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Hilfe zur Selbsthilfe

Berufliche Veränderungen, Neustart oder privates Tief. Coaches geben Rückhalt bei allen erdenklichen Lebenskrisen.

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Hilfe zur Selbsthilfe
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Die Entscheidung fiel ihr nicht leicht. Alexandra Reinagl, 40, war mit ihrem Job als Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Ost zufrieden, die Herausforderung 80 Mitarbeiter zu leiten füllte sie durchaus aus. Allerdings, das Stellenangebot zur Managerin der Wiener Linien klang dann doch sehr verlockend. "Eine großartige Chance, doch plötzlich würde ich 8.000 Mitarbeiter statt 80 dirigieren." Fachliche Kompetenzen empfand die gebürtige Salzburgerin keineswegs als Problem, jedoch so viele Menschen zu führen verunsicherte die Mutter eines 8-jährigen Buben. "Es fiel mir schwer alleine eine Entscheidung zu treffen, also suchte ich professionelle Unterstützung." Die fand sie bei Berufserfolgscoach Dr. Agata Danis (inconsulting.at). Die Chemie stimmte sofort, der zugesprochene Mut und dadurch gelösten Ängste überzeugten, Frau Reinagl nahm die Jobchance an.

Coaching, ein Begriff, den mittlerweile jeder kennt. "Coach" bedeutet eigentlich Kutsche. Ein Gefährt, mit dem man von einem zum anderen Ort gelangen kann. Der Coach will Reisegefährte sein, einen Denkanstoß in die optimale Richtung geben. Hilfe zur Selbsthilfe soll es sein. Einen Haken hat diese Unterstützung aber dann doch, denn Coaches schießen wie Schwammerln aus den Boden. Der Begriff ist nicht geschützt ist, im Prinzip kann sich jeder nach einem Wochenendkurs Coach nennen. So scheint es mittlerweile tatsächlich für jeden Lebensbereich "Experten für eh alles" zu geben. Ein gewisses Maß an Missbrauch auf Kosten hilfesuchender Personen scheint die Folge zu sein.

Kommt schnelles Geld verdienen vor Qualität? Gabriele Heuritsch, Geschäftsführerin des internationalen Wirtschaftscoach Unternehmens Educatio (educatio.co.at) weiß um die Tücken dieses Berufstandes: "Unterstützung durch einen Experten in schwierigen Lebensentscheidungen kann enorm hilfreich und positiv zukunftsweisend sein. Man sollte bei der Auswahl eines guten Coaches jedoch auf wichtige Facts achten. Ein Gewerbeschein als Unternehmens- Lebens- und Sozialberater steht an oberster Stelle. Nicht scheuen nach Referenzen zu fragen, falls diese nicht ohnehin auf der Homepage aufgelistet sind." Ein echter Profi will so rasch und effizient wie möglich zum Ziel kommen und nicht eine Lösung möglichst lange hinauszögern, damit es ihm mehr einbringt. Die Niederösterreicherin Petra Schatz profitierte von Gabriele Heuritsch Profi-Unterstützung. Die einst erfolgreiche Sonderhortnerin arbeitete bereits 15 Jahre mit behinderten Kindern. Nebenbei bildete sie sich laufend weiter. "Meine Interessen sind vielseitig. So ließ ich mich zusätzlich zur Farb- und Stilberaterin und Visagistin schulen." Der Traum von Selbständigkeit war immer im Hinterkopf, gepaart mit Sicherheitsdenken. Gemeinsam mit Gabriele Heuritsch erarbeite sie ein zukunftsweisendes Konzept. "Ich fühlte mich bei Frau Heuritsch enorm gut aufgehoben und unterstützt. Ohne ihre Hilfe hätte ich wohl bis heute keine Entscheidung getroffen", resümiert Frau Schatz.

Als Lifecoach bezeichnet sich Eva de Wilde (evadewilde.at). 2010 hat sich die diplomierte Lebens- und Sozialberaterin als Life-, Gesundheits-, und Burnout Prophylaxe Trainerin selbständig gemacht. Die Expertin bietet Kurzzeitberatung, die Menschen helfen soll ein erfülltes und erfolgreiches Leben zu führen. "Es wird für den Einzelnen immer wichtiger, das Leben selbstbestimmt zu gestalten. Die raschen Veränderungen bringen mit sich, dass wir uns oft überfordert fühlen. Zu mir kommen Menschen, die in oder vor einer Lebensveränderung stehen. Das kann nach einer Trennung sein oder aufgrund einer andauernden Unzufriedenheit." Am Beginn steht eine ein offener, ehrlicher Blick auf die derzeitige Lebenssituation. Im Anschluss werden Wünsche und Visionen erkundet und Ziele definiert.

Tipp von unserer Leserin Nicole Siller (llebendich.at): Es gibt eine ISO-Zertifizierung nach 17024, die gut ausgebildete Coaches kennzeichnen. Voraussetzungen hierfür sind viel Praxis, und/oder ein gute Ausbildung z.B.: als Lebens- und SozialberaterIn, UnternehmensberaterIn.
So findest du deinen perfekten Krisenmanager.

Wir unterstützen dich auf der Suche nach einem seriösen Trainer. Gabriele Heuritsch weiss, auf welche Kriterien man achten muss:

1

Gewerbeschein. Achte darauf, dass der Trainer eine Zulassung als Unternehmens- oder Lebens- und Sozialberater vorweisen kann. Diese impliziert nicht nur die anerkannte Ausbildung, sondern auch eine mehrjährige berufliche Erfahrung.

2

Sprachlich auf einer Ebene. Ein guter Coach spricht nicht im Beraterdeutsch, nicht in Floskeln, sondern passt sich der Sprache und dem Bildungsniveau seines Klienten an.

3

Beruflicher Background. Coach ist selten die erste Berufswahl. Warum wurde der Coach Coach? Welche beruflichen Erfahrungen hat er vorzuweisen? Finger weg von Beratern, die von der Realwirtschaft außerhalb von Seminarräumen keine Ahnung haben. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Coach seine Weisheiten nur aus Büchern oder Lehrgängen hat oder ob ein breites Spektrum an praktischen Erfahrungen dahintersteckt.

4

Arbeitsweise. Ein professioneller Coach ist daran interessiert, den Klienten so rasch, effizient und empathisch wie möglich zum Ziel zu führen. Er verordnet keine Zehnerblöcke. Ein Trainer sollte nach Abschluss einer Aufgabe für den Klienten jederzeit im Krisenfall wieder zur Unterstützung bereitstehen, aber nicht zur "verschriebenen Dosis" werden.

5

Sympathie. Vertrauen bildet die Basis zum Erfolg. Du musst entscheiden, ob die Chemie zwischen dir und deinem Berater stimmt. Achte auch darauf, wie der Coach mit vertraulichen Informationen umgeht.

6

Privates Umfeld. So wie der Coach das Umfeld seines Klienten in die Sitzungen miteinbezieht, so sollte der Klient auch nach dem privaten Hintergrund des Trainers fragen. Essenziell ist, dass dieser mit beiden Beinen im Leben steht, es sich also um eine gefestigte Persönlichkeit handelt.