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Bräuche, Traditionen, Riten zur Hochzeit

Die einen wollen es, die anderen versuchen es irgendwie zu umgehen. Die wichtigsten Hochzeitsbräuche kurz und prägnant zusammengefasst.

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Bräuche, Traditionen, Riten zur Hochzeit
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Etwas Altes, etwas Neues, ...
Im englischsprachigen Raum gibt es wohl kaum eine Hochzeit, auf der jener Satz nicht zu hören ist: "Something old, something new, something borrowed, something blue!" Doch was hat es mit diesem Brauch auf sich?
Das Alte steht für die Beständigkeit, das Neue gilt als Symbol für die Zukunft als Ehefrau, etwas Geliehenes steht für die Freundschaft und das Blaue bezieht sich auf die Farbpsychologie und gilt somit als Symbol für die Treue.

Spieglein, Spieglein an der Wand
Damit kein Unglück passiert, sollte man sich am Tag der Hochzeit erst in den Spiegel schauen, wenn man die Hochzeitskleidung fix und fertig angezogen hat.

Der letzte Stich
Am Brautkleid sollte noch bis zum Hochzeitstag genäht werden und wenn es viel zu früh fertig ist, kann sich zwar der Weddingplanner freuen, doch Glück bringt das angeblich nicht. Wer sein Kleid in einem Geschäft gekauft hat, lässt sich am besten am Hochzeitstag noch ein Detail, wie etwa eine Schleife oder einen Knopf annähen.
Außerdem sollte die Braut ihr Kleid besser nicht selber nähen, denn wie ein Sprichwort besagt: "So viele Stiche, so viele Tränen!"

Der Polterabend
Der Polterabend ist ein überaus weitverbreiteter Brauch, hat aber eigentlich nichts mit dem Junggesellenabschied zu tun. Die Gäste zertrümmern mitgebrachtes Geschirr (Porzellan, Blumentöpfe) vor der Haustür des Brautpaares. Diese Scherben sollen den beiden Glück bringen und der Lärm, der dabei entsteht, soll die bösen Geister fernhalten.
Im Anschluss daran, muss das Brautpaar gemeinsam die Scherben aufkehren, als Zeichen dafür, dass sie in der Ehe auftretende Probleme gemeinsam lösen werden. Auf keinen Fall zerschlagen darf man Glas, denn das steht für Glück und Glück will man ja schließlich nicht zerstören. Außerdem muss man darauf achten, dass sich darunter auch kein Spiegel befindet, denn das Zerstören eines Spiegels bringt bekanntlich 7 Jahre Pech.

Flower Power
Nach der Trauung streuen die Blumenmädchen Blütenblätter für das Brautpaar. Dieses Blumenstreuen soll die Fruchtbarkeitsgötter anlocken.

Das Torsymbol
Beim Verlassen der Kirche müssen Braut und Bräutigam oft ein symbolisches Tor durchschreiten. Hier steht der Übergangsritus im Zentrum, das Tor als Symbol für den Übergang von einem Lebensstadium ins nächste.

Der Brautstrauß
Der Brautstrauß schmückt nicht nur die Braut, sondern steckt auch voller Symbole. Traditionell ist es die Aufgabe des Bräutigams, den Strauß zu besorgen und ihn vor der Kirche der Braut zu überreichen. Nach der Zeremonie versammeln sich die unverheirateten Frauen hinter der Braut, die den Strauß dann in die Menge wirft. Bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften darf sich auch eine/r der beiden dazu gesellen.
Auch die Blumen haben ihre Bedeutung: Lilien und weiße Rosen sollen die Jungfräulichkeit der Braut symbolisieren. Frische, duftende Blumen sollen (seit der Renaissance) die üblen Körpergerüche der Hochzeitsgesellschaft übertünchen. Myrtenzweige stehen für die Unschuld der Braut. Sie sind auch die Blumen der Götter und stehen für Friede, Ruhe, Glück und Fruchtbarkeit.

