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Hilfe gegen das Schnarchen

Schnarchen kann Ehen zerstören, krank machen und sogar zum Tod führen. Was schadet und welche Therapien schnelle Hilfe bieten.


Hilfe gegen das Schnarchen
© Corbis

Keiner spricht darüber, viele tun es: Schnarchen. Schon bei Kindern stört Schnarchen das Verhalten . Und für Lebenspartner wird das Rasseln und Sägen zum lästigen Begleiter der Nacht. Laut einer Studie der "British Lung Foundation“ finden Menschen um 1,5 Stunden weniger Schlaf , wenn der Partner schnarcht.

Wieso schnarcht man?

In den meisten Fällen ist Schnarchen eine für den Bettnachbarn nervende, aber für den Betroffenen selbst harmlose Angelegenheit, die mit fortschreitendem Alter zunimmt. Vor allem Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Bei den über 50-Jährigen schnarchen rund ein Drittel der Frauen und mehr als die Hälfte der Männer. Der Grund: Mit dem Alter werden Menschen, vor allem Männer, dicker. Die Extrakilos begünstigen das Schnarchen, weil sich im Rachenraum mehr Fettgewebe befindet. Verstärkt wird dieser Effekt durch eine schlaffere Rachenmuskulatur und äußere Einflüsse wie Alkohol, Nikotin oder eine ungünstige Schlaflage.

Wie entsteht der Krach beim Schnarchen?

Der Krach beim Schnarchen entsteht, weil die Muskulatur im Hals-Nasen-Rachen-Raum während des Schlafes erschlafft. Besonders das Gaumensegel, das Zäpfchen, die seitlichen Rachenwände, der Zungengrund und der Kehldeckel flattern dann im Wind der eingeatmeten Luft. Zudem verengen die erschlafften Muskeln die Atemwege, und die Atemluft muss stärker eingesaugt werden. Je stärker der Druck, desto höher und lauter der Krach. Der lauteste Schnarcher der Welt bringt es laut Guinness-Buch der Rekorde in der Nacht sogar auf stolze 93 Dezibel. Das entspricht dem Geräuschpegel vorbeifahrender Lastwagen auf der Autobahn oder eines Presslufthammers!

Ist Schnarchen gefährlich?

Schnarchen ist in den meisten Fällen harmlos. Bei jedem zehnten Betroffenen steckt allerdings ein ernstes Problem dahinter - das Schlafapnoe-Syndrom, kurz OSAS, bei dem das Schnarchen mit Atemaussetzern einhergeht. Das wird ab zehn Sekunden gefährlich. Besonders gefährdet sind übergewichtige Männer mittleren Alters. Je höher das Gewicht ist, umso hochgradiger ist auch die Schlafapnoe. Daneben können auch anatomische Probleme die gefährlichen Atempausen begünstigen. Hat jemand etwa ein sehr kurzes oder enges Kinn, dann fällt der Zungengrund weiter zurück, sodass der Atemweg eingeengt ist.

Hilfe gegen das Schnarchen

Nasenpflaster, -korrektur, Diät oder Potrusionsschiene – welche Therapie hilft wirklich gegen das Schnarchen?

Gesunder Lebensstil

Eine der erfolgreichsten Maßnahmen ist die Abnehmen . Bei vielen Patienten genügt schon sie allein, um das Schnarchen zu lindern. Weitere hilfreiche Faktoren sind weniger Alkohol und Nikotin sowie ausreichend Bewegung.

Potrusionsschiene

Kunststoffschienen werden über die Zähne gestülpt. Eine daran befestigte Stange schiebt den Unterkiefer ein paar Millimeter nach vorne. Dadurch entsteht mehr Raum zum Atmen. Hilft vor allem bei einfachem Schnarchen.

Schlafweste

Viele schnarchen, wenn sie auf dem Rücken liegen. Auf dem Rücken eines Oberteiles wird deshalb eine große Tasche mit einem Schaumstoffteil aufgenäht. Dadurch wird das Schlafen auf der Seite erzwungen.

Nasenpflaster

Das Hilfsmittel ist besonders beliebt bei Sportlern. Es zieht die Nasenflügel auseinander und verbessert dadurch die Atmung. Achtung: Das Pflaster hilft nur bei einer schwachen seitlichen Nasenwand.

Muskeltraining

Ein regelmäßiges Training der Rachen-, Gaumen- und Zungenmuskulatur sowie das Spielen auf Blasinstrumenten wie dem Didgeridoo kann das Schnarchen reduzieren.

Atemmaske CPAP
Primäre Behandlung bei Schlafapnoe. Die Maske führt regelmäßig Raumluft mit individuell angepasstem Druck in die Atemwege. Luftbefeuchter schützen zusätzlich vor Trockenheit der Schleimhäute.

Radiofrequenz

Für diese Behandlungsmethode wird eine Sonde in den betäubten Gaumen/Zäpfchen-Bereich eingestochen. Nach Aktivierung des Gerätes wird die Sonde unter Strom zurückgezogen und koaguliert das schlaffe Gaumengewebe.

UPPP

Das meist übergroße Zäpfchen (Uvula) und seitlich davon bestehendes überschüssiges Gewebe an den Gaumenbögen wird durch einen chirurgischen Eingriff gekürzt und gestrafft. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose.

Nasenkorrektur

Bei Schnarchern, die unter einer starken Nasenscheidewandverkrümmung und damit unter behinderter Nasenatmung leiden, wird die Nasenscheidewand chirurgisch begradigt. Der Luftdurchsatz wird dadurch verbessert.