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"Hippie war ich nie ...": Gabriele Heinisch-
Hosek im privaten Gespräch mit WOMAN

"Morgenmensch bin ich keiner. Daran hat auch mein Job als Lehrerin nichts geändert", erzählt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, 47. Der Wecker läutet in Guntramsdorf dennoch täglich um 6.15 Uhr. "Weil mir der Kaffee mit meinem Mann in der Früh wichtig ist. Auch wenn ich nichts rede und erst munter werden muss..."


"Hippie war ich nie ...": Gabriele Heinisch-
Hosek im privaten Gespräch mit WOMAN
© Susanne Stemmer

Gut, dass unser Interview am Abend stattfindet, denn da ist bei der neuen SP-Bundesfrauenvorsitzenden (Heinisch-Hosek übernimmt das Amt von Parteikollegin Barbara Prammer) nichts von Müdigkeit zu bemerken. Persönlich und offen wie nie zuvor spricht die Niederösterreicherin über ihren Liebsten - mit Walter ist sie seit 20 Jahren verheiratet -, ihre Jugendsünden in den Siebzigern und gelegentliche Langeweile in der Politik.

"Ich bin sehr eitel..."

Frau Heinisch-Hosek, heute auch schweigsam in den Tag gestartet?

Ich habe verschlafen. Aber der Kaffee mit meinem Mann ist sich ausgegangen! Wenn auch das Frühstück kürzer ausgefallen ist als sonst.

Ein unentspannter Morgen?

Nein, nur eben ein bißchen stressiger. Aber ich habe auf der Fahrt ins Büro eine Dreiviertelstunde Zeit nur für mich. Und die nutze ich zur Vorbereitung auf meinen Tag. Die Autofahrt an sich ist wie eine Beruhigungspille.

Die Sie derzeit ob der Situation in der SPÖ vielleicht gut brauchen können. Wie attraktiv ist sie noch für Frauen?

Zugegeben, wir haben derzeit ein paar Probleme. Aber ich will, dass die SPÖ eine moderne Partei ist, und ich möchte meinen Beitrag leisten. Da spielen auch neue Medien eine große Rolle. Deshalb blogge ich auf mywoman.at , werde lernen, wie man twittert, und bald schon Videos auf YouTube haben. So will ich junge Frauen erreichen.

Haben Sie sich als 16-Jährige schon für Politik und Gleichberechtigung interessiert?

Nein, ich wurde doch nicht als Feministin geboren, ich habe mir das hart erarbeitet. Ich habe lange nicht mitbekommen, welche Rolle ich in meiner Familie gespielt habe: "Du bist die Ältere, mach die Hausübungen mit deinem Bruder." Erst mit 20 habe ich begonnen, mich zu wehren.

Das war in den Siebzigern. Waren Sie ein Hippie-Girl?

(Lacht) Nein, ich nicht, ein Hippie war ich nie. Ich war ein Kind vom Land, sehr brav und angepasst.

LESEN Sie ihre Meinung zu Botox und Seitensprüngen in WOMAN 13/09!