Die Hochzeitskerze
Die Kerze steht als Symbol für die Liebe der Eheleute. Meist ist auf der Hochzeitskerze der Name des Brautpaares, ein Spruch und das Datum der Hochzeit notiert. Nach der Trauung wird die Kerze gesegnet und angezündet. Außerdem sollte sie während des Festmahls brennend am Brauttisch stehen. Durchgesetzt hat sich auch die Tradition, dass die Kerze bei Geburtstagen, Hochzeitstagen, oder nach Streitereien angezündet wird.

Das Zerreißen des Brautschleiers
Der Schleier steht für die Jungfräulichkeit und sollte vor der Hochzeitsnacht abgenommen werden. Früher wurde der Brautschleier zerrissen, damit dem Brautpaar ewig Glück und viele Kinder geschenkt werden. Heute hat man das etwas umgewandelt, indem Hochzeitsgäste Bänder und Tüllschleifen an das Hochzeitsauto binden, die symbolisch für den Schleier stehen.

Reis, Reis, Baby!
Wie man vielleicht schon vermutet hat, stammt dieser Brauch aus dem asiatischen Raum! Sofern das Brautpaar Junggesellenabschied, Polterabend und die Trauung vollzogen haben, stehen Bekannte und Verwandte vor der Kirche, bzw. dem Standesamt und bewerfen die beiden mit Reis. In Asien gilt der Reis nicht nur als wichtiges Grundnahrungsmittel, sondern steht auch für Glück und Fruchtbarkeit. Sowohl am Essen, als auch an Kindern und am Glück soll es den Brautleuten nicht fehlen.

Die Brautentführung
Dieser auch heute noch praktizierte, oftmals weniger beliebte, Brauch, hat seinen Ursprung im Mittelalter, wo der Adel das Recht auf die erste Nacht einfordern konnte. Weibliche Untergebene wurden abgeholt,also entführt, um dann von ihrem Herren entjungfert zu werden.
Heutzutage wird die Braut meist von einer Gruppe aus der Hochzeitsgesellschaft, in ein nahegelegenes Lokal entführt. Die Zeche muss vom suchenden Bräutigam und Trauzeugen bezahlt werden.
Kleiner Tipp: Brautstrauß im Auge behalten! Denn ist der Brautstrauß erst einmal verschwunden, ist die Braut auch bereits über alle Berge.

Das gemeinsame Anschneiden der Torte
Das Anschneiden der Torte symbolisiert den Zusammenhalt der Brautleute in ihrer Ehe. Interessant ist auch, wer beim Anschneiden der Torte die Hand oben hat, denn diese Person wird auch in der Ehe "die Hosen anhaben".

Die Braut über die Schwelle tragen
Der Bräutigam trägt die Braut mit Schwung über die Schwelle. Dies soll die bösen Geister, die unter der Türschwelle hausen, davon abhalten, das junge Glück zu zerstören.

Das Holzstammsägen
Hierbei handelt es sich um einen Test, bei dem das Harmonieverständnis des frischvermählten Brautpaares geprüft wird. Die Brautleute müssen versuchen möglichst synchron einen dicken Baumstamm, mittels schieben und ziehen zu zersägen. Je nachdem, wie gut oder schlecht das klappt, soll Auskunft darüber gegeben werden, wie das Brautpaar mit Konflikten und Problemen umgehen wird.

Die Morgengabe
Am Morgen nach der Hochzeit überreichen sich Braut und Bräutigam gegenseitig ein besonderes Geschenk. Früher galt dieser Brauch als finanzielle Absicherung der Braut, damit sie sich keine Sorgen machen sollte. Heute handelt es sich in den meisten Fällen um Schmuckstücke.
Glück soll es bringen, wenn der Bräutigam das Geschenk unter dem Kissen der Braut versteckt.
Mittlerweile kommt es aber auch vor, dass der Bräutigam am Tag der Hochzeit das Geschenk überreicht, damit, etwa die Halskette, das Armband oder die Ohrringe, bereits am Hochzeitstag von der Braut getragen werden können.

Themen: Hochzeit, Liebe

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