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Selbstgemacht: "Ich mache mein Hobby zum Beruf!"

Viele träumen davon, ihre Leidenschaft für Mode zum Beruf zu machen. Der Schritt in die Selbstständigkeit ist aber nicht immer einfach. Wir zeigen 4 Labels beziehungsweise 6 Frauen, die den Schritt gewagt haben.

von

Modedesignerin
© iStockphoto.com

Mikini - von Miriam Braunböck

Wie bist du auf die Idee eines eigenen Labels gekommen?
Seit Jahren reizte mich eigentlich schon die Idee, ein eigenes Label zu gründen. Mir hat nur das perfekte Produkt gefehlt, da ich es vorziehe, immer etwas Neues zu machen und auszuprobieren. Ich habe mein Produkt gefunden. Ich stehe zu 100% dahinter, es ist mein Design und ausbaufähig in vielen anderen Bereichen.

Was designst du und was macht deine Produkte besonders? Mein momentanes Baby sind meine Mikinis (Miriams Bikini). Mein Produkt kann personalisiert werden. Ich biete die Möglichkeit einer eigenständigen Auswahl der Farbzusammenstellung. Jeder Mikini wird in Österreich handgefertigt, deshalb können sowohl Größe als auch Farbwünsche jederzeit erfüllt werden.

Hast du dich immer schon für Mode interessiert? Ja, immer schon. Ich hab mir schon während meiner Schulzeit Kleidung selbst genäht, damals war die Auswahl an exzentrischer Kleidung nicht sehr groß und nicht erschwinglich für mich. Nach der Schule habe ich mich dann für den Beruf der Stylistin und Visagistin entschieden – eigentlich war es ein glücklicher Zufall.

Der lange Weg bis hierher: Meine Idee war es, einen farbenfrohen, praktischen und extravaganten Bikini zu entwerfen: Von Design im Kopf, zur Umsetzung, Anprobe durch diverse Mädels, Schnittkorrekturen, Markennamen finden, Marke sichern, Design sichern, Rechtsanwalt, Website und, und, und.

Werden alle Teile von dir persönlich gefertigt oder lässt du sie produzieren? Wenn ja, wo? Momentan werden alle Teile von mir persönlich angefertigt. Ich bin im Moment gerade auf Suche nach Unterstützung. Aber eines steht für mich fest, es wird in Österreich gefertigt – kein Chinaklumpert (sorry, mein Lieblingswort). Die Herstellungskosten sind zwar dadurch extrem hoch und die Gewinnspanne deutlich verringert, aber das ist halt meine Philosophie.

Zu haben ab 150 € auf mikini.at.

Mikini

Desei - von Karin Weinhold

Wie bist du auf die Idee eines eigenen Labels gekommen?
Mein Herz gehörte immer der Mode. Ich habe eine 5-jährige Ausbildung in Modedesign in Wiener Neustadt gemacht und nach der Matura „Film, Bühne, Medien“ und Geschichte in Graz studiert. Ich wollte immer etwas Kreatives in meinem Leben machen. Das Filmstudium absolvierte ich, weil ich immer der Meinung war, dass es in Österreich viel zu wenig lustig gestaltete Werbespots gibt. Anfangs arbeitete ich als Redakteurin bei der „Barbara Karlich Show“, jedoch nach einigen Monaten wusste ich, dass ich wieder zurück in den Modebereich möchte. Ich habe so viele Ideen, dass ich all diese Modelle in einem Leben nicht produzieren kann.

Was designst du und was macht deine Produkte besonders?
Ich designe Damen- und auf Wunsch auch Herrenmode. Die Besonderheit meiner Modelle ist der hohe Wiedererkennungswert. Ich arbeite mit eigens für mich designte Drucke, die händisch vorbereitet und in liebevoller Handarbeit gedruckt werden. Eine weitere Einzigartigkeit in meinen Modellen findet sich durch eingearbeitete Ketten in Silber oder Gold. Diese werden in Italien bestellt und sind in Österreich nicht erhältlich.

Hast du dich immer schon für Mode interessiert?
Mode war für mich immer schon sehr wichtig. Während meines Studiums habe ich mir immer alles selbst genäht und ich wurde dann vom Bürgermeister meiner damaligen Heimatgemeinde gefragt, ob ich nicht eine Modenschau im Rathaus machen möchte. Die Finanzierung übernahm die Stadtgemeinde. Dann trat die Firma Leiner an mich heran und so ging die nächste Show für geladene Stammkundinnen über die Bühne. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass mein Herz der Mode gehört.

Verdienst du mit deinen Designs ausreichend Geld um davon leben zu können?
Ja. Es war ein harter und steiniger Weg, aber es hat sich gelohnt.

Werden alle Teile von dir persönlich gefertigt oder lässt du sie produzieren? Wenn ja, wo? Ich fertige alle Modelle persönlich, habe jedoch unterstützende Hände in Österreich.

Zu haben ab 149 bis 5.990 € für ein Haute Couture-Abendkleid mit über 100 Arbeitsstunden. Mehr Infos auf desei.at.

