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Tracee Ellis Ross: Was von MeToo übrig blieb

Hat sich etwas geändert, seit in Hollywood die #MeToo-Bewegung losgegangen ist? Laut Comedian Tracee Ellis Ross gar nicht so viel, aber zumindest am Red Carpet herrschen jetzt andere Vibes vor.

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Tracee Ellis Ross: Was von MeToo übrig blieb
© 2018 Getty Images

Seit es Missbrauchsvorwürfe gegen Filmproduzent Harvey Weinstein und die daraus resultierende #MeToo-Bewegung gibt, hat sich in Hollywood einiges getan - würde man glauben. Gut, mit "Wonder Woman 2" wird der erste Film unter offiziellen Anti-Belästigungsregeln gedreht. Außerdem hat man das Gefühl, dass sich Schauspielerinnen freier zu Problemen des extrem patriarchalen Business äußern können. Und immer mehr Männern werden diverse Vergehen öffentlich vorgeworfen. Die Basis ist geschaffen, doch was man mit ihr macht, ist die andere Frage.

Comedian und Feministin Tracee Ellis Ross äußerte sich nun im Hollywood Reporter zum Status Quo des Filmbusiness. Ihrer Meinung nach, hätten sich die Narrative und die Kommunikation innerhalb der Szene nicht geändert. Doch es herrsche ein neuer Vibe vor: eine Art Solidarität unter den Schauspielerinnen habe sich breit gemacht, sie sich laut Ross besonders am Red Carpet zeige. Zuvor hätten es die Hollywood-Ladies eher vermieden, über Outfits oder Sonstiges zu sprechen. Doch spätestens seit den Golden Globes, als fast alle gemeinsam beschlossen, Schwarz zu tragen, würden sie stärker als Kollektiv auftreten.

Doch das scheint nicht allen Männern zu gefallen. "Mir haben männliche Freund egesagt: 'Du gehst echt zu weit mit dem Time's Up (eine Initiative gegen Belästigung am Arbeitsplatz, Anm.) Shit!' Und darauf ich nur: 'Was zur Hölle heißt das? Ich gehe zu weit mit der Gleichberechtigung. Was glaubst du denn?' ", so Ross. Die Schauspielerin sehe aber ein, dass man einen Schritt nach dem anderen gehen müsse, um eine breite Toleranz zu erreichen. Und es sei keine Schande, seine eigene Bekanntheit dafür zu nutzen: "Als ich mich 2007 für Obama eingesetzt habe, hatte ich zuerst total Angst und ich war genervt von mir selbst. Ich dachte mir: 'Wer gibt mir das Recht, für eine politische Sache einzustehen. Ich bin ja nur Schauspielerin.' Aber dann sah ich es so: Wenn ich die Möglichkeit habe, durch 'Girlfriends', meiner damaligen Serie, jemandes Aufmerksamkeit auf diese Sache zu lenken, dann ist das alles, was zählt." Es müsse noch viel Geschehen in Hollywood, so Ross. Doch es sei eine gute Basis da, auf die man aufbauen kann.