ehöht sich aber.