Desei

Brandenberg Design - von Petra Brandenberger

Hast du dich immer schon für Mode interessiert bzw. wann und wie wurde dein Interesse geweckt? Ich habe bereits im Kindesalter für meine Barbiepuppe Kleider entworfen und genäht. Meine Mutter sowie auch meine Tante hatten eine Nähwerkstatt.

Was designst du und was macht deine Produkte besonders? Sportlich elegante Damenoberbekleidung, die zusätzlich noch sehr bequem ist, den Körper jeder Frau umschmeichelt und die Weiblichkeit betont.

Hast du dich immer schon für Mode interessiert? Ja, immer schon. Hab mir schon während meiner Schulzeit Kleidung selbst genäht, damals war die Auswahl an exzentrischer Kleidung nicht sehr groß und nicht erschwinglich für mich. Nach der Schule habe ich mich dann für den Beruf der Stylistin und Visagistin entschieden – eigentlich war es ein glücklicher Zufall.

Welche Ziele hast du für dich/deine Marke definiert? Was möchtest du mit deiner Mode erreichen? Mein Ziel ist es mich und meine Mode immer weiter zu entwickeln. Ich möchte davon gut leben können, weil ich liebe, was ich tue! Mir ist auch ein achtsamer Umgang mit der Umwelt wichtig. Ich möchte ein Statement in der Modewelt setzen und die Menschen zum Nachdenken anregen. Ich habe in den vergangenen Monaten an einem Sozialprojekt mitgearbeitet, dass das Ziel hat eine Manufaktur mit arbeitslosen Näherinnen im Südburgenland aufzubauen. Für solche Projekte schlägt mein Herz.

Werden alle Teile von dir persönlich gefertigt oder lässt du sie produzieren? Wenn ja, wo? Die Teile werden alle von mir persönlich gefertigt. Ich habe einmal meine Basislinie “Essence“ über eine Firma im Südburgenland mit Schneiderbetrieben im angrenzenden Ungarn produzieren lassen.

Zu haben von 49 bis 190 € auf brandenberg-design.at.

Brandenberg Design

Ecolodge Fashion - von Kerstin Tuder, Denise Tuder und Barbara Pletzer

Gab es einen Schlüsselmoment, der euch überzeugt hat Mode zu machen? Wenn ja, welchen?
Da gab es einen Dokumentarfilm über Giftstoffe im Alltag. Beim Interview mit einer Mode-Verkäuferin, die nach 20 Jahren in der Branche von den Giftstoffen in der Kleidung, die sie täglich auspackt und in die Regale schlichtet, schwer krank wurde, war für mich klar: Was auf den Körper kommt, sollte gesund sein!.

Was designt ihr und was macht eure Produkte besonders? Bei uns steht alles im Zeichen der Natur. Die Rohmaterialien für unsere Shirts, Hoodies, Taschen, Schals und Accessoires beziehen wir ausschließlich von GOTS-zertifizierten Erzeugern (GOTS = Global Organic Textile Standard und steht für Ökologie sowie soziale Verantwortung). Was unsere Designs betrifft, so lassen wir uns gerne von der Natur inspirieren.

Habt ihr euch immer schon für Mode interessiert? Wir würden uns jetzt nicht unbedingt als Fashion-Victims bezeichnen, die jeden Trend stur mitmachen. Doch wir haben gerade in letzter Zeit viel mit Mode zu tun. Wir beobachten Trends und schauen, wie und ob wir diese für unsere eigene Linie adaptieren können. Wir sind alle drei eher der Typ Frau, der gerne stylische Sachen trägt, die aber auch bequem und qualitativ hochwertig sind. Das wollen wir auch in unserer 1. Kollektion umsetzen.

Welche Ziele habt ihr für euch/eure Marke definiert? Was möchtet ihr mit eurer Mode erreichen? Wir wollen, dass die Leute sensibler für das Thema "giftfreie" Mode werden. Und dafür, unter welchen Bedingungen erzeugt wird. Dass sie sich Gedanken darüber machen, was billige Stangenware nicht nur mit den Menschen, die sie herstellen, sondern auch mit ihrem eigenen Körper anrichten kann. Und wir wollen zeigen, dass ökologische Stoffe und guter Style Hand in Hand gehen können.

Werden alle Teile von euch persönlich gefertigt oder lasst ihr sie produzieren? Wenn ja, wo? Was möglich ist, machen wir selbst. Die Designs stammen ausschließlich von uns. Eine Freundin von uns wird möglicherweise das Bedrucken von Taschen und Schals übernehmen. Sie hat eine selbstgebaute Siebdruckmaschine, die dafür ganz wunderbar geeignet ist! Unsere bedruckten Shirts und Hoodies werden wir aber produzieren lassen. Es gibt bereits einige zertifizierte Kleidungserzeuger, die ökologische und fair produzierte Materialien wie Bambus oder Hanf verwenden. Und es gibt auch Textildruckereien, die ungiftige Farben verwenden. Wir tragen gerade alle Angebote zusammen und werden im nächsten Schritt Samples von den Erzeugern bestellen, um sie auf Herz & Nieren (und Waschgänge!) zu testen. Erst dann werden wir uns entscheiden, wo wir künftig produzieren werden. Die Qualität muss bei uns einfach stimmen!

Noch ist das Label in Planung. Mehr Infos auf facebook.com/eco.lodge.5.

Ecolodge

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